NASA erklärt, wie es richtig gehtAchtung! Dieses Sonnenfinsternis-Foto könnte eure Handykamera zerstören

Wer die Sonnenfinsternis auf einem Foto festhalten wil, der sollte ein paar Dinge beachten.
Wer die Sonnenfinsternis auf einem Foto festhalten wil, der sollte ein paar Dinge beachten.
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Wer sein Smartphone noch etwas länger nutzen möchte, sollte das hier lesen.
Wenn sich am 12. August 2026 der Mond vor die Sonne schiebt, werden viele das Himmelsschauspiel mit dem Handy festhalten wollen. Doch die NASA warnt vor Schäden. Wie euer Erinnerungsbild nicht zum teuren Souvenir wird.

Sonnenfinsternis mit dem Handy fotografieren? NASA reagiert auf Social Media

Schnell das Smartphone zücken, Kamera öffnen und draufhalten? Genau darüber machte sich YouTuber Marques Brownlee bereits im April 2024 Gedanken, als eine partielle Sonnenfinsternis über Nord- und Mittelamerika zu sehen war. Auf X fragte er, ob ein Smartphone-Sensor Schaden nehmen könne, wenn die Kamera während einer Sonnenfinsternis direkt auf die Sonne gerichtet wird. Weil er keine eindeutige Antwort gefunden habe, scherzte Brownlee sogar darüber, ein entbehrliches Smartphone im Namen der Wissenschaft selbst dem Test zu unterziehen.

Doch das war gar nich nötig, denn niemand geringeres als die NASA selbst, reagierte auf seinen Post. Die Raumfahrtbehörde habe ihr Fototeam gefragt und kam zu einer klaren Einschätzung: Ja, ein Smartphone-Sensor könne – wie andere Bildsensoren auch – während einer Sonnenfinsternis Schaden nehmen. Besonders riskant sei das, wenn eine zusätzliche Vergrößerungslinse verwendet werde.

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Bei Smartphones hat die NASA einen einfachen Tipp

Für die Smartphone-Kamera empfahl die NASA in ihrer Antwort auf X, beim Fotografieren der Sonne eine Sonnenfinsternisbrille vor die Objektive des Handys zu halten – zusätzlich zu der Schutzbrille auf eurer Nase. Nur während des äußerst kurzen Moments der Totalitätsphase bei einer totalen Sonnenfinsternis könne der Schutz weggelassen werden.

Für Deutschland ist dieser Zusatz entscheidend: Hier wird die Sonnenfinsternis am 12. August ausschließlich partiell zu sehen sein. Eine Phase, in der der Mond die helle Sonnenscheibe vollständig verdeckt, gibt es bei uns also nicht. Die NASA weist für Berlin beispielsweise eine maximale Bedeckung von 85 Prozent aus.

Lese-Tipp: Partielle Sonnenfinsternis über Deutschland – von wo aus ihr das Naturschauspiel am besten sehen könnt

Heißt für eure Handykamera: Wenn ihr die Sonne direkt fotografieren wollt, sollte der von der NASA empfohlene Schutz während des gesamten Ereignisses vor der Smartphone-Linse bleiben.

Bei Kamera, Fernglas und Teleskop gelten strengere Regeln

Ganz wichtig: Der Tipp mit der Sonnenfinsternisbrille bezieht sich auf die von der NASA beantwortete Frage zur Smartphone-Kamera. Er darf nicht einfach auf jede andere Optik übertragen werden.

Wer eine Kamera mit Objektiv, ein Fernglas oder ein Teleskop direkt auf die Sonne richtet, benötigt laut NASA einen dafür vorgesehenen Sonnenfilter, der vorne vor der Optik befestigt wird. Eine Sonnenfinsternisbrille vor den eigenen Augen reicht beim Blick durch ein ungefiltertes optisches Gerät ausdrücklich nicht aus! Das gebündelte Sonnenlicht könne den Filter beschädigen und schwere Augenverletzungen verursachen.

Auch ohne Kamera gilt während der partiellen Sonnenfinsternis: Niemals ungeschützt direkt in die Sonne schauen. Was ihr beim Kauf einer Sonnenfinsternisbrille unbedingt beachten solltet, lest ihr HIER.

Lese-Tipp: Warum kann man bei Sonnenfinsternis eigentlich erblinden?

So gelingen auch mit dem Smartphone besondere Bilder

Habt ihr für den nötigen Schutz gesorgt, braucht es laut NASA übrigens keine Profi-Ausrüstung für schöne Erinnerungsfotos. Auch ein Smartphone kann spannende Bilder liefern.

  • Wer keinen starken Zoom zur Verfügung hat, sollte nicht zwanghaft versuchen, die Sonne möglichst groß aufs Display zu bekommen. Die NASA empfiehlt stattdessen, die Landschaft und die ungewöhnliche Lichtstimmung während der Finsternis mit ins Bild zu nehmen. Ein Stativ stabilisiert die Kamera, ein Selbstauslöser verhindert zusätzlich, dass das Smartphone beim Auslösen verwackelt.

  • Ein besonders schöner Fotoeffekt wartet möglicherweise direkt unter euren Füßen. Scheint das Licht während der Sonnenfinsternis durch kleine Lücken zwischen Baumblättern, wirken diese laut NASA wie natürliche Lochkameras. Auf dem Boden können dann viele kleine Abbilder der teilweise verdeckten Sonne erscheinen.

  • Wer Belichtung oder Fokus seines Smartphones manuell einstellen kann, sollte sich damit nicht erst während der Sonnenfinsternis beschäftigen. Die NASA empfiehlt, die eigene Kamera bereits vorher kennenzulernen und verschiedene Einstellungen auszuprobieren.

Und trotz aller Foto-Pläne gilt: Legt das Smartphone zwischendurch auch ruhig einmal beiseite und erlebt die Sonnenfinsternis durch eure eigenen (geschützten) Augen. Immerhin wird das Himmelsereignis erst wieder im Jahr 2081 in diesem Ausmaß über Deutschland zu beobachten sein.

Verwendete Quelle: X/Marques Brownlee, NASA