"Nur" Seelenwärmer oder tatsächlich gesünder?

Wie wichtig warme Mahlzeiten wirklich sind!

16. Dezember 2021 - 11:04 Uhr

Einige Nährstoffe sind durch das Erhitzen besser verfügbar

von Nora Rieder

Im oft stressigen Alltag fehlt vielen die Zeit fürs Kochen und ein warmes Mittagessen. Doch wie wichtig ist es überhaupt, wenigstens einmal am Tag warm zu essen? Welche Nährstoffe durch das Erhitzen von Speisen tatsächlich besser aufgenommen werden können und welche Vorteile eine warme Mahlzeit am Abend hat, sehen Sie im Video.

Durchs Garen werden viele Lebensmittel bekömmlicher

Auch wenn kalte Snacks wie ein Salat oder ein belegtes Brötchen zwischendurch zeitsparend sind: Warme Mahlzeiten haben viele Vorteile und tun unserem Körper gut. Aber nicht nur das: Einige Nährstoffe kann unser Körper tatsächlich besser verwerten, wenn die Nahrungsmittel erhitzt werden.

Pilze beispielsweise sollten vor allem deshalb vor dem Verzehr erhitzt werden, weil sie roh nur schwer verdaulich sind. Grund dafür ist, dass sie Chitin und andere nicht verwertbare Kohlenhydrate enthalten, die unser Körper nicht aufspalten kann. Gegart hingegen sind sie eine gute Quelle für Vitamin C und D und liefern darüber hinaus viele B-Vitamine.

Auch Spinat, Mangold und Rhabarber sollten immer erhitzt werden. Roh enthalten sie nämlich viel Oxalsäure, welche die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Eisen blockiert. Durchs Dämpfen oder Blanchieren kann der Oxalsäure-Gehalt jedoch um 50-80 Prozent gesenkt werden.

Warme Mahlzeiten sind nicht notwendig, haben aber viele Vorteile und steigern das Wohlbefinden

Grundsätzlich gilt: Wir brauchen nicht zwangsläufig eine warme Mahlzeit am Tag. Wichtig ist vielmehr, dass wir unseren Körper über eine ausgewogene Lebensmittelauswahl mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen und die Energiebilanz über den Tag stimmt.

Allerdings bietet eine warme Zubereitung mehr Abwechslung: Die Nahrung kann gekocht, gebraten, gedünstet oder gebacken werden. Außerdem entfalten viele Lebensmittel ihre Aromastoffe erst, wenn sie erhitzt werden und schmecken uns so im warmen Zustand meistens besser. Zudem ist warmes Essen oft besser verdaulich als kaltes. Denn durch das Erhitzen werden die Nährstoffe in ihre Bausteine zerlegt, sodass unser Körper sie besser aufnehmen kann. Und das wiederum entlastet unsere Verdauungsorgane.

Und nicht zuletzt vermittelt warmes Essen ein Gefühl von Geborgenheit und sorgt für mehr Wohlbefinden, gerade jetzt in der kalten Jahreszeit.

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Wer sich optimal ernähren will, sollte nach dem Motto "halb roh – halb gekocht" essen, auch wenn das Gekochte nicht warm verzehrt werden muss.

Denn das Erhitzen von Lebensmitteln hat nicht nur Vorteile, es gehen auch Nährstoffe verloren. Vitamine, ätherische Öle und viele andere Komponenten, die dem Organismus nützen, werden durch das Garen zerstört.

Daher sollten vor allem Gemüsesorten, die viel Vitamin C enthalten, wie Brokkoli, Paprika oder Kohlrabi nur kurz in der Pfanne oder im Wok angedünstet oder mit wenig Wasser gedämpft werden. So bleibt das Gemüse zum einen schön knackig, zum anderen werden die wertvollen Inhaltsstoffe nicht mit dem Kochwasser ausgeschüttet. (sli/nri)

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