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Kramp-Karrenbauer hält an Mali-Einsatz fest: „Wenn wir rausgehen, wer sorgt dann für Stabilität?“

Kramp-Karrenbauer will keinen Rückzug aus Mali
Kramp-Karrenbauer will keinen Rückzug aus Mali
© dpa, Henning Kaiser, hka woi

29. Juni 2021 - 13:03 Uhr

AKK: "Der Anschlag ist kein Einzelfall, das ist ein Stück weit Realität "

Nach dem Anschlag auf zwölf Bundeswehrsoldaten in Mali will Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) nicht nur den Vorfall, sondern auch die ganze Mission untersuchen. "Wir werden den Angriff auf unsere Soldaten genau analysieren. Und dann müssen wir darüber reden, ob der Schutz und die Mittel, die wir zur Verfügung haben, überhaupt ausreichen oder ob wir nachlegen müssen." Im Rahmen ihrer aktuellen USA-Reise will die Verteidigungsministerin mit UN-Generalsekretär António Guterres die Rahmenbedingungen des Mali-Einsatzes diskutieren.

"Mali hat einen schwierigen Weg vor sich", so Kramp-Karrenbauer und weist auf die Schwierigkeiten in der Region hin: "Wir haben in Mali staatliche Strukturen, die schwächer werden, und wir haben terroristische Strukturen, die stärker geworden sind. Aber wenn wir und die anderen Nationen aus der Region rausgehen, wer sorgt dann für Stabilität?"

Dennoch soll sich am Auftrag der Bundeswehr nichts ändern. Die Ministerin will aus der Friedensmission keinen Kampfeinsatz machen – trotz steigender Gefahr. "Der Einsatz in Mali ist ein klarer Friedenseinsatz. So traurig es ist, der Anschlag ist kein Einzelfall. Das ist ein Stück weit Realität in diesem Einsatz.", so die Verteidigungsministerin und sagt weiter: "Mali ist ein gefährlicher Einsatz und ist es immer gewesen. Das haben wir jetzt auf schreckliche Weise gesehen."

Kramp-Karrenbauer: "Wir müssen aus Afghanistan lernen"

Während der Einsatz in Mali immer gefährlicher wird, steht der Einsatz in Afghanistan vor dem Ende. Die Verteidigungsministern zieht nach dem 20 Jahren am Hindukusch ein geteiltes Fazit. Zwar habe die Bundeswehr ihre Aufträge erfüllt, aber die politischen Ziele müssten kritisch analysiert werden, so Kramp-Karrenbauer und schlägt den Bogen zu Mali: "Wir müssen aus Afghanistan lernen, damit wir in der Sahelzone nicht dieselben Fehler wiederholen. Daher ist es so wichtig, dass der Friedensprozess in Afghanistan fortgeführt wird."

Auf die Frage, welche Verantwortung Deutschland gegenüber den Menschen in Afghanistan und vor allem den Menschen in Kundus hat, sagt die CDU-Politikerin: "Wir haben die Verantwortung gegenüber denen, die mit der Bundeswehr zusammengearbeitet haben. Für diese Menschen haben wir in der Bundesregierung eine Vereinbarung getroffen, um sie mit ihren Familien nach Deutschland zu holen."