So perfide gingen die Täter vor

Vergiftete Pausenbrote, Nudelsuppen und Getränke - 5 spektakuläre Morde und Mordversuche durch Gift

Giftspritze, Giftfläschchen Tabletten (Symbolfoto, dpa)
Giftspritze, Giftfläschchen Tabletten (Symbolfoto, dpa)
© picture alliance / CHROMORANGE, Christian Ohde

02. Dezember 2021 - 11:40 Uhr

Mann soll schwangere Freundin vergiftet haben

Dieser Fall beschäftigt derzeit die Justiz in Nordrhein-Westfalen: Ein 41-Jähriger aus Hürth bei Köln soll mehrere Frauen aus seinem Umfeld mit Schwermetall vergiftet haben - zwei von ihnen sind tot. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden Ermittler das hochtoxische Thallium, das er seinen Opfern verabreicht haben soll. Versuchte und vollzogene Morde durch Vergiftungen sind keine Seltenheit in Deutschland.

Videokameras überführen den Mann, der Pausenbrote seiner Kollegen vergiftet

ARCHIV - 15.11.2018, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Der Angeklagte sitzt mit einer Mappe vor dem Gesicht im Gerichtssaal. Der Mann soll mehrere seiner Arbeitskollegen über Jahre in einem Betrieb in Schloß Holte-Stukenbrock mit gefährlichen Substanze
Klaus O. verdeckt beom Prozess sein Gesicht. Er hat mehrere seiner Arbeitskollegen über Jahre in einem Betrieb in Schloß Holte-Stukenbrock mit gefährlichen Substanzen auf deren Pausenbroten vergiftet.
© dpa, Friso Gentsch, frg wst

Schlagzeilen machte der Fall von Klaus. O. aus Ostwestfalen-Lippe, der jahrelang die Pausenbrote seiner Kollegen vergiftet: Er bestreut zwischen 2015 und 2018 die Brote seiner Kollegen in einem Betrieb in Schloss Holte-Stukenbrock mit lebensgefährlichen Stoffen, darunter Quecksilber und Cadmium. Drei seiner Opfer erleiden schwere gesundheitliche Schäden, eines starb.

Aufgedeckt wird das Verbrechen, weil ein Mann eines Tages ein weißes Pulver auf seinem Brot entdeckt und seine Vorgesetzten informiert. Daraufhin wird der Pausenraum videoüberwacht und der Täter überführt. Er wird 2020 zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Nudelsuppe vergiftet, weil Liebe nicht erwidert wird

Im Mai 2020 wurde ein 49-Jähriger in Wiesbaden wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte eine Nudelsuppe vergiftet, um so einen Bekannten aus dem Sportklub zu töten. Sein Motiv: Er war in den Mann verliebt, der hatte die Annäherungsversuche zurückgewiesen.

Das weist Parallelen zum Fall Miriam P. auf. Die 39-Jährige vergiftet den Lebensgefährten ihrer besten Freundin, indem sie ihm das Frostschutzmittel Glykol in ein Getränk mischt. Sie hatte sich in die Freundin verliebt und hoffte auf eine Beziehung. P. wird im Sommer 2018 in Hof zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

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Ehemann vergiftet und später Urne mit seiner Asche vom Friedhof geklaut

Ein weiterer, ebenso aufsehenerregender wie bizarrer Fall ereignet sich 2018 ebenfalls in Bayern. Die Krankenschwester Ekatarina R. tötet ihren Ehemann, den Augenarzt Gottfried S., indem sie ihm immer wieder Insulin und Morphium verabreicht. Später gräbt sie die Urne des Opfers auf dem Friedhof aus und klaut Asche, die sie teilweise in ihr Kopfkissen füllt.

Die Frau wird vom Landgericht München zu lebenslanger Haft verurteilt, zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Fall Maria Baumer: Mörder sucht im Internet nach "perfekter Mord" und "perfektes Mordgift"

Maria Baumer wurde mit 26 Jahren ermordet.
Maria Baumer wurde 2012 ermordet.
© Mittelbayerische/Andrea Rieder

Viele Jahre dauert die Aufklärung des Giftmordes an Maria Baumer. Die 26-Jährige verschwand an Pfingsten 2012 aus dem oberpfälzischen Muschenried. Ein Jahr später wird ihre Leiche gefunden. Obwohl sie stark verwest ist, werden die Beruhigungsmittel Lorazepam und Tramadol nachgewiesen.

Schnell gerät ihr Lebensgefährte Christian F. unter Verdacht, der kurz vor ihrem Verschwinden im Internet nach den Begriffen "perfekter Mord" und "perfektes Mordgift" gesucht haben soll. Der eindeutige Beweis jedoch fehlt. Erst 2020 kommt es zu einem Gerichtsverfahren. In einem aufwendigen Indizienprozess mit 65 Zeugen und 18 Sachverständigen wird F. zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. (uvo)