Tränenreiches Geständnis

„Ich bereue meine Taten und weiß, dass ich der Justiz einen schweren Schaden zugefügt habe."

Alexander B. gesteht Schuld ein Taktik oder Reue?
02:29 min
Taktik oder Reue?
Alexander B. gesteht Schuld ein

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Es war ein tränenreicher Auftritt des Angeklagten Alexander B. vor dem Frankfurter Landgericht. Erneut steht der ehemalige Oberstaatsanwalt wegen Korruption vor Gericht – heute um seine Aussage zu tätigen. Mehr Informationen zu dem Prozess gibt es im Video.

„Ich bereue meine Taten.“

Mit einem weitreichenden Schuldeingeständnis und persönlichsten Schilderungen räumt der ehemalige Oberstaatsanwalt die ihm zur Last gelegten Taten ein. Am zweiten Prozesstag sitzt Alexander B. als gebrochener Mann im Gericht: „Ich bereue meine Taten“, gesteht er mit stockender Stimme.

Lese-Tipp: Ex-Oberstaatsanwalt Alexander B. wegen Korruptionsverdacht vor Frankfurter Landgericht

Der ehemalige Leiter einer Ermittlungsstelle gegen Korruption im Gesundheitswesen muss sich seit vergangener Woche selbst wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten. Der 55-Jährige soll sich laut Staatsanwaltschaft bei der Vergabe von Gutachten bereichert und Schmiergelder kassiert haben. Unter Tränen erzählt er außerdem, dass er als Kind von seinem Vater sexuell missbraucht worden sei. Die Mutter habe ihn direkt nach der Geburt in ein Kinderheim gegeben und mit zwei Jahren zurückgeholt. Für ihn lassen sich diese traumatischen Erlebnisse aus seiner Kindheit auf seine Taten zurückführen.

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"Er steht vor den Scherben seines Lebens, seine Lebensgefährtin ist tot, auch wenn er sich von ihr getrennt hat. Das war schmerzlich. Er ist seinen Beruf los. Jetzt hat er noch eine Freiheitsstrafe vor sich. Das ist schwer", so sein Verteidiger Andreas Hohnel.

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Als ehemaliger Staatsanwalt ist ihm durchaus bewusst, dass er der Justiz einen schweren Schaden zugefügt hat. Die volle Tragweite seiner Taten habe er dann allerdings erst während der Ermittlungen verstanden. Er sei der Staatsanwaltschaft schon fast dankbar, dass sie dieses Korruptionsmodell beendet haben: „Aus eigener Kraft hätte ich das nicht geschafft“, beteuert er.

Verteidiger Andreas Hohnes, Korruptionsprozess Alexander B.
Verteidiger Andreas Hohnes ahnt schon, dass es für seinen Mandanten nicht leicht werden wird - beruflich als auch privat.
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Prozess dauert an

Alexander B. hat seiner Aussage nach schon angefangen, seine Schulden zurückzuzahlen. Neben der gewerbsmäßigen Bestechlichkeit räumt er außerdem den Vorwurf der Steuerhinterziehung ein. Kommende Woche wird dann auch der zweite Angeklagte Bernhard A. im Prozess verhört. A. und er sind alte Schulfreunde. (dpa/kas/naw)