Sie geriet unter Beschuss, als sie Hundefutter ausliefern wollte

Junge Ukrainerin will Kindern und Hunden in Not helfen und wird von russischer Armee getötet

Anastasiia Yalanska
Die Ukrainerin Anastasiia Yalanska wollte anderen in Not helfen, doch dabei wurde sie offenbar von der russischen Armee getötet.
Instagram/yalanska_a

„Du kannst nicht vor dir selbst weglaufen. Und wenn du für eine Weile wegläufst, dann holt dich schon alles ein, was du nicht erwartet hast“, schrieb Anastasiia Yalanska noch im Oktober 2021 zu einem Foto von sich, das sie bei Instagram postet. Damals war die Welt der jungen Ukrainerin noch in Ordnung. Doch nur Wochen später war plötzlich alles anders: Ihr Land wurde von russischen Truppen überfallen, um sie herum herrschte plötzlich Krieg. Trotzdem bliebt sich Anastasiia treu. Bis zum Schluss wollte sie nicht weglaufen. Statt zu fliehen, blieb die 26-Jährige, weil sie anderen in Not helfen wollte. Das kostete sie am Ende ihr Leben.

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Anastasiia wollte lieber anderen helfen, als aus der Ukraine fliehen

Wie das Portal „Global News“ berichtet, wollte Anastasiia trotz der vorrückenden russischen Truppen, der Kämpfe und der Raketenexplosionen auf keinen Fall fliehen. Freunde und Verwandte der jungen Frau erzählen dem Portal, dass die 26-Jährige dafür lebte, für andere da zu sein. „Ich habe sie gebeten, besonders vorsichtig zu sein“, wird ihr Ehemann zitiert. Doch wichtiger als ihre eigene Sicherheit, waren der jungen Frau offenbar andere Menschen in Not.

Über Telegram informierte die 26-Jährige ihre Liebsten über die Situation in der Ukraine und welche Anstrengungen sie unternahm, um die Situation für ihre Mitmenschen vor Ort erträglicher zu machen. Sie lieferte Windeln und Nahrungsmittel in einen Kindergarten im Umland von Kiew, in dem 40 kleine Kinder versorgt werden mussten. Sie half dabei, Hilfsgüter für ein Militärkrankenhaus zu organisieren und kümmerte sich um Tiere, die nicht aus der Kampfzone evakuiert werden konnten.

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Anastasiia lieferte mit anderen Freiwilligen Hilfsgüter ins Kriegsgebiet

An dem Tag, als Anastasiia getötet wurde, wollte sie Futter zu einer Hundeauffangstation in Butscha in der Nähe von Kiew bringen. Der Einrichtung waren drei Tage zuvor die Vorräte ausgegangen. Und wegen der schweren Angriffe in der Region kam kein Nachschub für die Hunde in Not mehr durch. Anastasiia und die anderen Freiwilligen waren die letzte Hoffnung für das Tierheim im Kriegsgebiet.

Doch das Auto, in dem sie und weitere freiwillige Helfer saßen, geriet unter Beschuss. Die örtliche Staatsanwaltschaft bestätigte, dass am 4. März ein Auto mit Zivilisten im Bezirk Butscha auf eine Militärkolonne getroffen sei. Die hätten das Feuer auf das Auto eröffnet. Anastasiia und ihre Begleiter hatten keine Chance. Laut „Global News“ berichten Verwandte der getöteten Frau, dass aus kurzer Distanz mit schweren Geschützen auf das Auto geschossen worden sei.

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Anastasiia verbrachte ihre letzten Tage fast nur im Auto, um anderen zu helfen

„Wir fürchten uns nicht. Wir sind vereint wie nie zuvor. Wir helfen einander. Wir stehen stundenlang an Straßensperren und danken denen, die uns beschützen“, schrieb sie in ihrem Telegram-Blog, wenige Tage bevor sie starb. Ihre letzte Nachricht lautet: „Ich bin müde. Dritter Tag im Auto. Konnte Irpen nicht erreichen. Sie haben die Brücke gesprengt, auf der ich gestern gefahren bin. Morgen versuchen wir es in die andere Richtung.“ Doch in der Richtung wartete dann der Tod auf die Freiwillige Helferin. (jgr)

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