500.000 weitere Covid-19-Tote befürchtet

WHO besorgt: Europa wird wieder zum Epizentrum der Coronapandemie

Vor allem in Europa steigen die Coronazahlen im Moment stark.
Vor allem in Europa steigen die Coronazahlen im Moment stark.
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04. November 2021 - 16:14 Uhr

WHO: Situation wie vor einem Jahr

Der Herbst ist da und die Corona-Zahlen steigen wieder – vor allem in Europa. Das versetzt auch die WHO in Sorge. "Wir befinden uns an einem weiteren kritischen Punkt des Wiederauflebens der Pandemie", sagte Hans Kluge, der Regionaldirektor der WHO Europa. Das derzeitige Tempo der Virus-Übertragungen in den 53 Ländern der WHO-Region Europa sei sehr besorgniserregend. "Europa ist zurück im Epizentrum der Pandemie, wo wir schon vor einem Jahr waren", sagte Kluge auf einer online übertragenen Pressekonferenz.

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Aktuell 59 Prozent aller Coronainfektion in Europa nachgewiesen

Im Laufe der vergangenen vier Wochen habe Europa einen Anstieg der Neuinfektionszahlen um mehr als 55 Prozent gesehen, so Kluge. In der vergangenen Woche seien 59 Prozent aller weltweit nachgewiesenen Corona-Fälle und 48 Prozent aller damit in Verbindung stehenden Todesfälle auf die Region entfallen. Für die Zunahme gebe es zwei Gründe: unzureichende Impfzahlen sowie die Lockerung von Corona-Beschränkungen.

Aus Sicht des WHO-Europadirektors ist nun nicht die Zeit für Selbstgefälligkeit. Wenn sich nichts ändere, rechne die Weltgesundheitsorganisation mit rund 500.000 weiteren Todesfällen bis nächsten Februar. Inzwischen habe man Werkzeuge und Mittel zur Verfügung, um den Schaden für Gemeinschaften und die Gesellschaft zu mildern. Zu diesen Werkzeugen zählte Kluge in erster Linie die Impfstoffe gegen Covid-19.

Impfquoten teilweise sehr niedrig

"Die Impfstoffe retten weiterhin Tausende und Tausende Leben", erklärte Kluge. Die Länder in Europa und Zentralasien befänden sich in ihren Impfkampagnen jedoch in unterschiedlichen Phasen: Durchschnittlich nur 47 Prozent der Menschen in der Region seien bislang vollständig geimpft - und während acht Länder auf über 70 Prozent kämen, liege die Quote anderswo bei unter 10 Prozent.

Die in Kopenhagen ansässige WHO Europa zählt 53 Länder zur europäischen Region. Darunter sind neben der EU auch östlichere Teile des Kontinents wie Russland, die Ukraine und die Türkei. Allein in Deutschland wurden am Donnerstag (4. November) 33.949 neue Corona-Fälle gemeldet. Das ist der höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie. (dpa/jgr)