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Hundegesundheit

Der RTL-Hunde-Gesundheitscheck: Wir haben die besten Tipps zum Erhalt der Gesundheit Ihres Hundes und Infos rund um verschiedene Hundekrankheiten und Symptome.

Hundegesundheit picture alliance / imageBROKER | Sabine Schürhagel

Zähne, Ohren, Augen: Krankheitssymptome frühzeitig erkennen

Um die Gesundheit des eigenen Vierbeiners zu fördern, reicht nicht nur das richtige Futter aus. Es bedarf auch der gründlichen Pflege, Vorsorge und Betreuung. Da man Hunden Schmerzen oder Unwohlsein oft nur schwer anmerkt, ist die besondere Aufmerksamkeit der Hundehalter nötig. Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie bei Ihrem Haustier besonders achten sollten.

Eine regelmäßige Kontrolle der Zähne und des Zahnfleisches des Hundes ist sehr wichtig. Oft erkennt man hier erste Anzeichen einiger Erkrankungen. Die Zähne sollten weitestgehend frei von Zahnstein sein, das Zahnfleisch sollte keine Verletzungen vorweisen und leicht rosa schimmern. Sollte der Ton des Zahnfleisches variieren, zum Beispiel verblassen, könnte ein Nährstoffmangel der Grund sein. Um die Mundhygiene des Hundes zu fördern, gibt es spezielle Hundezahnbürsten und -zahncremes oder Kauartikel, die Zahnstein vorbeugen.

Ein weiterer Anhaltspunkt, um sich ein Bild über den Gesundheitszustand des Hundes zu machen, sind die Augen. Ist der Blick klar? Reagieren die Augen gleichmäßig auf Licht und Dunkelheit? Tränende Augen könnten ein Symptom für eine Bindehautentzündung sein. Sind die Augen gerötet oder sehr trüb, sollten Sie mit Ihrem Hund zum Tierarzt.

Werfen Sie darüber hinaus einen regelmäßigen Blick auf die Ohren Ihres Hundes. Sollten die Ohren verschmutzt sein, können Sie die Ohrmuscheln vorsichtig mit einem feuchten Tuch oder Wattepad reinigen. Sollte sich der Hund übermäßig oft am Ohr kratzen, häufiger den Kopf schütteln oder ihn schief halten, könnte das auf eine Ohrentzündung hinweisen. Dunkler Ohrenschmalz kann ein Zeichen eines Milbenbefalls sein, bei dem Sie dringend einen Tierarzt aufsuchen sollten.

Hundefell, Pfoten und Gewicht: erste Krankheitsanzeichen erkennen

Auch das Hundefell lässt auf die Gesundheit des Tieres schließen. Das Fell sollte leicht glänzen und keine kahlen Stellen aufweisen. Durch eine regelmäßige Kontrolle des Hundefells können Sie Zecken, Flöhe, Parasiten, kahle Stellen oder Rötungen frühzeitig erkennen und behandeln. Ein stumpfes Fell oder Schuppen können auf eine Allergie oder Futterunverträglichkeit hinweisen.

Darüber hinaus sollten Sie regelmäßig die Pfoten und Krallen auf Fremdkörper oder Risse kontrollieren. Insbesondere nach Spaziergängen auf schmutzigen Wegen oder Gehwegen mit Streusalz lohnt sich ein Blick auf die Unterseite der Pfote. Zu lange Krallen können Hunde beim Laufen beeinträchtigen, daher lohnt sich auch hier ein genauer Blick. Ebenso wie beim Menschen sollte man das Gewicht des Hundes im Blick behalten. Ein Leckerli hier, ein Stück Wurst dort – häufig meint man es zu gut und das führt bei Hunden schnell zu Übergewicht. Haben Sie daher ein Auge auf das Gewicht Ihres Hundes, denn sowohl Über- als auch Untergewicht können gesundheitsschädlich sein.

Weitere Auffälligkeiten, die Anzeichen einer Erkrankung sein könnten, sind unter anderem plötzlich auftretende Aggressivität, ein merkwürdiges Fress- und Trinkverhalten und außergewöhnlich viel Schlaf.

Impfempfehlungen für Hunde

Laut der „Leitlinie zur Impfung von Kleintieren“ (StIKo Vet.) sind die Impfungen gegen folgende Infektionskrankheiten für Hunde unverzichtbar:

  • Staupe: Symptome sind starkes Fieber, Erbrechen und Durchfall. In Fällen zu stark ausgeprägter Staupe ist die Viruserkrankung unheilbar.
  • Parvovirose ist eine hochansteckende und weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die bei Hunden ein tödliches Risiko birgt. In schweren Fällen versterben Hunde innerhalb der ersten ein bis zwei Tag durch einen zu hohen Flüssigkeitsverlust.
  • Hepatitis contagiosa canis (HCC) ist eine Leberentzündung, die durch ein Virus hervorgerufen wird.
  • Leptospirose, auch Stuttgarter Hundeseuche oder Weil‘sche Krankheit genannt, ist eine bakterielle Erkrankung, die auch Menschen gefährden kann. Die Bakterien verursachen schwere Organschäden.
  • Tollwut wird durch Speichel, über die Schleimhäute und Blut übertragen. Da die Viren das Zentrale Nervensystem zerstören, endet diese Krankheit (ohne Impfung) immer mit dem Tod.

  • Eine Grundimmunisierung wird ab der achten Lebenswoche gestartet. Bei gefährdeten Welpen ist auch eine Frühimmunisierung ab der dritten Lebenswoche möglich. Die Nachimpfungen gegen Tollwut und Leptospirose sollten jährlich durchgeführt werden. Für andere Erkrankungen ist ein Nachimpfintervall von drei Jahren ausreichend.

    Psychische Probleme bei Hunden: Symptome erkennen

    Genau wie der Mensch kann auch der Hund psychisch erkranken – vor allem stressbedingt. Sind Hunde permanenter Überforderung ausgesetzt, kann dies zu chronischen Angstzuständen führen, was sich häufig in Verhaltens- und Wesensauffälligkeiten wiederspiegelt. Symptome können ein übermäßiges Kratzverhalten, häufiges Schütteln, Magenprobleme und Müdigkeit sein. Ändert sich das Verhalten Ihres Hundes über einen längeren Zeitraum oder zeigt der Hund bislang unbekannte Verhaltensauffälligkeiten, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Wichtig zu beachten ist eine gesunde Balance zwischen artgerechter Beschäftigung und ausreichenden Ruhepausen. Je nach Rasse und Persönlichkeit könnte eine Verhaltenstherapie unterstützend wirken.