Studie der Asklepios-Kliniken zeigt:

Fast 70 Prozent der Corona-Intensivpatienten sind ungeimpft

Professor Christoph Herborn von den Asklepios-Kliniken in Hamburg im Interview mit RTL Nord.
Professor Christoph Herborn von den Asklepios-Kliniken in Hamburg im Interview mit RTL Nord.
© RTL Nord

14. Januar 2022 - 11:11 Uhr

von Linda Mürtz und Lisanne Vernunft

Wie wirksam ist die Coronaimpfung tatsächlich? Schützt sie uns vor einem schweren Verlauf? Diese Fragen beantwortet eine Auswertung der Asklepios-Kliniken in Hamburg jetzt eindeutig mit Zahlen. Demnach sind mehr als zwei Drittel der Corona-Intensivpatienten ungeimpft. Bei geimpften Personen verläuft die Erkrankung dagegen zum großen Teil milde.

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"Es zeigt eindeutig, dass die Impfung eine Schutzwirkung hat"

Der Ärztliche Leiter der Kliniken, Professor Christoph Herborn, ist von der Wirkung der Impfungen überzeugt. "Wir sehen ganz klar bei Patienten mit Covid-19, die eine Impfung bekommen haben, dass der Verlauf der Erkrankung insgesamt milder ist", erzählt er im RTL Nord-Interview. Auf den Intensivstationen der Asklepios-Kliniken in Hamburg lägen zurzeit 50 Patienten. "Und von diesen 50 sind knapp 70 Prozent ohne Impfung", so der Mediziner.

Professor rechnet mit steigenden Patientenzahlen

Obwohl die Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante nach ersten Erkenntnissen häufig milder zu verlaufen scheinen, geht Herborn davon aus, dass die Zahlen weiter in die Höhe schießen – auch auf den Intensivstationen: "Ich fürchte in den kommenden Wochen werden wir schon einen Anstieg der Patientenzahlen insgesamt sehen. Und ich gehe davon aus, dass es auch zur Versorgung von Patienten mit Covid-19 auf den Intensivstationen kommen wird – auch von Patienten mit der Omikron-Variante."

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Impfung "einziges vernünftiges Werkzeug in der Pandemie"

RTL Nord Reporterin Linda Mürtz im Interview mit Professor Christoph Herborn.
RTL Nord Reporterin Linda Mürtz im Interview mit Professor Christoph Herborn.
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Könnten die scheinbar milderen Verläufe der Omikron-Variante bei einigen Menschen zu Impfmüdigkeit führen? Das will RTL Nord Reporterin Linda Mürtz von dem Mediziner wissen. "Die Hoffnung ist auch da, dass die Pandemie tatsächlich bald vorbei sein wird. Was ist dahingehend, was die Impfungen angeht, trotzdem nach wie vor ihr Appell?", ergänzt sie. "Das Gegenteil ist der Fall", stellt Herborn klar. "Die Fallzahlen werden steigen und vor dem Hintergrund, dass wir wirklich sehen, dass auch bei Risikogruppen die Impfungen einen milderen Verlauf der Erkrankung und eine bessere Prognose der Erkrankungen zu Überleben mit sich bringt, können wir ganz klar sagen, dass die Impfung weiterhin unser einzig vernünftiges Werkzeug in der Pandemie gegen Covid-19 ist."

Nicht die einzige Studie mit diesem Ergebnis

Auch das Robert-Koch-Institut hat gemeinsam mit der Intensivmedizinervereinigung DIVI den Anteil der ungeimpften Corona-Patienten auf den deutschen Intensivstationen untersucht. Demnach waren zuletzt von knapp 9.000 Intensivpatienten 62 Prozent ungeimpft, 10 Prozent hatten einen unvollständigen Immunschutz.

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