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Vergessenes Afghanistan: Familie Jabari muss nicht mehr um ihr Leben fürchten

Viele Ortskräfte sollten ausgeflogen werden - Familie Jabari hat es geschafft

Afghanistan - das Land, auf das kaum noch jemand schaut

Sie müssen nicht mehr um ihr Leben fürchten Afghanische Ortskraft in Duisburg

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Eigentlich wollte Außenministerin Annalena Baerbock mit Pakistan über die Hilfe sprechen, Menschen aus Afghanistan auszufliegen. Dort regieren schließlich die Taliban wieder, unterdrücken die Bevölkerung. Doch dann – beim Mittagessen in Islamabad - hat sie plötzlich nichts mehr geschmeckt – die Corona-Tests sind positiv. Nun geht es mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr fast unverrichteter Dinge zurück nach Deutschland.

Wir haben eine Familie getroffen, die es nach Deutschland geschafft hat. Die Jabaris leben nun in Duisburg und nicht mehr in Afghanistan, einem Land, auf das die Welt derzeit kaum noch schaut.

Ehemalige Ortskraft: "Taliban nutzen die Gelegenheit, um ihre Gewalt zu erhöhen"

06.06.2022, Zypern, Larnaka: Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, steigt auf dem Weg nach Islamabad (Pakistan) bei einer Zwischenlandung in Larnaka (Zypern) aus einem Flugzeug der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Sie hat nach e
Außenministerin Baerbock wurde positiv auf Corona getestet. Eigentlich wollte sie mit Pakistan über die Hilfe sprechen, Menschen aus Afghanistan auszufliegen.
bvj bsc, dpa, Bernd von Jutrczenka

„Die Taliban nutzen die Gelegenheit, um ihre Gewalt und die Bedrohungen der Menschen zu erhöhen, die für andere Länder gearbeitet haben, vor allem für Deutschland“, sagt Samim Jabari, ehemalige Ortskraft. Er und viele andere sogenannte Ortskräfte hatten der Bundeswehr bei ihrem Einsatz in Afghanistan geholfen. Sie fühlten sich im Stich gelassen, als der Westen im vergangenen Jahr plötzlich abzog und die Taliban das Land sofort wieder kontrollierten. Inklusive ihrer Familienangehörigen konnten bis jetzt 20.000 von ihnen nach Deutschland evakuiert werden, demnächst sollen 8.000 weitere kommen dürfen - laut Hilfsorganisationen sind es aber viermal so viele, die den Deutschen geholfen hatten und deren Leben jetzt in Gefahr ist.

Wer kann, flüchtet. Die meisten gehen ins Nachbarland Pakistan, das die deutsche Außenministerin jetzt besuchte. Dort musste sie zugeben, dass ihr Einfluss auf die Taliban begrenzt ist. „Es ist auch entscheidend, dass es wirtschaftliche Unterstützung nur unter Bedingungen im Hinblick auf die Grundrechte der Menschen gibt“, sagte sie. Aber lassen sich die Taliban davon beeindrucken? Reicht das als Druckmittel? Sie wissen auch genau, dass der Westen sicher nicht wieder militärisch eingreifen möchte.

Thomas Ruttig vom Afghanistan Analyst Network ist überzeugt, dass es auf lange Sicht nur die Menschen in Afghanistan selbst schaffen, die Taliban zu verdrängen. Doch das könnte noch ein sehr langer und schwieriger Weg werden. Egal wie gut es ihnen in Deutschland geht: Die Jabaris möchten wieder in ihre Heimat zurück, sobald die Taliban nicht mehr an der Macht sind. Doch es ist zu befürchten, dass ihre Kinder dann schon selber erwachsen sind. (sze/eku)

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