Patienten dürfen nicht mehr direkt zum FacharztReform für ambulante Versorgung - NRW-Gesundheitsminister stellt neue Pläne in Düsseldorf vor
Bei Haus- und Fachärzten fehlt Personal. Die Folge: Patienten müssen lange warten. Deshalb will der NRW-Gesundheitsminister die ambulante Versorgung in Angriff nehmen.
Ist das deutsche Gesundheitssystem am Limit?
Elke Cremer hat alle Hände voll zu tun. Sie ist Ärztin und arbeitet in einer Praxis in Troisdorf. Dort wird das Wartezimmer in Zukunft noch voller, denn immer mehr Ärzte gehen in Rente. Menschen werden älter und sind mehr auf Hilfe angewiesen - auch von Fachärzten. Dort sind die Wartezeiten oft noch länger.
Das plant NRW-Gesundheitsminister
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will die ambulante Versorgung in Angriff nehmen. Bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf stellte er am Dienstag (03.03.) dafür 15 Eckpunkte vor. Demnach sollen Patienten eine verbindliche Ersteinschätzung bekommen. Sie soll es in einer Hausarzt-Praxis oder über die kostenfreie Nummer der kassenärztlichen Vereinigungen geben. Das ist die 116 117. Dort könnte auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen. Jeder der Hilfe braucht, bekommt sie auch, betont Laumann. Nach der Ersteinschätzung werden Patienten weitervermittelt zu einem Facharzt. Ihn können sie sich dann erst selbst aussuchen. Das Ganze soll auch Ressourcen schonen. Krankenkassenbeiträge schießen in die Höhe, denn von dem Gesundheitssystem profitieren auch viele, die gar nicht oder nur wenig einzahlen. Wer seine Behandlung privat übernimmt, kann weiter direkt zum Spezialisten gehen. An den Ideen beteiligt waren unter anderem Ärzte, Patienten und Krankenkassen. Außerdem soll in den Praxen Bürokratie abgebaut werden. Mehr Aufgaben sollen sogenannte Physician Assistants übernehmen. Das sind keine Ärzte, sondern studierte medizinische Assistenten. Gestartet hat Laumann das Ganze vor knapp zwei Jahren. Um alles umzusetzen, kommt der Bund ins Spiel. Wenn es nach dem NRW-Gesundheitsministerium geht, startet die Reform schon in zwei Jahren.

































