Virologe im Interview mit RTL/ntv

Hendrik Streeck: 2G+Regelung über die Weihnachtsfeiertage ist möglich

09. Dezember 2021 - 8:52 Uhr

Hendrik Streeck: Impfung bleibt „das Mittel Nummer eins“ gegen Corona

Virologe Hendrik Streeck hält die Einführung einer 2G+-Regelung über die Weihnachtsfeiertage für möglich. Die Fallzahlen in Deutschland müssten trotz zuletzt stagnierender Inzidenzen weiter runter. Die Impfung bleibe auch angesichts der neuen Corona-Mutation Omikron das effektivste Mittel im Kampf gegen die Pandemie, so Virologe Streeck im Video.

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Streeck: Deutschland könnte um Lockdown herumkommen

Deutschland befinde sich nach wie vor in "einer sehr hohen Fallzahl-Lage", sagte Streeck im Interview mit RTL/ntv. "Man kann jedem nur raten, die Kontakte zu beschränken." Das gelte Streeck zufolge auch für die Weihnachtszeit. "Es kann gut sein, dass wir über die Feiertage über eine 2G+-Regelung reden", so Streeck.

Durch eine solche Regelung könne Deutschland um einen Lockdown im Dezember herumkommen. Vermutlich würde diese nur regional angewendet werden müssen. Regionen mit niedrigeren Inzidenzen wie Schleswig-Holstein könnten somit davon ausgenommen sein. 2G+ besagt, dass sich nur Geimpfte und Genesene mit einem zusätzlichen negativen Test treffen können.

Virologe mahnt: Corona-Zahlen müssen weiter gesenkt werden

Trotz der zuletzt nicht weiter steigenden Inzidenzen müssten die Fallzahlen weiter gesenkt werden, erklärte Streeck. Man müsse die aktuellen Zahlen "mit Vorsicht genießen." Obwohl Deutschland das Wachstum aktuell gebrochen habe, gäbe es weiterhin eine hohe Belastung für die Intensivmediziner. Daher sollten die Zahlen weiter runter, so Streeck.

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Streeck wünscht Lauterbach „viel Glück und ein gutes Händchen“

Die Impfung bleibe auch angesichts der neuen Omikron-Variante das "Mittel Nummer eins" im Kampf gegen die Pandemie, sagte Streeck. Bei Geimpften, vor allem mit Booster-Impfung, werde die Variante meist erkannt. Man müsse die unterschiedlichen Aussagen und Publikationen der letzten Tage und Stunden allerdings "erstmal sortieren".

Dass sich Omikron zu einer so genannten "Sweetspot-Variante", also einer Variante, die sich gegen andere Varianten durchsetzt, gleichzeitig aber nur für wenige schwere Erkrankungen sorgt, entwickelt, sei möglich, so Streeck. Noch gäbe es aber nicht genug Daten, daher sei diese Einschätzung "mit Vorsicht zu genießen."

Dem neuen Gesundheitsminister Karl Lauterbach wünschte Streeck "viel Glück und ein gutes Händchen". Vor Lauterbach liege "ein schwerer Job und eine Herkulesaufgabe". Streeck wünschte sich, dass unter dem neuen Minister vor allem der Pflegepersonalmangel angegangen werde. Dieser sei aktuell "eines der drängendsten Probleme." (jda, Interview: Tobias Kollig)