Hollywood made in KölnIn dieser geheimen Schule lernen die „Game of Thrones“-Macher von morgen

Hier werden die Effekte den Schülern genaustens beigebracht, alles auf Englisch!
Hier werden die Effekte den Schülern genaustens beigebracht, alles auf Englisch!
PIXL VISN media arts academy

Hollywood fängt schon in Köln an!
Im Herzen der Domstadt werden die Drachen von „Game of Thrones“ zum Leben erweckt, zumindest indirekt. Denn mitten in Köln sitzt mit der PIXL VISN Media Arts Academy eine Schule, die in der internationalen VFX- und Gaming-Branche längst Kultstatus erreicht hat. RTL.de schaute sich die kleine, aber feine Schule mal an, die die Macher von Hollywood entwickelt!

In dieser Schule werden die Macher für Hollywood gemacht

Während viele Deutsche mit dem Begriff „Visual Effects“ wenig anfangen können, arbeiten Absolventen der Kölner Akademie an den größten Produktionen der Welt: „Game of Thrones“, „The Mandalorian“, Netflix-Blockbustern und Hollywood-Filmen. Und hinter diesem Erfolg steckt eine fast filmreife Geschichte.

Der Mann, der heute als Mitgründer einer der weltweit erfolgreichsten 3D- und VFX-Schulen gilt, kam einst als Kind aus Rumänien nach Leverkusen. Andrei Stirbu floh mit seiner Familie nach dem Fall der Ceaușescu-Diktatur zunächst nach Deutschland, später ging es weiter nach Kanada. Dort arbeitete er sich in der Filmindustrie bis zu einer leitenden Chefposition hoch, bei den größten Animationsstudios Kanadas. Heute bildet er in Köln die nächste Generation der Hollywood-Welten-Macher aus.

Andrei Stirbu führt die PIXL VISN Media Arts Academy zusammen mit einem Freund und Geschäftspartner.
Andrei Stirbu führt die PIXL VISN Media Arts Academy zusammen mit einem Freund und Geschäftspartner.
Privat.

Stirbu zu RTL.de: „In dieser Branche zählen keine Zeugnisse, Diplome oder klassische Noten, sondern nur dein Portfolio.“ Deshalb erstellt jeder Student an der Schule sein eigenes sogenanntes „Demo Reel“: ein ein- bis zweiminütiges Kurzvideo mit den besten Arbeiten aus der Ausbildung. Genau mit diesen Demo Reels bewerben sich die Absolventen später bei Studios und Produktionsfirmen in der Branche.” Ob jemand einen Job bei Disney, Netflix, HBO oder anderen internationalen Studios bekommt, entscheidet am Ende vor allem die Qualität dieses Reels.

Und die Rechnung scheint aufzugehen! Die Schule gilt laut internationalen Rankings als eine der besten VFX-Ausbildungsstätten weltweit. Konkurrenz kommt normalerweise aus Kanada oder den USA, allerdings oft zu deutlich höheren Preisen. Während renommierte Schulen in Vancouver laut Stirbu bis zu 50.000 US-Dollar kosten, liegt die Ausbildung in Köln bei rund 23.000 Euro für 18 Monate.

Das sind die Kosten für die Hollywood-Schule

Das klingt zunächst happig, doch die Karrierechancen sind enorm. Schon direkt nach dem Abschluss, also als komplette Berufseinsteiger ohne vorherige Industrieerfahrung, starten viele Absolventen laut Brancheninsider mit rund 36.000 Euro Jahresgehalt. Wer sich in der Branche etabliert, kann später deutlich über 100.000 Euro verdienen. Besonders erfolgreich sind Menschen, die nicht nur kreativ arbeiten, sondern gleichzeitig auch ein starkes technisches Verständnis mitbringen.

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Einige ehemalige Studenten haben es bereits ganz nach oben geschafft. So arbeitet der frühere Absolvent Philipp Willer als Head of Animation an den Drachen aus „Game of Thrones“. Das Besondere: Der Unterricht wird an der Schule ausschließlich von aktiven Profis aus der Industrie durchgeführt. Insgesamt arbeiten 42 Experten an der Akademie. Viele entdecken während des Unterrichts Talente und holen die Studenten später direkt in ihre Produktionen. „Warum sollte ich weltweit suchen, wenn ich die Leute hier schon monatelang kenne?“, erklärt Stirbu das Netzwerk-Prinzip.

Jobs bei Disney, Netflix, HBO sind gefragt

Aktuell zählt die Akademie rund 250 Studenten, die aus aller Welt nach Köln kommen. Der Standort überrascht viele, denn die ganz große Filmindustrie sitzt eigentlich in Los Angeles, Vancouver oder London. Doch genau darin sieht Stirbu die Stärke seiner Schule: internationale Hollywood-Ausbildung mitten in Deutschland.

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Dabei war der Weg nicht immer einfach. Während der Corona-Zeit boomte die Branche durch Streamingdienste wie Netflix oder Apple TV+. Danach sorgten die Hollywood-Autorenstreiks und die Unsicherheit rund um KI für einen massiven Einbruch. Inzwischen erholt sich der Markt aber langsam wieder.

Für Stirbu bleibt die Mission trotzdem klar: „Du gibst jemandem auf einer Messe einen Flyer und ein paar Jahre später arbeitet diese Person bei ‘Game of Thrones’. Das ist ein unglaubliches Gefühl.“ Vielleicht ist genau das der Grund, warum in Köln gerade etwas entsteht, das sonst eher nach Silicon Valley oder Hollywood klingt: eine Talentschmiede für die digitale Traumfabrik der Zukunft.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche