7 Frauen in den USA wurden Opfer einer Pfuscherin

Schlauchbootlippen nach fehlerhafter Aufspritzung

21. August 2019 - 16:31 Uhr

Schlauchbootlippen statt Kussmund

Viele Frauen träumen von einem vollen Kussmund. Wer von Natur aus nicht damit gesegnet wurde, kann sich auch mit Lippeninjektionen nachhelfen lassen - die von Experten ausgeführt werden sollten. Sieben Frauen in den USA wurde eine Lippenaufspritzung bei einer angeblichen Krankenschwester nun zum Verhängnis. Schon kurz nach dem Eingriff traten starke Schwellungen, Eiter- und Fieberbläschen auf. Wie schlimm eine der Frauen, Ashleigh Villaverde, leiden musste, verrät sie uns im Video.

"Jeder Stich tat so weh"

"Ich war schon fünf Mal zuvor da", verrät uns Ashleigh Villaverde aus Maricopa, Arizona, im Interview von ihrem Beauty-Termin Anfang August. Die Frau wurde ihr von anderen empfohlen. Ein Gramm Filler kostete bei ihr nur rund 80 US-Dollar (72 Euro). Üblich sind bei echten Schönheitschirurgen in den USA aber rund 600 US-Dollar (540 Euro).

Bisher hatte es bei Ashleighs Eingriffen noch nie Probleme gegeben - doch dieses Mal lief es anders. "Jeder kleine Stich tat so weh. Es war dieses Mal total anders, also ahnten wir schon, dass irgendwas nicht stimmt", erinnert sie sich an die Injektionen.

Nicht nur ihre Lippen, auch die der anderen Frauen waren kurz nach dem Eingriff massiv angeschwollen. Viele der Damen begaben sich nach dem Eingriff ins Krankenhaus, da sich ihre Lippen teils schwer entzündet hatten.

Ashleigh leidet immer noch

Auch viele Wochen später leidet Villaverde noch unter den Folgen der misslungenen Lippeninjektion. "Ich bin besorgt über das Ergebnis meiner Lippen", klagt sie. "Jeden Tag sehe ich, wie sie sich verbessern, nachdem ich eine Menge Hilfe von mehreren Krankenhäusern bekommen habe. Ich bin nur nervös und neugierig, wie das Endergebnis wird."

Ob die Damen ihre Lektion gelernt haben? Vielleicht. Die Polizei wurde benachrichtigt und hat nun eine Untersuchung zum Fall eingeleitet.

Wie funktioniert das Aufspritzen von Lippen?

  • Die sogenannte Lippenunterspritzung wird durch eine sehr feine Nadel vorgenommen. In der Regel werden Patienten vor dem Eingriff betäubt, um Schmerzen vorzubeugen.
  • Die Füllmenge ist abhängig davon, ob Ober- und Unterlippe vergrößert werden sollen und wie groß der Mund danach wirken soll.
  • Viele Kliniken bieten Botox oder Filler in Gelform an, die Hyaluronan enthalten. Die Füllsubstanz kann aber auch aus körpereigenen Stoffen gewonnen werden: beispielsweise Eigenfett, Hyaluronsäure, Kollagen oder Polymilchsäure.

Wichtig ist, in jedem Fall vor dem Eingriff ein ärztliches Beratungsgespräch zu führen, um Risiken abzuwägen und eventuelle Allergien zu berücksichtigen.

Mit welchen Risiken und Komplikationen muss man rechnen?

  • Wer eine Lippenunterspritzung vornimmt, muss mit kleinen Blutungen, Schwellungen und Rötungen der Lippen rechnen. Zu beachten ist: Das sollte spätestens nach wenigen Tagen von alleine abklingen.
  • Gefährlich wird es, wenn das Lippengewebe mit allergischen Abwehrsymptomen reagiert. Wer Hyaluronsäure oder Kollagen verwendet, dem sei geraten, vorher einen Allergietest zu absolvieren. Im schlimmsten Fall - wenn der zugeführte Stoff nicht vertragen wird - kann es zu einem anaphylaktischen Schock oder Entzündungen kommen. Suchen Sie dann auf jeden Fall sofort ärztliche Hilfe.
  • Neben den medizinischen kann es auch zu ästhetischen Komplikationen kommen: Es kann passieren, dass sich die Füllmenge nicht optimal in den Lippen verteilt und das Ergebnis asymmetrisch wird – Stichwort Entenschnabel und Schlauchbootlippe.
  • Außerdem bemängeln Patienten oft zu geringe oder zu extreme Korrekturen. Nach wenigen Wochen kann eine Nachbehandlung stattfinden, um das Ergebnis auszugleichen.

Auch US-Model Chrissy Teigen (33) überraschte vor Kurzem mit einem Schnappschuss ihrer dicken Lippe. Ihre Unterlippe war aufs Dreifache angeschwollen - angeblich ausgelöst durch die Höhenkrankheit während eines Fluges. Medizin-Experte Dr. Christoph Specht hatte das als Grund jedoch für völligen "Quatsch" erklärt.