RTL News>News>

Uvalde (Texas): Mutter stürmt zu ihren Kindern in Amoklauf-Schule - Polizei wartet auf Verstärkung

Große Kritik von Eltern an der Polizei nach Amoklauf in Uvalde (Texas)

Mutter stürmte in die Amoklauf-Schule, um ihre Kinder zu retten - während die Polizei auf Verstärkung wartete

Angeli Rose Gomez zusammen mit ihren zwei kleinen Söhnen.
Angeli Rose Gomez zusammen mit ihren zwei kleinen Söhnen.
Facebook/angeli.rose.104

Während zahlreiche Polizisten vor der Grundschule in Uvalde warten, fährt Angeli Rose Gomez mehr als 60 Kilometer zum Ort des Amoklaufs, der 19 tote Kinder und zwei tote Lehrerinnen fordern soll. Sie will ihre Kinder aus der Schule retten. Vor Ort halten Polizisten sie auf, legen ihr offenbar sogar Handschellen an. Als die Mutter endlich loskommt, springt sie über einen Zaun, stürmt in die Schule und holt ihre zwei Kinder aus dem Gebäude. Die Polizei währenddessen: Wartet noch immer auf Verstärkung.

Mutter kritisiert Polizisten in Uvalde (Texas) nach Amoklauf scharf

„Die Polizisten haben überhaupt nichts gemacht“, wütet Gomez im Gespräch mit dem „Wall Street Journal“. „Sie haben nur draußen vor dem Zaun rumgestanden. Sie sind nicht in die Schule gegangen oder irgendwo anders hingelaufen.“

Als die Mutter am Dienstag hört, dass an der Grundschule in Uvalde Schüsse gefallen sind, macht sie sich sofort auf den Weg. Ihre beiden Kinder besuchen die Schule, gehen in die zweite und dritte Klasse. Mehr als 60 Kilometer fährt sie von ihrer Arbeit zur Schule.

Lese-Tipp: Miah (11) überlebt Amoklauf - weil sie sich mit Blut beschmiert und tot stellt

Uvalde (Texas): Polizei soll Mutter Handschellen angelegt haben

Angeli Rose Gomez rettete ihre Söhne aus der Schule.
Angeli Rose Gomez rettete ihre Söhne aus der Schule.
Facebook/angeli.rose.104

Doch als sie an der Schule eintrifft, warten jede Menge Polizisten vor dem Gebäude, drängen Eltern zurück. Einem Vater sei Pfefferspray ins Gesicht gesprüht worden, sagt Gomez. Ihr selbst seien Handschellen angelegt worden. Erst als sie einen Polizisten entdeckt, den sie persönlich kennt, werden diese ihr abgenommen. Die Polizei von Uvalde bestreitet, Eltern Handschellen angelegt zu haben.

Klar ist: Als Gomez sich endlich von den Polizisten entfernen kann, springt sie über den Schulzaun und rennt in das Gebäude, in dem der Amokläufer bereits zahlreiche Kinder getötet hat und noch immer am Leben ist. Die Mutter findet ihre beiden kleinen Kinder und bringt sie aus der Schule. Erst später stürmt ein Spezialkommando das vom Amokläufer verbarrikadierte Schulzimmer und erschießt den Teenager.

Lese-Tipp: Polizist Felix Rubio wird zum Amoklauf gerufen - dann findet er heraus, dass seine Tochter (10) unter den Opfern ist

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Im Video: Verzweifelte Eltern bitten Polizisten, Kinder rauszuholen

Verzweifelte Eltern bitten Polizisten, Kinder rauszuholen Grundschulmassaker in Uvalde
02:04 min
Grundschulmassaker in Uvalde
Verzweifelte Eltern bitten Polizisten, Kinder rauszuholen

30 weitere Videos

Polizei in Uvalde (Texas) wartete bei Amoklauf lange auf Verstärkung

Zwischen den ersten Schüssen des Amokläufers und dem Stürmen des Klassenzimmers verging mehr als eine Stunde. Auf zahlreiche Notrufe aus den Klassenzimmern wurde nicht direkt reagiert, 19 Polizisten warteten in der Schule auf Verstärkung und den Hausmeister, der die verschlossene Tür aufschließen sollte. Der texanische Behördenchef für öffentliche Sicherheit Steven McCraw gab später zu, dieses Vorgehen sei „eine falsche Entscheidung“ gewesen.

Videos in den sozialen Medien zeigen Eltern, wie sie in Panik versuchen, die Polizisten zum Eingreifen zu überreden. „Erschießt ihn oder irgendwas“, ruft eine Frau in einer Aufnahme. Ein Mann sagt: „Sie stehen alle nur hier draußen rum. Sie müssen da rein.“

Selbst als die Schüler und Schülerinnen schließlich von Polizisten aus dem Gebäude geführt wurden, wurden Eltern, die ihre Kinder in die Arme schließen wollten, zunächst zurückgehalten. Ein Vater soll dabei laut dem „Wall Street Journal“ von einem Polizisten mit einem Elektroschocker verletzt worden sein.

„Sie haben so etwas nicht gegen den Amokläufer einsetzen wollen. Aber sie haben es gegen uns eingesetzt“, sagt Gomez. „So hat es sich für uns angefühlt.“ (jda)