Das muss man über das Leberleiden wissen

Hepatitis A bis Hepatitis E: Symptome und Therapien

28. Juli 2019 - 11:07 Uhr

Eine chronische Virushepatitis kann tödlich enden

Hepatitis ist eine unterschätzte Volksseuche: Bis zu einer Million Menschen sind in Deutschland mit Hepatitis-Viren infiziert - aber nur wenige von ihnen wissen auch davon. Dabei kann die chronische Virushepatitis kann zu Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs führen - und damit tödlich enden. Weltweit sterben jeden Tag rund 4.000 Menschen an Hepatitis, wie die Deutsche Leberhilfe berichtet. Aufs Jahr gerechnet seien das mehr Tote als durch HIV oder Malaria. 

Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gehören Infektionen mit Hepatitis-B-Viren zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. 2018 wurden in Deutschland insgesamt 4.507 neu diagnostizierte Hepatitis-B-Fälle übermittelt, das sind 885 Fälle mehr als im Jahr davor, so das RKI. Auch bei Hepatitis C war ein leichter Anstieg zu bemerken (von 4.802 auf 5.891 Fälle). Hepatitis D kommt in Deutschland weitaus seltener vor (von 34 auf 59 Fälle).

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, bei der Mediziner je nach Ursache, Dauer und anderen Merkmalen in verschiedene Formen unterscheiden. Doch welche Hepatitis-Form zeigt sich wie und welche Therapien gibt es?

Hepatitis A: Symptome und Behandlung

Hepatitis A wird von Mensch zu Mensch sowie über verunreinigte Nahrung und Wasser übertragen. Eine Impfung gegen die "Reise-Gelbsucht" ist möglich, es gibt keine spezielle Therapie. Bei Kindern verläuft die Infektion laut "Apotheken-Umschau" meist harmlos und hinterlässt einen lebenslangen Immunschutz. Reisemediziner empfehlen Erwachsenen die vorbeugende Impfung - diese ist auch noch kurz vor Reiseantritt sinnvoll.

Viele Hepatitis-A-Patienten zeigen gar keine Symptome, andere leiden unter Müdigkeit und Fieber, teilweise verfärbt sich der Urin bräunlich und die Haut wirkt gelb. Normalerweise heilt die Infektion von selbst aus, ohne chronisch zu werden.

Symptome und Therapie bei Hepatitis B

Bei Hepatitis B besteht eine hohe Ansteckungsgefahr über Blut - etwa durch verunreinigte Spritzen - und andere Körperflüssigkeiten. Eine Impfung ist möglich, für chronisch erkrankte Patienten kommt eine antivirale Therapie in Frage.

Im frühen Stadium der Krankheit zeigen sich kaum Symptome, dann kann es zu Übelkeit und grippeähnlichen Problemen mit Müdigkeit kommen. Warnsignale sind außerdem bräunlich-dunkler Urin, ein hell verfärbter Kot und gelbliche Augäpfel.

Hepatitis B Hohe Ansteckungsgefahr über Blut (etwa verunreinigte Spritzen) und andere Körperflüssigkeiten, Impfung möglich, antivirale Therapie für chronisch erkrankte Patienten.

Symptome: Im frühen Stadium der Krankheit zeigen sich kaum Symptome, dann kann es zu Übelkeit und grippeähnlichen Problemen mit Müdigkeit kommen. Warnsignale sind außerdem bräunlich-dunkler Urin, ein hell verfärbter Kot und gelbliche Augäpfel.

Unspezifische Symptome bei Hepatitis C

Hepatitis C wird meist durch den direkten Konakt mit infiziertem Blut übertragen. Es gibt keine Impfung, die Behandlung von Hepatitis C geschieht in erster Linie medikamentös. Mit neuen Medikamenten ist seit einigen Jahren eine Heilung möglich.

Äußerlich ist eine Infektion mit Hepatitis-C-Viren kaum zu erkennen, weil die Haut von Patienten sich selten gelblich verfärbt. Auch die restlichen Symptome sind wenig spektakulär: Müdigkeit, leichte Übelkeit mit grippeähnlichen Symptomen und Fieber. Teilweise nimmt der Urin eine sehr dunkle Farbe an, während der Stuhl heller wird. Gelenk- und Muskelbeschwerden, Ängste und eine trockene Mundschleimhaut können ebenfalls auf das Leberproblem hindeuten.

Aufgrund der unspezifischen Symptome wird Hepatitis C meist im Rahmen von Routine-Blutuntersuchungen festgestellt.

Hepatitis D ist der gefährlichste Hepatitis-Virus

Hepatitis D tritt nur in Kombination mit einer Infektion Typ B auf. Schutz bietet auch hier die Hepatitis-B-Impfung, eine wirksame Therapie gibt es nicht. Nach Informationen der "Deutschen Leberhilfe" ist Hepatitis D der gefährlichste Hepatitis-Virus. Er wird über das Blut übertragen und kann eine Leberzirrhose oder Leberkrebs zur Folge haben.

Symptome von Hepatitis D sind Müdigkeit, Grippe-Symptome mit Fieber und eine Verfärbung der Ausscheidungen. Der Urin wird sehr dunkel, während der Kot hell wirkt.

Hepatitis E ist für Schwangere gefährlich

Der Hepatitis-E-Virus wird ausgeschieden und zum Beispiel über Wasser übertragen. Eine Impfung gibt es nicht. Hepatitis E verursacht eine akute Entzündung der Leber und ist vor allem für Schwangere gefährlich: Bis zu 20 Prozent der betroffenen Schwangeren sterben nach Informationen der "Deutschen Leberhilfe" an den Folgen der Infektion. Gegen Hepatitis E würde in Deutschland schon helfen, Schweinefleisch sicherheitshalber gut durchzugaren und auf Mett zu verzichten, heißt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Es ist zwar nicht vollständig geklärt, ob die Viren durch Rohfleisch von infizierten Tieren übertragen werden können - aber der Verdacht liegt nahe. In Deutschland sind nach BfR-Angaben in Studien bei 40 bis 50 Prozent der Hausschweine Antikörper gegen das Virus gefunden worden.

Symptome von Hepatitis E sind Fieber, chronische Müdigkeit, teilweise neurologische Probleme sowie eine gelbliche Verfärbung von Haut und Augen.