Seine Opfer waren jung und besonders verletzlich! Der „White Tiger”-Prozess beginnt – warum es so schwer wird, ihn zu verurteilen

von Konstantin Julius Schmitt

Der „White Tiger” war kaum älter als seine Opfer selbst!
Er soll Kinder und Jugendliche dazu überredet haben, sich selbst zu töten. Ein 13-Jähriger starb. Nun steht der „White Tiger” vor Gericht. Im Video haben wir den schockierenden Fall noch einmal für euch zusammengefasst. Dort erklären wir auch, warum es schwer werden könnte, den Angeklagten zur Rechenschaft zu ziehen.

Dem „White Tiger” werden mehr als 200 Straftaten vorgeworfen

Vor dem Landgericht Hamburg muss sich ab Freitag (9. Januar) der unter seinem Foren-Namen bekanntgewordene mutmaßliche Pädokriminelle „White Tiger” verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 21-jährigen Deutsch-Iraner mehr als 200 Straftaten vor, darunter einen vollendeten und fünf versuchte Morde – mittelbar begangen im Internet.

Als Opfer werden über 30 Kinder und Jugendliche unter anderem aus Deutschland, England, Kanada und den USA benannt. Eine junge Finnin wurde als Nebenklägerin zugelassen.

Lese-Tipp: Hat „White Tiger“ eine 13-Jährige angestiftet, ihre kleine Schwester zu töten?

RTL+-Streaming-Tipp: Der „White Tiger”-Podcast

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White Tiger
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Tim ist tot. Er hat sich erhängt, auf dem Hinterhof eines Supermarkts im US-Bundesstaat Washington. Tim wurde nur 13 Jahre alt. In den letzten Minuten seines Lebens war er nicht allein: 8.000 Kilometer entfernt verfolgte ein Mann in Hamburg den Todeskampf des Jungen live auf seinem Handy. Nicht zufällig, sondern von langer Hand geplant. Die Staatsanwaltschaft erhebt deshalb Anklage wegen Mordes gegen den Mann, der sich im Internet „White Tiger“ nannte.

Die BILD-Reporter Jan-Henrik Dobers und Kai Feldhaus erzählen in diesem Podcast von ihren Recherchen und Gesprächen, die von Hamburg über Finnland bis in die USA führten. Und in die Abgründe der menschlichen Seele. Sie sprechen mit Ermittlern und Psychologen, mit der Familie des Täters und - als einziges Medium weltweit - auch mit den Eltern des verstorbenen Jungen. Um zu dokumentieren: Das hier ist ein Fall, der uns alle angeht. Weil es jeden treffen kann. Denn das Böse bittet nicht höflich um Einlass. Es schleicht sich durch die Hintertür in die Zimmer unserer Kinder.

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82 Verhandlungstermine bis Dezember 2026

Der Angeklagte, der Kopf einer internationalen Gruppe von Cyberkriminellen gewesen sein soll, soll die Taten zwischen Januar 2021 und September 2023 begangen haben. Da er damals selbst noch Jugendlicher oder Heranwachsender war, findet die Verhandlung vor einer Jugendkammer der Großen Strafkammer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der 21-Jährige war Mitte Juni vergangenen Jahres in der elterlichen Wohnung in Hamburg festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Insgesamt sind für die Verhandlung bis Dezember 82 Verhandlungstermine anberaumt. (mit dpa/vho)

Verwendete Quellen: dpa, eigene RTL-Recherche