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Von der Leyen besucht Kiew: Trauer und Fassungslosigkeit nach dem Massaker in Butscha

EU-Kommissionspräsidentin besucht Kiew

Von der Leyen sprachlos angesichts der Leichen in Butscha

Von der Leyen sprachlos angesichts der Leichen in Butscha EU-Kommissionspräsidentin besucht Kiew

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Es ist ein starkes Zeichen, das die EU an die Ukraine und an die ganze Welt sendet. Mitten im Krieg reisen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell in die ukrainische Hauptstadt Kiew. Sie wollten sich selbst ein Bild vom Grauen des Krieges machen und ein „deutliches Zeichen der Unterstützung für die Ukrainer“ setzen.

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Von der Leyen: "Wir haben das grausame Gesicht von Putins Armee gesehen"

Sie war sichtlich geschockt: Ursula von der Leyen konnte ihre Gefühle beim Besuch in der Ukraine nicht verbergen als sie zusammen mit dem höchsten EU-Diplomat Josep Borrell ein Massengrab in Butscha nahe Kiew besuchte. Sie ringt um Worte, als sie die ausgegrabenen Leichen sieht. „Wir haben das grausame Gesicht von Putins Armee gesehen, wir haben die Rücksichtslosigkeit und die Kaltherzigkeit gesehen, mit der sie die Stadt besetzt hat“, sagte von der Leyen, und weiter: „Die ganze Welt trägt Trauer, nach allem, was hier passiert ist.“

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Von der Leyen und Borrell sind die ersten westlichen Spitzenpolitiker, die nach Bekanntwerden mutmaßlich russischer Kriegsverbrechen nach Butscha gereist sind. In einer orthodoxen Kirche zündeten sie zusammen mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Eduard Heger Kerzen für die Opfer an. Auch hier war von der Leyen noch sichtlich schockiert von den Ereignissen des Tages.

"Entweder Sie helfen uns jetzt oder Ihre Hilfe wird zu spät kommen“

Mit von der Leyens Besuch gehen Erwartungen einher. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vor dem Besuch schärfere Sanktionen und noch schnellere Waffenlieferungen gefordert. Sollte es kein „wirklich schmerzhaftes Sanktionspaket“ und keine Lieferung der von Kiew geforderten Waffen geben, werde Russland dies als „Erlaubnis zum Vormarsch“ sehen, warnte Selenskyj. Und sein Außenminister Dmytro Kuleba sagte am Vortag als Gast beim Nato-Außenministertreffen: „Entweder Sie helfen uns jetzt, und ich spreche von Tagen, nicht von Wochen, oder Ihre Hilfe wird zu spät kommen.“ Dann würden viele Menschen sterben, viele Zivilisten ihre Häuser verlieren und viele weitere Städte und Dörfer zerstört.

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Diese Forderungen konnte Selenskyj der EU-Kommissionspräsidentin am Nachmittag dann auch noch persönlich überbringen. Der ukrainische Präsident empfing von der Leyen und Borrell in Kiew. (sst)

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Von der Leyen und Borrell verurteilen Angriff auf Bahnhof

Von der Leyens Besuch fällt auf denselben Tag, an dem im Osten der Ukraine 50 Menschen bei Raketenangriffen auf den Bahnhof der Stadt Kramatorsk starben. Fünf von ihnen waren Kinder. Sie verurteile den Angriff als „verabscheuungswürdig“. EU-Chef-Diplomat Josep Borrell twitterte: „Dies ist ein weiterer Versuch, Fluchtrouten zu schließen für diejenigen, die diesem ungerechten Krieg entfliehen wollen, und menschliches Leid herbeizuführen.“

Die Attacke zeigt auch: In der Ostukraine könnte schon bald eine russische Großoffensive anstehen. Westliche Analysten gehen davon aus, dass 10 bis 13 zusätzliche taktische Bataillonen von Kiew in den Donbass verlegt werden. Kremlchef Wladimir Putin brauche schnell einen vorzeigbaren Erfolg, heißt es in Miliärkreisen – am besten bis zur traditionellen Siegesparade am 9. Mai (Tag des Sieges über Hitler-Deutschland) auf dem Roten Platz.

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