Harte Vorwürfe gegen die europäischen Regierungen

Omikron-Entdeckerin: Ich sollte nicht über milden Verlauf sprechen

Medizinerin Angelique Coetzee
Angelique Coetzee im RTL Gespräch im November 2021. Damals hatte Coetzee ganz frisch die Omikron-Variante entdeckt.
RTL

Es sind schwere Vorwürfe, die Angelique Coetzee gegen die europäischen Regierungen erhebt. Die Präsidentin der South African Medical Association entdeckt im November 2021 in Südafrika die Corona-Variante Omikron und gibt Entwarnung: Die Variante habe in den meisten Fällen einen milden Verlauf. Doch Europa habe sie unter Druck gesetzt und ihr verboten, darüber zu reden. Dr. Georg-Christian Zinn, der Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, erklärt, wieso Europa mit Omikron trotzdem alles richtig gemacht habe.

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Wollte man die Medizinerin mundtot machen?

Gleich zu Beginn der Neuentdeckung von Omikron gibt Coetzee gegenüber dem südafrikanischen Nachrichtensender SABC News Entwarnung: „ Die meisten Fälle, die wir gerade haben, sind mild – egal ob man geimpft ist oder nicht. Wir haben keinen Anstieg in der Hospitalisierungsrate“, so die Medizinerin damals.

In einem Interview mit der WELT berichtet Coetzee nun aber, sie habe über diese Fakten nicht reden dürfen. Coetzee wörtlich: „Mir wurde gesagt, ich solle öffentlich nicht erklären, dass es eine milde Erkrankung sei. Ich wurde gebeten, von derartigen Äußerungen Abstand zu nehmen und zu sagen, es sei eine ernste Erkrankung.“ Irgendwann sei sie es leid gewesen und habe nur noch gesagt, in Südafrika sei es eine milde Erkrankung, in Europa hingegen eine sehr ernste. Der Druck sei jedoch nicht von den südafrikanischen Behörden gekommen, heißt es in der WELT. „Von einigen Ihrer Länder wurde ich kritisiert“, so die Medizinerin.

Zinn: "Wir haben mit Omikron alles richtig gemacht!"

Dr. Georg-Christian Zinn sieht den Umgang mit Omikron in Europa allerdings als richtig und notwendig an. „Wir haben viele Fälle gehabt und wir konnten die Situation in Südafrika nicht eins zu eins mit Europa vergleichen – insofern war es sinnvoll, es nicht zu unterschätzen“, sagt der Hygieniker im RTL-Gespräch. Mit den Informationen, die aus Südafrika kamen und die sehr gut und ausdifferenziert waren, wurde alles richtig gemacht, sagt Zinn. „Omikron ist für alle, die dreimal geimpft sind, tatsächlich eher eine schwere Erkältung“, sagt er, „aber man darf es weiterhin nicht unterschätzen.“

Medizinerin Coetzee sieht sich dennoch im Recht. „Ich hatte recht. Hätte ich unrecht, würde ich um Verzeihung bitten“, sagt sie im WELT-Interview und auch bezüglich des weiteren Verlaufs der Corona-Pandemie findet sie deutliche Worte: Wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickele, hänge allein von der politischen Lage in den Ländern ab. (jbü)

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