Krankenhäuser überlastet – Stadt greift durchHepatitis-Alarm! Neapel verbietet Einwohnern und Besuchern das Essen

Ein Fischhändler im Spanischen Viertel von Neapel
Neapel hat den Verzehr von rohem Fisch verboten (Symbolbild)
Massimo Borchi/Atlantide Phototravel via Getty

150 Fälle seit Jahresbeginn. Allein 84 davon in Neapel. In Süditalien sorgt ein ungewöhnlich starker Anstieg von Hepatitis-A-Erkrankungen für große Sorge. Besonders brisant sind die Ursache UND die Folgen.

Krankenhaus in Neapel stößt an seine Grenzen

Wie die „Tagesschau” berichtet, liegen die Infektionszahlen deutlich über dem üblichen Niveau der vergangenen Jahre. Demnach soll die Zahl der Fälle etwa zehnmal so hoch sein wie sonst. Die Lage bleibt nicht nur auf dem Papier dramatisch. Laut „Hamburger Abendblatt“ ist die zuständige Station im Cotugno-Krankenhaus in Neapel inzwischen so stark belastet, dass sogar zusätzliche Betten in der Notaufnahme gebraucht werden. Dort landen offenbar auch besonders schwere Verläufe. Für die Kliniken in der Region ist das ein Warnsignal.

Viele Infizierte nennen denselben Auslöser: Neapel verbietet rohe Meeresfrüchte

Doch was ist der Auslöser für die Erkrankungen? Im Fokus stehen Muschelzuchtanlagen, in die offenbar verunreinigtes Abwasser gelangt ist. Genau dort vermuten die Behörden den Ursprung des Ausbruchs.
Raffaele Di Sarno, Leiter der Notaufnahme für Infektionskrankheiten im Krankenhaus Cotugno, erklärte laut „L’Unione Sarda“, dass viele Erkrankte angegeben hätten, rohe Muscheln gegessen zu haben. Damit verdichtet sich der Verdacht, dass kontaminierte Meeresfrüchte der Auslöser sein könnten.
Die Stadt reagiert nun mit einer klaren Ansage. Neapels Bürgermeister Gaetano Manfredi hat laut „Tagesschau” ein absolutes Verzehrverbot für rohe Meeresfrüchte in allen öffentlichen Lokalen erlassen. Die Maßnahme gilt als Vorsichtsmaßnahme, um weitere Infektionen zu verhindern.
Kontrolliert werden soll das Verbot jetzt verstärkt von der Polizei, und zwar in Restaurants ebenso wie auf Fischmärkten. Wer sich nicht daran hält, muss tief in die Tasche greifen. Es drohen Geldstrafen zwischen 2.000 und 20.000 Euro. Bei Wiederholung kann sogar eine Schließung des Betriebs folgen.

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Behörden rufen zur Impfung auf

Parallel dazu appellieren die Gesundheitsbehörden an die Bevölkerung, sich gegen Hepatitis A impfen zu lassen. Das Virus ist hoch ansteckend und kann eine Entzündung der Leber auslösen. Vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen gelten als gefährdet. Immerhin gibt es bei Hepatitis A anders als bei Hepatitis B keine chronische Verlaufsform.

Verwendete Quellen: Tagesschau, Hamburger Abendblatt, L’Unione Sarda