Altkanzler wettert gegen Außenministerin

Schröder wirft Baerbock Provokation Russlands vor

Schröder kritisiert Ukraine
Der Altkanzler wettert gegen die Außenministerin, hat aber auch Lob für sie übrig.
deutsche presse agentur

Altkanzler teilt gegen Baerbock aus

Gerhard Schröder ist für seine Nähe zu Russland bekannt. Jetzt hat der Altkanzler Außenministerin Annalena Baerbock in seinem Podcast „Agenda“ kritisiert. Sein Vorwurf: Baerbock habe Russland provozieren wollen. Aber was genau hat den Altkanzler da eigentlich auf die Palme gebracht?

+++ Alles zur Ukraine-Krise finden Sie hier +++

"Eine kleine Provokation"

Der Grund: Der Reiseplan der Grünen-Außenministerin. Die war Anfang Januar zuerst zu ihrem Antrittsbesuch nach Kiew gereist und dann von dort weiter nach Moskau, wo sie Außenminister Sergej Lawrow traf. In seinem Podcast nennt Schröder das „eine kleine Provokation Russlands.“ Schröder weiter: „Ich habe mich gewundert, dass man Russland besucht und vorher in Kiew ist. Na gut, das haben die Russen wohl hingenommen“, sagt Schröder. „Ich hoffe, dass dieses Modell beim China-Besuch nicht wiederholt wird - woher auch immer dann die Reise kommt.“ Dennoch hat er auch Lob für Baerbock übrig.

Lese-Tipp: DAS müssen Sie über den Ukraine-Russland-Konflikt wissen!

Nein zu Waffenlieferungen "respektabel"

Zum Beispiel das klare Nein Baerbocks zu Waffenlieferungen an die Ukraine bei der Reise. Das sei „respektabel“ gewesen. Insgesamt könne er „keinen großen Fehler“ der Grünen-Politikerin bei der Reise erkennen, „mit Ausnahme der Tatsache, dass man die kleine Provokation, über Kiew nach Russland zu fliegen, vielleicht hätte vermeiden können“, sagt der frühere SPD-Vorsitzende und will eine weitere Spitze gegen Baerbock nicht vermeiden: „Aber nun gut, das ist eben eine Stilfrage.“

HANDOUT - 18.01.2022, Russland, Moskau: Sergei Lawrow (r), Außenminister von Russland, und Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesaußenministerin von Deutschland, verlassen nach einer gemeinsamen Pressekonferenz nach ihren Gesprächen in Mos
Außenministerin Annalena Baerbock im Gespräch mit dem russichen Außenminister Lawrow.
AZ mbu, dpa, -
Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Schröder will nicht vermitteln

Schröder wurde in dem Podcast-Interview mit seinem früheren Regierungssprecher Béla Anda auch gefragt, ob er angesichts seiner Freundschaft zum russischen Präsidenten Wladimir Putin bereit sei, in dem Ukraine-Konflikt zu vermitteln. Dafür gebe es den US-Präsidenten, den französischen Präsidenten und den Bundeskanzler, antwortete Schröder. „Da kann jemand, der durchaus über persönliche Beziehungen verfügt, aber nicht wirklich helfen. Das müssen die Verantwortlichen schon selber leisten, sonst kann das nichts werden.“

Dennoch macht er keinen Hehl daraus, auf welcher Seite er in diesem Konflikt eher steht. "Ich hoffe sehr, dass man endlich auch das Säbelrasseln in der Ukraine wirklich einstellt", sagte Schröder im Podcast". "Denn was ich dort vernehmen muss, auch an Schuldzuweisungen an Deutschland, wegen der ja vernünftigen Absage an Waffenlieferungen, das schlägt manchmal doch dem Fass den Boden aus."

Mit Putin befreundet

Schröder ist seit seiner Zeit als Bundeskanzler (1998 bis 2005) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin befreundet. Er ist Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Nord Stream AG und Präsident des Verwaltungsrats bei der Nord Stream 2 AG. Beide Gasleitungen unter der Ostsee verbinden Russland und Deutschland. (xst, dpa)

Politik & Wirtschaftsnews, Service und Interviews finden Sie hier in der Videoplaylist

Playlist: 30 Videos

Spannende Dokus und mehr

Sie lieben spannende Dokumentationen und Hintergrund-Reportagen? Dann sind Sie bei RTL+ genau richtig: Ob zu Angela Merkel, zu Corona oder zu den Hintergründen zum Anschlag vom Breitscheidplatz – bei RTL+ finden Sie die richtige Reportage für Sie.