Ein Hype, der nicht high macht

Was können Hanfprodukte wirklich?

29. August 2019 - 12:36 Uhr

Hanf liegt voll im Trend

Die Hanfpflanze ist im Kommen, aber nicht als berauschende Droge, sondern als Cannabidiol (CBD). Diesen Inhaltsstoff gibt es zum Beispiel in Schokolade, Bonbons, Gesichtscreme oder Tropfen. Wie die Produkte aussehen und welche erstaunliche Wirkung CBD haben soll, zeigen wir im Video.

Hanfanbau ist eigentlich verboten

Landwirt Jan Heißmann aus Hamburg-Harburg erntet mit seinem Hanffeld regelmäßig verwunderte Blicke von Spaziergängern, denn eigentlich ist das Anbauen von Hanf nämlich verboten. Bei den Pflanzen von Heißmann geht es allerdings um den Inhaltsstoff CBD, Cannabidiol. Daraus fertigen große Produzenten CBD-haltige Produkte, wie zum Beispiel Hanföl oder auch Süßigkeiten wie Jelly Beans.

Die Pflanzen von Bauer Heißmann enthalten kein THC (Tetrahydrocannabinol), also den Stoff, der Cannabis seine rauschhafte Wirkung verleiht. Deshalb wurde ihm der Hanfanbau von den Behörden genehmigt. "Hanf ist immer im Verruf und das Gute kennt eigentlich keiner", erklärt der Landwirt. CBD ist allerdings nicht unumstritten.

Was geht mit Hanf?

Die Pflanze ist vielfältig einsetzbar: Sie lässt sich nicht nur zu Kosmetika oder Nahrungsmitteln verarbeiten, sondern kann zum Beispiel auch als Dämmmaterial genutzt oder als Einstreu für Pferde verwendet werden, die durch Hanf ein schöneres Fell bekommen und ruhiger werden sollen. Auch in Sachen Klimaschutz kann Hanf einiges: "Ein Hektar Hanf hat die gleiche CO2-Bindung wie ein Hektar Wald", schwärmt der Hamburger Hanf-Unternehmer Siegfried Weckler. Er betreibt gemeinsam mit Landwirt Jan Heißmann das derzeit erste Hanffeld in Hamburg.

Die beiden sind begeistert davon, wie unkompliziert der Hanfanbau ist. Die Pflanze schützt sich selbst gut vor Unkraut, so dass sie das Feld nicht spritzen müssen. So seien auf ihrem Hanffeld mehr Insekten und Schmetterlinge unterwegs als auf anderen Feldern.

CBD-Produkte - Nahrungsergänzungsmittel oder Medikament?

Obwohol sich Hanfprodukte mit CBD größter Beliebtheit erfreuen, reagiert der Handel unentschlossen, da sich die EU gerade an neuen Richtlinen hinsichtlich der Einordung von CBD-Produkten beraten muss. So nahm die Drogerieketten dm und Rossmann zeitweilig Waren mit CBD aus dem Sortiment.