"Habe vierte Impfung nie allen Jüngeren empfohlen"

Doch keine vierte Corona-Impfung für alle? Jetzt rudert Lauterbach zurück

ARCHIV - 08.07.2022, Berlin: Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, äußert sich im Bundesgesundheitsministerium über die erste Stellungnahme der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung. (zu dpa «
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rudert beim Thema Viertimpfung nun zurück. (Archivbild)
bvj htf jai, dpa, Bernd von Jutrczenka

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sorgt gerade für ziemlich viel Verwirrung: Mitte Juli hieß es noch vom SPD-Poltiker, auch Jüngere sollten sich den vierten Piks abholen. Doch nun rudert Lauterbach wieder zurück: Seine Äußerung galt nicht als direkte Handlungsempfehlung. Was denn nun, Herr Lauterbach?

Lauterbach rudert zurück: "Das ist einfach falsch"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will frühere Äußerungen zur vierten Corona-Impfung nicht als Empfehlung für alle jüngeren Menschen verstanden wissen. „Ich habe nicht gesagt: Für alle die vierte Impfung“, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend im ZDF-“heute journal“. „Ich habe nie gesagt, dass alle jüngeren Leute sich jetzt impfen lassen sollen. Das ist einfach falsch.“

Der Minister hatte sich Mitte Juli in einem „Spiegel“-Interview zur vierten Corona-Impfung geäußert und gesagt, wolle man den Sommer ohne das Risiko einer Erkrankung genießen, dann würde er „in Absprache natürlich mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen“.

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Vierte Corona-Impfung? Jüngere können auch warten

Er habe lediglich darauf hingewiesen, dass es für die verschiedenen Altersgruppen wie für die unter 60-Jährigen eine klare Botschaft brauche, sagte Lauterbach nun. Risikopatienten sollten seiner Ansicht nach nicht auf die angepassten Impfstoffe warten: Abwarten sei „für diejenigen, die jetzt im Risiko stehen, einfach falsch“, sagte er im ZDF.

Bei jüngeren Menschen könne es aber durchaus Sinn machen, „dass man noch etwas zuwartet“ und sich mit den neuen Impfstoffen behandeln lasse, sagte Lauterbach in den ARD-“Tagesthemen“.

Bisher empfiehlt die Stiko eine vierte Corona-Impfung derzeit nur Menschen über 70 Jahren sowie einigen Risikogruppen. Führende EU-Behörden haben sich für eine zweite Auffrischungsimpfung für alle über 60 ausgesprochen.

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Lauterbach: Corona-Impfung alle drei Monate ist unsinnig

Doch im ZDF erläuterte der Gesundheitsminister, dass eine Corona-Impfung alle drei Monate auch gut vor Ansteckungen schützen könnten. Auf Twitter äußerte er sich aber später so: „Leute wollen dann Impfung alle 3 Monate. Auch abwegig. Kein Arzt macht das, kein Mensch will das“, schrieb Lauterbach bei Twitter.

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Auch da heißt es nun offiziell: Aus den Planungen zum neuen Infektionsschutzgesetz lasse sich keine Aufforderung für eine Drei-Monats-Regel ableiten. Das wäre abwegig und medizinisch unsinnig, sagte er am Mittwoch in den ARD-„Tagesthemen“.

Die von Lauterbach zusammen mit Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) erarbeiteten Gesetzespläne sehen vor, dass ab 1. Oktober Maskenpflichten für jene ausgesetzt werden, die frisch genesen sind oder deren jüngste Corona-Impfung weniger als drei Monate zurückliegt. Der Bundesgesundheitsminister verwirrt viele Menschen. Fest steht: Bisher gibt es weder für Jüngere noch für eine Drei-Monats-Impfung eine klare Empfehlung. (jaw, mit dpa)

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