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Wales: Frau steckt Äffchen ins Klo & gibt ihm Kokain - Festnahme nach Tierquälerei

Tierquälerin in Großbritannien verurteilt

Frau filmt lachend ihr Äffchen im Klo und gibt ihm Kokain

Tierquälerei in Großbritannien
Eine Frau in Großbritannien hat ihren Affen in der Toilette gefilmt. Das Tier hockt verängstigt in der Kloschüssel und es wird sogar abgezogen.
RSPCA

Äffchen Milly kauert verschreckt in der Kloschüssel

Dieses Foto bricht einem das Herz: Ein verängstigtes Äffchen kauert durchnässt in einer Toilettenschüssel, halb von Toilettenpapier verdeckt. Dieses Bild und weiter schockierende Aufnahmen hat die Polizei bei einer Frau aus Newport (Großbritannien) auf dem Handy gefunden. Die Tierschutzorganisation „Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals“ (RSPCA) berichtet, dass die 38-jährige Besitzerin des Weißbüschelaffen nun wegen Tierquälerei verurteilt wurde. Sie soll dem Tier sogar Kokain gegeben haben.

Polizei findet Tierquäler-Videos bei Hausdurchsuchung

Laut der britischen Zeitung „The Sun“ soll Vicki H. Äffchen Milly als Haustier gehalten haben. Zu fressen habe das Tier Würstchen, Kebab oder Burger bekommen. Und die Frau soll immer wieder grausame Videos von dem Tier gemacht haben. In einem habe sie lachend gefilmt, wie Milly von einem Hund bedrängt wurde. In einem weiteren soll die 38-Jährige versucht haben, den Affen Kokain schniefen zu lassen.

Ein anderes zeigt die beklemmende Szene in der Toilette: „H. schrie, fluchte und lachte und dann gibt es einen Moment, in dem die Toilette abgezogen wird. Das versteinerte Tier versucht verzweifelt sich am Rand der Kloschüssel festzuklammern“, berichtet Sophie Daniels von der Tierschutzorganisation „RSPCA“. Ihr und ihren Kollegen wurden die Aufnahmen von der Polizei weitergeleitet. Die Ermittler hatten die Videos bei einer Hausdurchsuchung gefunden. Gegen H. wurde wegen Drogendelikten ermittelt.

Affen-Besitzerin wegen Verstößen gegen Tierschutzgesetz verurteilt

„Ein unabhängiger Tierarzt hat sehr schnell bestätigt, dass der Weißbüschelaffe unnötig leiden musste“, erklärte Daniels in einer Mitteilung. Die Tierschützer fuhren daraufhin zur Wohnung der Tierquälerin, um den kleinen Affen zu retten. H. hatte Milly aber offenbar wenige Tage zuvor verkauft. Glücklicherweise konnte das Tier dann bei den neuen Besitzern sichergestellt werden. Die Tierschutzorganisation nahm den Weißbüschelaffen in Obhut und konnte ihn in der Affen-Rettungsstation „Monkey World“ unterbringen.

Vicki H. wurde festgenommen und wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz am Freitag zu 12 Wochen Haft auf Bewährung verurteilt. Sie muss außerdem umgerechnet 643 Euro zahlen und darf nie wieder ein Tier halten. Bei einem Gerichtstermin im November hatte sich die 38-Jährige bereits schuldig bekannt.

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Affe Milly lebt nun in einer Affen-Rettungsstation

„Milly wird sich nie komplett von dem Missbrauch erholen und sie wird für den Rest ihres Lebens psychische Schäden davontragen“, sagte Alison Cronin, die Leiterin der Affen-Station, der „Sun“. Das Tier habe sein Leben in Angst verbracht. Es seien die „Schlimmsten Misshandlungen und Grausamkeiten“, die Cronin mit ihren 30 Jahren Berufserfahrung gesehen habe. Dem Bericht zufolge brauchte das Personal von Monkey World Monate, damit Milly Vertrauen aufbaute und nicht sofort in Panik verfiel, wenn sie einen Menschen sah.

Nun habe das Äffchen sogar einen Freund gefunden: ein weiter geretteter Weißbüschelaffe namens Moon. „Mit Moon an ihrer Seite konnte sie sich endlich entspannen und das Leben genießen“, erklärte die „Monkey World“-Leiterin der Zeitung.

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Tierschützer sind dagegen, dass Affen als Haustiere gehalten werden

Laut „RSPCA“ gibt es immer noch viele Menschen, die Äffchen wie Milly als Haustier halten. Die Organisation sei aber „komplett dagegen“, dass Primaten zuhause gehalten werden dürfen. „Es ist so schwer ihren komplexen Bedürfnissen in häuslicher Umgebung gerecht zu werden“, hieß es in der Mitteilung. Und auch „RSPCA“-Mitarbeiter Ros Clubb weiß, dass das Leid für viele Affen noch nicht vorbei ist.

„Leider sehen unsere Kontrolleure immer wieder Affen in Vogelkäfigen, die mit Fastfood oder zuckerhaltigen Getränken gefüttert werden, beraubt von Freundschaften mit Artgenossen, krank wegen schlechter Pflege“, kritisiert er. Clubb befürchtet, dass noch viele Äffchen hinter verschlossenen Türen leiden müssen, weil ihre Besitzer nicht wüssten, was die Tiere wirklich brauchen. (jgr)