Lappen bald billiger? Dann doch lieber später hin …Weniger Anmeldungen in der Fahrschule - Reformpläne bremsen Führerschein-Pläne vieler
Rund 3.500 Euro kostet der Autoführerschein inzwischen im Durchschnitt – und ausgerechnet die Aussicht auf eine günstigere Ausbildung sorgt jetzt für Zurückhaltung. Seit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) Reformen in Aussicht gestellt hat, melden Fahrschulen in NRW teils Einbrüche der Neuanmeldungen von bis zu 30 Prozent. Viele junge Leute warten ab – und bringen damit einige Betriebe in Schwierigkeiten.
Fahrschulen spüren Zurückhaltung
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will den Führerschein günstiger machen – und genau das sorgt in vielen Fahrschulen derzeit für spürbare Zurückhaltung bei den Anmeldungen. Nach Einschätzung von Kurt Bartels, Vizevorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, warten viele Fahrschüler ab, weil sie auf sinkende Kosten durch die Reform hoffen. Das treffe die Betriebe unterschiedlich stark, die Fahrschule Young&Drive hat etwa 20 bis 30 Prozent weniger Anmeldungen.
Führerschein als Frage der sozialen Teilhabe
Schnieder hatte im Oktober Reformvorschläge für eine kostengünstigere Fahrausbildung vorgelegt und betont, Mobilität dürfe kein Privileg sein. Für einen Pkw-Führerschein der Klasse B werden dem Verkehrsministerium zufolge derzeit im Schnitt rund 3.400 Euro fällig – eine finanzielle Hürde, die viele junge Menschen kaum stemmen können. Der Minister kündigte an, der Weg zum Führerschein solle einfacher und bezahlbarer werden, ohne Abstriche bei hohen Sicherheitsstandards.
Was die Reform konkret vorsieht
Kern der Pläne sind Vereinfachungen und digitale Lösungen in Theorie und Praxis. So sollen mehr Elemente des Theorieunterrichts online stattfinden und digitale Angebote die Vorbereitung effizienter machen. Zudem soll der Einsatz von Fahrsimulatoren ausgeweitet werden, um bestimmte Fahrsituationen kostengünstig zu trainieren und reale Fahrstunden teilweise zu ersetzen.
Weniger Pflichtfahrten, mehr Flexibilität
Ein weiterer Baustein der Reform ist die Reduzierung verpflichtender Sonderfahrten, etwa auf Autobahnen. Diese Fahrten sind bislang ein kostenintensiver Bestandteil der Ausbildung, sollen aber künftig flexibler gehandhabt werden können. Ziel ist es, den Gesamtumfang der Pflichtstunden zu verringern und damit die Ausbildungskosten zu senken – bei gleichzeitig weiter hohen Anforderungen an die Verkehrssicherheit.


































