Müssen wir bald weniger Angst vor einer Diagnose haben?Neue Krebs-Medikamente vor dem Durchbruch
Jedes Jahr erhalten in Deutschland rund 500.000 Menschen die Diagnose Krebs.
Doch in der Forschung passiert gerade etwas, das Patienten und Angehörigen Hoffnung macht. Neue Medikamente gegen besonders aggressive Tumorarten könnten die Überlebenschancen deutlich verbessern. Was genau das für Patienten bedeutet, gibt’s im Video zu sehen.
Neue Hoffnung bei Lungenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs
Noch vor wenigen Jahren war eine Krebsdiagnose für viele Menschen eine ohne Ausweg. Heute sieht die Situation anders aus. Forscher entwickeln neue Therapien in einem Tempo, das selbst Experten staunen lässt. Besonders bei zwei gefürchteten Krebsarten gibt es jetzt vielversprechende Fortschritte.
Tumore in der Lunge zählen bei Männern noch immer zu den tödlichsten Krebsformen. Umso größer sind die Erwartungen an ein neues Medikament von Biontech. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Therapie das Wachstum von Tumoren bremsen und gleichzeitig das Immunsystem im Kampf gegen die Krebszellen stärken könnte.
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Auch beim Bauchspeicheldrüsenkrebs sorgt eine neue Entwicklung für Aufsehen. Das Medikament Daraxonrasib soll laut aktuellen Studiendaten die Überlebenszeit von Patienten deutlich verlängern. Beide Wirkstoffe befinden sich bereits in Phase 3 der klinischen Prüfung.
Wann könnten die neuen Krebs-Medikamente kommen?
Für Krebsmediziner ist die dritte Studienphase ein entscheidender Meilenstein. Dr. Christian Müller, Leiter der Internistischen Onkologie an den Evangelischen Kliniken Essen-Mitte, erklärt, dass hier neue Therapien direkt mit den bisherigen Standardbehandlungen verglichen werden.
Die Teilnehmer werden dabei per Zufallsprinzip auf verschiedene Gruppen verteilt. Eine erhält die bisherige Therapie, die andere die neue Behandlung. Nur so lasse sich zuverlässig feststellen, ob ein Medikament tatsächlich besser wirkt. Phase-3-Studien gelten deshalb als die wichtigste Hürde auf dem Weg zur Zulassung.
Wer jetzt auf einen schnellen Durchbruch hofft, braucht noch etwas Geduld. Selbst wenn die laufenden Studien erfolgreich abgeschlossen werden, müssen die Ergebnisse zunächst ausgewertet, veröffentlicht und von den Behörden geprüft werden.
Nach Einschätzung von Dr. Müller dauert die eigentliche Zulassung meist noch ein bis zwei Jahre. In den USA gehe dieser Prozess häufig etwas schneller als in Europa.
Müssen wir jetzt weniger Angst vor Krebs haben?
Dass gerade jetzt so viele neue Ansätze entstehen, hat laut Dr. Müller mehrere Gründe. Moderne Labortechnik ermöglicht es Forschern, Krebszellen immer genauer zu analysieren. Hinzu kommt der Einsatz künstlicher Intelligenz, die bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe helfen kann.
Dennoch bleibt Krebs auch weiterhin eine der größten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. Noch handelt es sich bei den neuen Wirkstoffen um Studien und nicht um Standardtherapien.
Trotzdem zeigen die Entwicklungen, wie schnell sich die Krebsmedizin verändert. Was vor wenigen Jahren noch als kaum behandelbar galt, könnte künftig deutlich bessere Chancen bieten. Für viele Patienten ist genau das die wichtigste Nachricht. (jve)
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche
































