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Wer hat mich getötet? Sedar (†13) sucht seinen Mörder - per Polizei-Deepfake-Video!

Mittels Deepfake-Technologie zum Leben erweckt

Wer hat mich getötet? Sedar (†13) sucht seinen Mörder - per Video!

Neue Technologie soll bei der Überführung des Täters helfen Wer hat mich getötet?
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Wer hat mich getötet?
Neue Technologie soll bei der Überführung des Täters helfen

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Sedar Soares läuft über einen Fußballplatz. Der 13-Jährige trägt einen blauen Trainingsanzug, hat einen Fußball im Arm. Dann fängt eine weibliche Stimme an zu sprechen. Sie erzählt Sedars Geschichte – denn der Junge lebt nicht mehr. Er starb bereits 2003. Nun möchte die Polizei mit einer neuen Videotechnik erneut auf den Fall aufmerksam machen und erhofft sich endlich einen entscheidenden Hinweis. Sehen Sie hier das ergreifende Video.

Fall erschüttert Niederlande

Der emotional aufwühlende Fall erschütterte 2003 die Niederlande. Der damals 13-Jährige wird in Rotterdam erschossen. Die Polizei geht jahrelang davon aus, der Täter sei ein Autofahrer gewesen, der wütend geworden sei, als Soares mit Freunden Schneebälle auf Autos geworfen habe. Doch jetzt die Wende: Mittlerweile nehmen die Behörden an, Sedar sei ein zufälliges Opfer eines schiefgegangenen Betrugsversuchs. Doch von den Tätern fehlt nach wie vor jede Spur.

Daher der Aufruf mittels „Deepfake“-Technologie. So nennt man Videos, Bilder oder Audio-Dateien, die mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz produziert wurden. Bei einem guten Deepfake ist kaum zu erkennen, ob die Person im Video echt ist oder nicht. „Es ist eine Weltpremiere“, sagt der Polizeiexperte Daan Annegarn.

Familie hofft auf Abschluss der Geschichte

Im Video zu sehen sind Familie, Freunde, Lehrer und Trainer. Denn alle sind nach wie vor getroffen von der schrecklichen Tat: „Er wollte Profifußballer werden“, erzählt seine Schwester Janet im Film. „Der Traum ist weg.“ Die Familie will endlich die Wahrheit erfahren. Dafür sei ihr Bruder „speziell für diesen Film zum Leben erweckt worden“. Und dann appellieren Janet und Sedar gemeinsam: „Weißt du mehr? Dann sprich jetzt.“

Polizeiexperte Annegarn betont, dass das Video gemeinsam mit der Familie entwickelt worden sei. „Wir sind davon überzeugt, dass es auch im kriminellem Umfeld Menschen berühren kann. Dass Zeugen und vielleicht der Täter sich melden werden.“ Für die Familie würde es endlich einen Abschluss bedeuten. (eon mit dpa)