Die spinnen – die NiederländerVater schickt nach Kindergeburtstag Rechnung an alle Eltern

Kinder beim Auspacken von Mitgebseln auf einer Geburtstagsparty
Kinder beim Auspacken von Mitgebseln auf einer Geburtstagsparty (Symbolbild)
picture alliance / Zoonar / Robert Kneschke
von Philipp Petersdorff

Es klingt fast zu skurril, um wahr zu sein.
In den Niederlanden ist eine hitzige Diskussion entbrannt, weil ein Vater nach einem Kindergeburtstag Geld von den Eltern der kleinen Gäste verlangt hat – und zwar auf den Cent genau 1,83 Euro

„Ich konnte kaum glauben, was ich da las”

In einem Blog berichtet die Mutter Nova Mulder, dass ihre Tochter kurz zuvor selbst ihren fünften Geburtstag gefeiert hatte. Wie viele Eltern brachte sie für die Klasse eine kleine Aufmerksamkeit mit: Seifenblasen, Sticker und eine Packung Rosinen. Eine nette Geste, ganz ohne großen Aufwand.

Eine Woche später hatte ein Klassenkamerad ihrer Tochter Geburtstag. Auch dessen Vater verteilte kleine Geschenktüten an die Kinder. Zunächst schien alles ganz normal – bis am Abend eine Nachricht in der Klassen-WhatsApp auftauchte.

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1,83 Euro pro Kind für Mitgebsel

Der Vater erklärte, er habe für die Geburtstagsüberraschung etwas mehr ausgegeben als geplant. Deshalb sollten sich alle Eltern beteiligen. Kostenpunkt: 1,83 Euro pro Kind. Den passenden Zahlungslink schickte er gleich mit. „Ich dachte zuerst, das sei ein Scherz“, schreibt Mulder. Doch der Vater meinte seine Nachricht offenbar vollkommen ernst.

Der Vater argumentierte, schließlich hätten alle Kinder von den kleinen Geschenken profitiert. Deshalb sei es nur fair, wenn sich alle Eltern an den Kosten beteiligten. Um seine Forderung zu untermauern, verschickte er sogar eine detaillierte Kostenaufstellung – mit Seifenblasen, Stickern, Süßigkeiten und Geschenktüten, fein säuberlich bis auf den Cent aufgelistet.

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Heftige Diskussion im Eltern-Chat

In der WhatsApp-Gruppe entbrannte daraufhin eine heftige Diskussion. Einige Eltern konnten die Forderung überhaupt nicht nachvollziehen. Andere fanden, wegen eines Betrags von 1,83 Euro müsse man sich nun wirklich nicht streiten. Für Mulder ging es allerdings um etwas Grundsätzlicheres: Für sie gehört ein kleines Geburtstagsgeschenk einfach zum Geburtstag dazu. Jeder entscheide selbst, wie viel Geld er dafür ausgeben wolle. Im Nachhinein eine Rechnung an andere Eltern zu verschicken, passe für sie nicht zu dieser Tradition.

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Am Ende zog der Vater die Reißleine

Am nächsten Morgen nahm die Geschichte schließlich eine unerwartete Wendung. Mehrere Eltern hatten den Vater offenbar privat kontaktiert. Kurz darauf meldete er sich erneut in der Gruppe mit einer neuen Nachricht: „Ich merke, dass nicht jeder meinen Vorschlag gut findet. Vergessen wir das einfach.“ Kurz darauf löschte er die Zahlungsaufforderung wieder.

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Für die Kinder änderte das alles nichts. Mulders Tochter schwärmte anschließend nur davon, wie viel Spaß ihr der Geburtstag gemacht hatte – und wie sehr sie sich über die Seifenblasen gefreut hatte.

Bei den Eltern dürfte die Episode dagegen Spuren hinterlassen haben. Wie Mulder schreibt, zuckt sie inzwischen jedes Mal kurz zusammen, wenn eine neue Nachricht aus der Klassen-WhatsApp erscheint – in der Hoffnung, dass sich dahinter diesmal keine Rechnung über 1,83 Euro verbirgt.

Verwendete Quellen: mamaplaats.nl