- Anzeige -

HundeerziehungHunde haben ihren eigenen Kopf und das macht ihre Erziehung nicht gerade einfach. Wir haben hilfreiche Tipps und Tricks für euch und euren Vierbeiner!

hundeerziehung-t15554
Die Verhaltensbiologin vom Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) Ariane Ullrich zeigt am 26.03.2014 in Zossen (Brandenburg) einen für das Clickertraining verwendeten Knackfrosch, der in ihren Händen liegt Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
picture alliance / dpa Themendienst | Klaus-Dietmar Gabbert

Die wichtigsten Grundlagen einer gelingenden Hundeerziehung

Das A und O für eine gelingende Hundeerziehung ist das Vertrauen zwischen Mensch und Hund. Noch bevor die eigentliche Erziehung anfängt, solltet ihr an einer starken Bindung zu eurem Vierbeiner arbeiten. Das bedeutet nicht, dass ihr euren Hund mit Leckerlies überschütten sollt. Es geht viel mehr um Sicherheit, Akzeptanz, Respekt und Geborgenheit. So stärkt ihr die Bindung zu eurem Hund:

  • Stellt die Grundversorgung des Hundes sicher. Dazu zählen Futter und Wasser, tägliches Gassigehen, soziale Kontakte und die medizinische Versorgung.

  • Habt Geduld: Insbesondere kurz nachdem der Hund bei euch eingezogen ist, solltet ihr ihm genügend Zeit zum Eingewöhnen geben.

  • Haltet Augenkontakt mit eurem Hund, um ihm zu zeigen, dass ihr ihn wahrnehmt. Dabei solltet ihr darauf achten, nicht zu starren – das ist in der Hundewelt ein Zeichen von Aggressivität.

  • Hunde sind Rudeltiere, daher ist ein bewusstes Zeitverbringen mit dem Hund beispielsweise durch gemeinsames Spielen oder Entspannen bindungsfördernd.

  • Seid beständig: Die Bindung zum Hund und auch die Hundeerziehung sind ein fortlaufende Prozesse.

Um eine erfolgreiche Hundeerziehung zu ermöglichen, ist neben einer guten Bindung zwischen Mensch und Hund auch eine funktionierende Kommunikation wichtig. Hunde deuten die Körpersprache, die Mimik und die verbale Sprache eines Menschen. Stimmen diese Anhaltspunkte überein, ist es für den Hund leichter zu verstehen, was genau ihr von ihm wollt. Hinweis: Hunde achten dabei stärker auf die Körpersprache eines Menschen, da die Kommunikation unter Hunden auch auf Körpersprache basiert.

Hundeschule: Ja oder Nein?

Es steht euch frei, ob ihr mit eurem Hund eine Hundeschule besucht oder ihn zu Hause erzieht. Insofern ihr über ausreichend Erfahrung verfügt und euer Hund keine Verhaltensauffälligkeiten zeigt, ist eine ausschließliche Erziehung zu Hause möglich. Es lässt sich jedoch nicht pauschal sagen, dass erfahrene Hundehalter auch ohne Hundeschule auskommen. Ähnlich wie wir Menschen haben auch Hunde unterschiedliche Charaktere und Temperamente, daher solltet ihr auf euer Bauchgefühl hören. Ein Vorteil von Hundeschulen: die Hunde genießen nicht nur eine gute Erziehung, sondern werden auch gut sozialisiert. Das heißt, sie erlernen nicht nur den Umgang mit Menschen, sondern auch einen guten Kontakt zu Artgenossen.

Das sind die wichtigsten Grundkommandos für Hunde

Die Hundeerziehung hat zum Ziel, dass Mensch und Hund möglichst ohne Konflikte zusammenleben können. Durch die Erziehung eines Hundes kann er sich optimal in die menschliche Gesellschaft integrieren und wird befähigt, die an ihn gestellten Anforderungen bezüglich seines Verhaltens zu erfüllen. Sollte es sich bei eurem Hund also um keinen Dienst- oder Gebrauchshund handeln (die eine spezielle Ausbildung erhalten), gibt es eine Reihe an Grundkommandos, die euer Hund idealerweise beherrschen sollte. Hier ist ein Überblick über die wichtigsten Grundkommandos in der Hundeerziehung:

  • Das Kommando „Sitz“ soll den Hund in verschiedensten Situationen zur Ruhe bringen.

  • „Platz“ bietet noch mehr Entspannung und Zeit zum Einwirken. Tipp: Führen Sie Ihren Hund aus „Sitz“ einfach ins Kommando „Platz“.

  • Bei „Bleib“ soll der Hund an einem bestimmten Ort verweilen. Meist wird dieses Kommando mit den Ruhepositionen „Sitz“ oder „Platz“ kombiniert.

  • „Nein“ / „Aus“ erklärt Gegenstände oder Verhaltensweisen zum Tabu.

  • „Hier“ ermöglicht einen zuverlässigen Rückruf. Das Kommando dient zum Schutz für Mensch und Tier und ermöglicht den Freilauf des Hundes.

  • Mit „Bei Fuß“ erreicht ihr, dass der Hund entspannt neben euch läuft, sei es mit oder ohne Leine. Besonders an Straßen und in Menschenmengen hilft dieses Kommando ungemein.

Grundsätzlich gilt: Die Hundeerziehung ist ein fortlaufender Prozess, der immer und überall stattfindet. Sei es zu Hause, in der Öffentlichkeit, im Urlaub oder am Wochenende – zeigt euer Hund unerwünschtes Fehlverhalten, gilt es, dieses zu korrigieren.

Die vier besten Hilfsmittel für eine erfolgreiche Hundeerziehung

Die Kommunikation zwischen Mensch und Hund kann über die Körpersprache, Mimik und Stimme hinaus durch Hilfsmittel erleichtert werden. Eine gelingende Hundeerziehung ist zwar auch ohne die kleinen Belohnungen möglich, jedoch können Leckerlies die Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft eines Hundes verstärken. Bitte achtet darauf, die Leckerlies sparsam einzusetzen, sonst kann es schnell zur Gewichtszunahme des Hundes kommen. Eine Alternative zu den Leckerlies können Spielzeuge sein. Hunde, die gerne jagen oder spielen, können mit einem Ball oder Dummy nach erfolgreicher Durchführung eines Kommandos belohnt werden.

Um Kommandos eindeutig und kurz zu kommunizieren, hilft eine Pfeife. Je nach Tonintensität und -länge kann man dem Hund unterschiedliche Kommandos mithilfe der Pfeife befehlen. Der Pfiff hat eine höhere Reichweite und spart Hundehaltern insbesondere draußen laute Rufe. Für die Belohnung eines Hundes kann der Klicker eingesetzt werden, der ein sehr neutrales und hilfreiches Mittel in der Hundeerziehung darstellt. Mit einem Klick bekommt der Hund gutes Verhalten bestätigt, ohne große Worte und Gesten. Um sowohl Mensch als auch Hund an den Klicker zu gewöhnen, bietet es sich an, das Klickgeräusch in den ersten beiden Trainingswochen mit einem lobenden Wort wie „Fein“ zu unterstützen. Hat der Hund den Klick als Belohnung verinnerlicht, reicht der Klick langfristig aus.

- Anzeige -