Eine durch Viren verursachte Leberentzündung

Gesundheitslexikon: Hepatitis E

16. Oktober 2019 - 9:07 Uhr

Das Lebensmittelvirus Hepatitis E

Beim Hepatitis-E-Virus handelt es sich um einen der Variante Hepatitis A ähnlichen Krankheitserreger. Es wird zumeist über Trinkwasser oder infizierte Nahrungsmittel übertragen. Bei gefährdeten Personengruppen wie Schwangeren und Immunschwachen kann die Leberentzündung schwere und gar tödliche Folgen haben.

Was ist Hepatitis E?

Der Hepatitis-E-Virus verursacht eine akute Entzündung der Leber. Aufgrund der Ähnlichkeit zum Hepatitis-A-Erreger wurde die E-Variante erst vor circa 40 Jahren als eigene Krankheitsform erkannt. Sie ist in Deutschland seit 2001 meldepflichtig. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral. Bei intaktem Immunsystem ist die Krankheit grundsätzlich ungefährlich. Schwangere und immunschwache Patienten hingegen können durch die Leberentzündung starke gesundheitliche Schäden davontragen. Das in Deutschland nur sporadisch auftretende Krankheitsbild ist in Afrika, Zentralasien und im Mittleren Osten aufgrund von verunreinigtem Trinkwasser stärker verbreitet.

Ursachen der Erkrankung und ihre Vorbeugung

Der Hepatitis-E-Erreger findet sich überwiegend in verunreinigtem Trinkwasser. Aufgrund der Übertragungsart können sich auch Tiere infizieren. Somit ist die Krankheit ebenfalls über ungegartes Fleisch übertragbar. Besonders in von unreinem Trinkwasser betroffenen Ländern ist ungeschältes Obst und Gemüse als Überträger nicht auszuschließen, es sollte dort also gemieden werden. Folglich sind in Deutschland größtenteils unsachgemäße Umgangsformen mit rohem Fleisch ursächlich. Da der Virus im Fleisch nicht sichtbar ist, sollten zur Bearbeitung von Fleisch genutzte Küchenutensilien vor der weiteren Benutzung gründlich gereinigt werden. In gefährdeten Ländern sollten Sie Wasser nur aus versiegelten Flaschen trinken.

Symptome von Hepatitis E

Bei immunstarken Patienten verläuft die Krankheit in der Regel über maximal sechs Wochen mit leichten Beschwerden. Folgende Symptome aufgrund der Leberentzündung sind möglich:

Übelkeit und Erbrechen

Fieber

Symptome ähnlich einer Grippe

dunkler Urin

farbloser Stuhl

Gelbfärbungen der Haut und von weißen Bindehäuten der Augen

In der Regel liegt zwischen der Infektion mit der Krankheit und dem Ausbruch eine Zeitspanne von rund 15 bis 64 Tagen. Nur selten führt das Krankheitsbild bei Schwangeren oder immunschwachen Infizierten zu schwereren Verläufen mit tödlichem Leberversagen oder einer chronischen Form der Krankheit.

So wird eine Hepatitis E diagnostiziert

Die ärztliche Diagnostik beginnt mit einer körperlichen Untersuchung und eingehenden Befragung zu Beschwerden und den letzten Reisezielen. Hierbei stehen besonders Länder mit erhöhtem Risiko im Fokus. Die Untersuchung erfolgt hinsichtlich der aufgeführten äußerlichen Erscheinungsformen des Krankheitsbildes. Blutproben werden auf Antikörper des Hepatitis-E-Virus untersucht, um die Infektion nachzuweisen. Hierbei sind IgM-Antikörper ein Indiz für die akute Erkrankung, IgG-Antikörper für eine bereits überstandene Infektion. Um die Auswirkungen und den Stärkegrad des Krankheitsbildes auf den Patienten zu erheben, werden die Leberwerte GOT, GPT und Gamma-GT auf Normerhöhungen geprüft.

Behandlung und Therapie einer Hepatitis E

Hepatitis E wird nicht hinsichtlich seiner Ursachen therapiert, sondern es erfolgt eine Behandlung der Symptome. Der Schwerpunkt liegt folglich auf der Ausheilung der gereizten Leber. Um diese zu entlasten, sollte während der Krankheitsphase auf Alkohol verzichtet werden. Leberschädigende oder -belastende Medikamente sind während der Heilungszeit zu meiden. Hier sollte grundsätzlich eine Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Eine ausgewogene und fettarme Ernährung trägt zusätzlich zur Entlastung der Leber bei. Patienten mit funktionierendem Immunsystem bedürfen hierbei keiner medikamentösen Therapie.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.