Hautärztin gibt wichtige Tipps für den SommerDie fünf schlimmsten Sonnencreme-Fehler – und wie es richtig geht!

Sommer, Sonne, Sonnenbrand!
Damit genau das nicht passiert, ist es wichtig, sich mit dem Thema Sonnenschutz auseinanderzusetzen. Im RTL-Interview hat Dermatologin Dr. Marion Moers-Carpi die größten Sonnencreme-Fehler verraten, die es zu vermeiden gilt. Hier erfahrt ihr alles, was ihr wissen müsst, damit eure Haut den Sommer unbeschadet übersteht.
Inhaltsverzeichnis
- Wie viel Sonnencreme braucht man für Gesicht und Körper?
- Kann Sonnencreme eigentlich ablaufen?
- Video-Tipp: Welche Sonnencreme ist die beste?
- Je nach Hauttyp: Welchen Lichtschutzfaktor (LSF) brauche ich?
- Wie ist es richtig – erst Sonnencreme oder erst Tagescreme auftragen?
- Kann man verschiedene LSFs kombinieren und den Schutz so erhöhen?

Als Hautärztin weiß Dr. Marion Moers-Carpi von der Hautok-Praxis in München, wie fatal es ist, wenn kein Sonnenschutz oder aber der Sonnenschutz falsch benutzt wird. Im RTL-Interview hat sie die größten Sonnenschutz-Fehler verraten, die ihr machen könnt:
„Ein wesentlicher Punkt ist, dass die Patienten zu wenig Produkt auftragen”, erklärt sie. Damit einher geht auch der nächste Punkt: „Dass man Areale einfach vergisst.” Auch würden viele Menschen den Fehler machen, „vor lauter Sparsamkeit das Produkt des letzten Jahres oder der letzten Saison” zu nutzen oder aber den gänzlich falschen Lichtschutzfaktor für sich auszuwählen. Ein weiterer Fehler, den viele Menschen möglicherweise unterschätzen, ist der, dass Sonnencreme und andere Pflegeprodukte falsch miteinander kombiniert werden.
Doch wie geht’s richtig? Das verraten wir euch jetzt!
Wie viel Sonnencreme braucht man für Gesicht und Körper?
Ob aus Sparsamkeit oder einfach, weil man das Gefühl von zu viel Sonnencreme auf der Haut nicht mag – viele Menschen nutzen zu wenig Schutz, wenn sie sich der Sonnenstrahlung aussetzen. Um zu wissen, wie viel genug ist, gibt es diverse Faustregeln, an denen ihr euch orientieren könnt.
Ein Erwachsener benötigt für den ganzen Körper etwa 35 Milliliter Sonnencreme, damit er ausreichend geschützt ist. Das erklärt unter anderem die Techniker Krankenkasse auf ihrer Website. Das entspreche etwa zwei Schnapsgläsern oder aber – weil vermutlich die wenigsten stets ein Schnapsglas bei sich tragen – einer Handvoll.
Für das Gesicht allein sagt man, wird ungefähr die Menge Sonnenschutz benötigt, die auf einen Teelöffel passt. Da man ebenso wenig wie ein Schnapsglas immer einen Teelöffel bei sich trägt, könnt ihr auch hier die Hand zum Abmessen zur Hilfe nehmen: Die nötige Menge entspricht zwei Fingerlängen (Zeige- und Mittelfinger).
Tipp für euren nächsten Urlaub: Wenn ihr euch wieder einmal fragt, wie viel Sonnencreme ihr mitnehmen solltet, dann zieht die oben genannte Faustregel zu Rate. Eine 200-Milliliter-Flasche Sonnenschutz reicht für etwa sechsmal Eincremen am ganzen Körper. Je nach Urlaub und Aktivität kann das natürlich mehrmals täglich nötig werden.
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Kann Sonnencreme eigentlich ablaufen?
Die Antwort lautet ganz klar: Ja! Und eine Regel, die ihr euch daher immer merken solltet, lautet: neues Jahr, neue Sonnencreme!
Der Grund: „Die Lichtschutzfaktoren sind nach Öffnung eine Saison oder maximal ein Jahr haltbar. Das heißt, wenn ich ein altes Produkt benutze, dann habe ich überhaupt keinen Schutz”, erklärt Dr. Moers-Carpi im Interview.
Video-Tipp: Welche Sonnencreme ist die beste?
