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Ukraine-Konflikt

2014 entstand ein bewaffneter Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, auch bekannt als Ukraine-Konflikt, der bis heute andauert.

Ukraine-Konflikt Istockphoto

Der Ukraine-Konflikt bezeichnet einen seit 2014 andauernden politischen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Die Krise begann im Februar 2014 mit dem Sturz des Präsidenten Viktor Janukowitsch, der demokratisch gewählt wurde. Nachdem er überraschend ein Abkommen seitens der EU ablehnte, wuchs der Druck außerhalb und innerhalb der Bevölkerung stark an, sodass er durch großflächige Proteste gestürzt wurde und nach Russland emigrierte. Dieser Sturz löste vor allem bei den Großmächten eine Reaktion aus. Während der Westen die Demokratie als Sieger sah und hoffte, eine pro-westlichere Regierung unterstützen zu können, fühlte sich Russland provoziert.

Russland oder Ukraine - Wem gehört die Krim?

Als Reaktion auf die neue provisorische Regierung kam es auf der Halbinsel Krim zu Auseinandersetzungen von Befürwortern und Gegnern. Ein umstrittenes Referendum wurde abgehalten, in dem die Mehrheit der Krim-Bewohner für einen Anschluss an Russland stimmte.

Zuvor hatte der russische Staatspräsident Wladimir Putin Soldaten auf der Halbinsel stationiert, um ethnische Russen schützen zu können. Die USA und die EU bezeichneten die Intervention als eine Annexion der Krim und als einen Bruch des Völkerrechts, sodass politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland verhängt wurden.

Waffenruhe und Minsker Abkommen

Russland rüstete außerdem die Separatisten mit Waffen aus und unterstütze sie finanziell. So entwickelte sich in der Ukraine eine Art Stellvertreter-Krieg zwischen dem Westen und Russland. Nach vielen blutigen Kämpfen und schweren Spannungen zwischen beiden Lagern kam es schließlich im September 2014 zum Minsker Abkommen, das eine umfassende Waffenruhe und die Einrichtung einer Pufferzone enthielt. Dadurch und durch anschließende Gespräche im Jahr 2015 konnten die Spannungen verringert werden, allerdings herrscht immer noch Unruhe im Land, insbesondere in den östlichen Teilen.

Entwicklung im Osten der Ukraine seit 2014

Seit der Übernahme der Krim 2014 herrscht noch immer kein Frieden im Osten der Ukraine. Immer wieder gibt es bewaffnete Konflikte zwischen ukrainischen Soldaten und pro-russischen Separatisten. Die ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk stehen seither quasi unter russischer Kontrolle.

Im April 2021 spannte sich die Lage an der östlichen Grenze der Ukraine zu Russland weiter an. Rund 100.000 russische Soldaten versammelte Russland dort. Eine zunächst militärische Drohung Russlands gegen das unter Präsident Wolodymyr Selenskyj pro-europäisch ausgerichtete Land. Die Ukraine wünschte sich Unterstützung aus dem Westen. Die EU und die USA setzten allerdings weiterhin auf diplomatische Lösungen, um einen Krieg zu verhindern. Der russische Präsident Putin sieht in der Unterstützung des Westens für die Ukraine eine Osterweiterung der Nato an. Die Ukraine will sich dem Bündnis anschließen. Putin will aber verhindern, dass sich weitere ehemalige sowjetische Gebiete Richtung Westen wenden.

Krieg in Europa: Russland greift Ukraine im Februar 2022 an

Am 21. Februar 2022 eskalierte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine weiter. Wladimir Putin erkannte die in der Ostukraine gelegenen Gebiete Donezk und Lugansk, die seit 2014 unter der Kontrolle prorussischer Separatisten liegen, als unabhängig an. In der Nacht zum 24. Februar 2022 folgte dann der nächste militärische Schritt. Russland drang mit Streitkräften von mehreren Seiten auf ukrainisches Gebiet vor. Die Kämpfe dauern an.

Die USA sowie die Mitgliedsstaaten der EU und der Nato reagierten auf den russischen Angriff bestürzt und leiteten scharfe wirtschaftliche Sanktionen ein, die Russland schwächen sollen. Hunderttausende Ukrainer sind auf der Flucht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sein Land weiter gegen Russland verteidigen und hofft auf weitreichende Unterstützung seitens des Westens. Außerdem will er mit der Ukraine der EU beitreten.

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