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Wettkampf mit China? G7 wollen Seidenstraßen-Projekt kontern - 600 Milliarden Dollar-Programm angekündigt

Gigantische Infrastruktur-Investitionen

G7 wollen 600 Milliarden Euro für Entwicklungsländer geben

So lief der erste Tag beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau Ukraine-Krieg das überragende Thema
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Ukraine-Krieg das überragende Thema
So lief der erste Tag beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau

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Die G7-Staaten wollen mit einer unfassbaren Geldsumme Ländern in aller Welt helfen, sich zu entwickeln. Insgesamt haben die Staats- und Regierungschefs weltweite Infrastruktur-Investitionen in Höhe von 600 Milliarden Dollar angekündigt. Das Geld dürfte auch dazu dienen, die Position des Westens in der Welt wieder zu verbessern.

Wettkampf mit China? G7 wollen Seidenstraßen-Projekt kontern

Sowohl Kanzler Scholz, als auch Präsident Biden und EU-Chefin von der Leyen betonten, dass die Demokratien Entwicklungsländern damit ein neues Angebot für eine engere Zusammenarbeit machen wollten. Die G7 hatten ein solches Projekt bereits im vergangenen Jahr verabredet, aber nicht mit Summen hinterlegt. Die Initiative soll auch Chinas Seidenstraßen-Projekt kontern helfen, mit dem die kommunistische Regierung durch Kreditvergaben und Infrastrukturprojekte Länder an sich binden will.

"Es liegt an uns, der Welt einen positiven und starken Investitionsimpuls zu geben, um unseren Partnern in den Entwicklungsländern zu zeigen, dass sie eine Wahl haben und dass wir uns solidarisch engagieren wollen, um ihren Entwicklungsbedarf zu decken", sagte von der Leyen in Anspielung auf China. Auch andere G7-Regierungschefs betonten, dass der Westen bessere Angebote für eine Zusammenarbeit machen könne.

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G7 führen Debatte um Preisobergrenze für den Einkauf russischen Öls

Die wichtigsten westlichen Industrieländer hatten zu Beginn ihres Treffen am Sonntag zunächst über die weltwirtschaftliche Lage diskutiert. Scholz betonte, dass sich alle Sorgen über die verschiedenen Krisen wie explodierende Energiepreise und Inflation machten. Zum G7-Kreis gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen kreiste die Debatte auch um die strittigen Fragen einer Preisobergrenze für den Einkauf russischen Öls sowie darum, ob sich die G7-Staaten vorübergehend doch wieder für Investitionen in die Erschließung fossiler Energien wie etwa von Gasfeldern aussprechen sollen. Italiens Ministerpräsident Mario Draghi befürwortete solche Investitionen, wenn in Entwicklungsländern gleichzeitig in Erneuerbare Energien investiert werde. Zudem müssten neue Investitionen in Gasinfrastruktur, später für eine Nutzung von Wasserstoff genutzt werden können.

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