Je nach Hauttyp: Welchen Lichtschutzfaktor (LSF) brauche ich?
Welchen Lichtschutzfaktor (LSF) ihr nutzen solltet, hängt von eurem Hauttyp ab, denn „Leute, die helle Haut haben, brauchen höheren Lichtschutzfaktor als jemand der italienischen Typs ist”, erklärt die Dermatologin. Der Grund: Jeder der sechs Hauttypen bringt einen anderen Eigenschutz mit sich – je heller die Haut, desto weniger Eigenschutz.
Und so werden die unterschiedlichen Hauttypen laut Bundesamt für Strahlenschutz definiert:
Hauttyp 1: Sehr helle Haut, helle Augen, rötliches Haar, Sommersprossen. Bräunt nie, bekommt schnell Sonnenbrand. Eigenschutz zehn Minuten.
Hauttyp 2: Helle Haut, blaue, graue, grüne oder braune Augen, blonde bis braune Haare, Sommersprossen. Bräunt kaum, bekommt oft Sonnenbrand. Eigenschutz 20 Minuten.
Hauttyp 3: Helle bis hellbraune Haut, graue oder braune Augen, dunkelblonde bis braune Haare, Sommersprossen sind selten. Bräunt schneller. Eigenschutz 30 Minuten.
Hauttyp 4: Hellbraune bis olivfarbene Haut, braune bis dunkelbraune Augen, dunkelbraunes Haar. Bräunt schnell. Eigenschutz 40 Minuten.
Hauttyp 5: Dunkelbraune Haut, dunkelbraune Augen, dunkelbraunes bis schwarzes Haar. Eigenschutz 50 Minuten.
Hauttyp 6: Dunkelbraune bis schwarze Haut, dunkelbraune Augen, schwarze Haare. Eigenschutz 60 Minuten.
Der Eigenschutz multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor ergibt die Dauer, die ihr in der Sonne verbringen könnt, ohne rot zu werden: Eigenschutz x LSF = effektiver Sonnenschutz. Beispiel: Nutzt ein Mensch mit Hauttyp 1 (Eigenschutz zehn Minuten) einen LSF 50, kann er 500 Minuten in der Sonne bleiben, ohne rot zu werden, denn: 10 x 50 = 500.
Übrigens: Dass ein höherer Lichtschutzfaktor das Braunwerden verhindert, ist ein Mythos und stimmt nicht. Er sorgt lediglich dafür, dass ihr schonender und dafür langanhaltender bräunt.
Wie ist es richtig – erst Sonnencreme oder erst Tagescreme auftragen?
Bei Sonnencreme ist die richtige Grundlage das A und O, wie Dermatologin Dr. Moers-Carpi erklärt: „Es ist unheimlich wichtig, dass man die Haut zuerst eincremt mit Feuchtigkeit, also ohne Lichtschutzfaktor, sodass die Haut gut durchfeuchtet ist, und dann die Sonnencreme, weil dadurch die Lichtschutzfaktoren besser arbeiten können.”
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Kann man verschiedene LSFs kombinieren und den Schutz so erhöhen?
Die Antwort lautet ganz klar: Nein! Dr. Moers-Carpi erklärt im Interview: „Die Creme mit dem Lichtschutzfaktor, die zuerst auf die Haut aufgetragen wird, ist die Creme, die wirkt.”
Bedeutet: Nutzt ihr eine Feuchtigkeitscreme mit LSF 10 oder 15 und gebt dann Sonnencreme mit LSF 50 drüber, würdet ihr dennoch nur mit LSF 10 oder 15 geschützt sein. Nutzt also zuerst eine reine Feuchtigkeitscreme ohne LSF und tragt dann den gewünschten Sonnenschutz auf.
Übrigens: Eure Sonnencreme solltet ihr immer nur pur auftragen und nicht etwa mit Bräunungstropfen „verfeinern”. Dadurch könnte nämlich die Struktur der Sonnencreme kaputtgehen und der Schutz ausgelöscht werden.
Ihr seht: Es ist nicht nur wichtig, DASS man Sonnenschutz aufträgt, sondern auch WIE, um Hautschädigung und im schlimmsten Fall Hautkrebs vorzubeugen.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, Techniker Krankenkasse, Bundesamt für Strahlenschutz
































