Söhne haben 2020 schon die Polizei gerufen

Nach Todes-Schüssen in Glinde: Was das Jugendamt über die Familie weiß

29. Dezember 2021 - 9:04 Uhr

Schüsse töten zwei Kinder (11, 13)

Ein Vater soll in der Stadt Glinde in Schleswig-Holstein am späten Abend des Zweiten Weihnachtfeierstages auf seine Familie geschossen und seine Kinder getötet haben. Die Polizei wurde gegen 23 Uhr alarmiert und fand die Kinder leblos im Haus vor. Der 44-jährige Vater verstarb trotz Reanimationsmaßnahmen ebenfalls am Tatort. Eine 38-jährige Frau, möglicherweise die Ehefrau des Mannes, wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Im März 2020 wurde das Jugendamt schon einmal wegen häuslicher Gewalt zum Haus der Familie gerufen. Die Söhne hatten selbst die Polizei gerufen.

Im Video erzählt das Jugendamt, was es über die Familie weiß.

Anwohner hören die Schüsse

Nachbarn hatten die Polizei gerufen, nachdem sie die Schussabgabe im Haus hörten. Viel bekommen sie ansonsten aber nicht mit. Eine Anwohnerin erzählt, dass sie an illegale Knaller kurz vor Silvester gedacht hatte. Bei allen Leichen und auch bei der 38-Jährigen stellt die Polizei Schussverletzungen fest. Die Ermittlungen dauern an.

Im März 2020 handelte es sich laut Sabine Schmidt vom Jugendamt in Lübeck um einen Streit zwischen den beiden Eltern, bei dem die beiden Söhne anwesend waren und selbst die Polizei riefen. Damals zeigten sich die Eltern in den Gesprächen aber kooperativ. "Die Familie hat sich sehr einsichtig gezeigt und für uns gar nicht auffällig", so Sabine Schmidt. Seit dem Vorfall hatte es keinen weiteren Anlass gegeben mit der Familie in Kontakt zu treten. (kzi/nid/ekl)

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