Vorsicht, bissig!

3 Gründe, warum ein Hund nach Ihnen schnappt

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Hund zuschnappt. Meistens passiert das jedoch nicht aus reines Boshaftigkeit.
Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Hund zuschnappt. Meistens passiert das jedoch nicht aus reines Boshaftigkeit.
© Piotr Wawrzyniuk, iStock

17. Oktober 2021 - 12:54 Uhr

Boshaftigkeit ist nicht der treibende Faktor

Selbst beim kleinsten und süßesten Hund kann es dazu kommen, dass er auf einmal seine Zähne zeigt und anfängt zu schnappen. Aber wodurch kommt das? Liegt dieses Verhalten manchen Rassen einfach in den Genen oder hat vielleicht sogar das Herrchen oder Frauchen selbst schuld?

Mögliche Gründe gibt es einige. Aber eins kann man fast mit Sicherheit sagen: Es ist nicht schlichtweg Boshaftigkeit, die einen Vierbeiner zu einem solchen Verhalten treibt.

1. Ich will doch nur spielen...

Hundewelpen können manchmal ganz schön wild sein. Sie wollen nur spielen, aber unterschätzen dabei schnell mal die eigene Kraft oder die eigenen Beißerchen. Innerhalb ihres Rudels, z.B. beim Spiel mit den Geschwistern, ist das auch nicht weiter schlimm.

Wenn ein Welpe dann aber irgendwann in ein neues Umfeld, in seine neue Familie kommt, dann müssen die Verhältnisse erst mal neu geklärt werden. Es kann dann durchaus passieren, dass der Welpe auch hier im Spiel seine Zähne nutzt, was im Gegensatz zum Spiel mit den tierischen Geschwistern nicht geduldet werden sollte.

Hundetrainer Sebastian Marx warnt im Gespräch mit RTL sogar davor, seinem Hund durch vermeintlich süße Spielchen falsche Signale zu senden. So sollte man auf keinen Fall mit seinen Händen spielen. Dadurch würde man dem Hund nämlich beibringen, dass es vollkommen in Ordnung sei, wenn er zuschnappt.

2. Oh, dadurch bekomme ich Aufmerksamkeit!

Ein weiterer Faktor, der das Zuschnappen begünstigt, sei ein Belohnungs-Problem. Und zwar das, der negativen Belohnung, so der Hundetrainer. Automatisch erhält ein Hund, der seine Beißerchen einsetzt, Aufmerksamkeit, da das menschliche Gegenüber sich natürlich wehren möchte. Wenn man diesem Verhalten nicht rechtzeitig Einhalt gebietet, kann sich allerdings ein durchaus problematisches Verhalten manifestieren.

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3. Halt, Stopp, das geht mir zu weit

Kennen Sie das nicht auch? Sei es in der Stadt oder in der S-Bahn. Ein fremder Mensch kommt Ihnen zu nah. Durch eine distanzierte Körperreaktion und ein höfliches Bitten möchten Sie den Fremden auf Abstand halten. Nichts anderes möchte ein Hund erreichen, wenn er mit einem Schnappen darauf aufmerksam macht, dass man die von ihm gewünschte Distanz nicht respektiert. Aber man sollte wissen, dass der Hund in der Regel schon im Vorfeld Signale gesendet hat, um zu zeigen, dass man dabei ist, seine Grenze zu überschreiten. Denn wie der Experte erklärt, sei das Zuschnappen als letzte Instanz zu sehen.

Sebastian Marx sagt, dass in einer solchen Situation der Verteidigungsinstinkt des Hundes einsetzt. Besonders gegenüber Kindern würde sich dieser zeigen, da die die Körpersignale des Vierbeiners erst recht nicht deuten können.

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Auf jeden Fall besteht Trainingsbedarf

Auch wenn es verschiedene Gründe für das Zuschnappen geben kann, Handlungsbedarf besteht in jedem Fall. Es darf sich nicht zu einem neuen Normalzustand entwickeln, dass der Vierbeiner sich durch Schnappen oder gar Beißen zu helfen versucht.

Aber nicht nur der Hund muss im Training ein neues Verhalten erlernen, durch das er seinen Standpunkt in Zukunft klar machen kann. Auch Herrchen und Frauchen müssen im Training mit ihrem Vierbeiner lernen, was bestimmte Signale des Tieres bedeuten.

Es ist bei den geliebten Vierbeinern also nichts anderes als mit unseren menschlichen Mitbewohnern: Kommunikation, Verständnis und ein bewusster Umgang miteinander ist der Schlüssel zu einem gelungenen Zusammenleben. (vho)