13. Juli 2019 - 11:28 Uhr

Wir haben Jens Kerstan mit seinen Urlaubsflügen konfrontiert

Ein Flugverbot innerhalb Deutschlands, das fordert Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan – und bringt die Klimaschutz-Debatte damit noch einmal richtig in Fahrt. Ebenso fordert er eine europaweite CO2- und Kerosinsteuer, um Fliegen teurer zu machen.

Kerosin- und CO2-Steuer müssen kommen

Im RTL-Interview sagt Kerstan, dass Flüge bezuschusst werden, da nicht wie beim Autofahren auf Benzin und Diesel Steuern erhoben würden. Vermeidbare Inlandsflüge will er deshalb zu 100 Prozent auf die Bahn verlagern.

Eine Forderung von einem, der selbst gerne in den Flieger steigt – zumindest, wenn es um seinen Urlaub auf Mallorca geht. Wie Jens Kerstan reagiert hat, als wir ihn mit seiner eigenen Klimasünde konfrontieren, zeigen wir im Video.

Bahn statt Flugzeug – eine realistische Alternative?

Reisen beispielsweise von Hamburg nach München dauern zurzeit mit der Bahn mehr als doppelt so lang. Ein langer Weg, weiß auch der Hamburger Politiker: "Natürlich muss man die Bahn ausbauen, sie müsse schneller und verlässlicher sein. Da haben wir in den letzten Jahren viel zu wenig investiert." Dennoch sei er davon überzeugt, dass in vielen Fällen ein Flug nicht wirklich viel Zeit einspare, wenn man die Wege zum Flughafen sowie das Warten in der Sicherheitskontrolle bedenkt.

In spätestens 8 Jahren könnte es so weit sein

Pläne, wie seine Forderung nach einem Flugverbot innerhalb Deutschlands finanziert werden könne, hat der Hamburger Senator zumindest schon mal in der Theorie: "Wir müssen das Geld im Verkehrswegeplan weg vom Auto hin zur Bahn umschichten, kommt drauf an, welche Strecken man jetzt vorrangig ausbaut." Ginge es nach ihm, könne man das in fünf bis acht Jahren umsetzen.

Dass es kein Zurück gibt, sei klar: "Wir haben in der Vergangenheit das Klimasündigen subventioniert, das muss aufhören. Das Geld müssen wir in die klimafreundlichen Verkehrstechnologien stecken und auch darüber nachdenken, welche beruflichen Meetings man durch Videokonferenzen ersetzen könnte."

Ob der Senator selbst in Zukunft auch seine Flugreisen reduziert und der Umwelt zuliebe auch mal Urlaub in Deutschland macht, bleibt abzuwarten.