Herdenimmunität wird bis zum Frühjahr erreicht - so oder so

Spahn: "Wer sich nicht impfen lässt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erkranken"

Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn (CDU) auf einer Wahlkampfveranstaltung in Rheinland-Pfalz
Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn (CDU) auf einer Wahlkampfveranstaltung in Rheinland-Pfalz
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22. September 2021 - 11:14 Uhr

Im Frühjahr 2022 ist die Pandemie vorbei

Für viele hat die Pandemie bereits ihren Schrecken verloren: Durch eine Impfung oder Genesung fühlt sich das Leben teilweise fast wieder normal an. Für eine Rückkehr zur Vor-Corona-Normalität ist es aber noch zu früh, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der Politiker rechnet für das Frühjahr 2022 mit einem Ende der Pandemie in Deutschland. Bis dahin werde die Herdenimmunität erreicht – entweder durch Impfung oder durch Ansteckung.

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Herdenimmunität wird erreicht: "Die Frage ist ja nur wie"

Spahn rechnet im kommenden Frühjahr mit einer Herdenimmunität gegen das Coronavirus und damit mit einem Ende der Pandemie. "Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren", sagte der CDU-Politiker der Augsburger Allgemeinen. "Herdenimmunität wird immer erreicht. Die Frage ist ja nur wie: ob durch Impfung oder Ansteckung. Die Impfung ist definitiv der sicherere Weg dorthin", sagte Spahn.

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Rückgang der Infektionszahlen trügt

"Wer sich nicht impfen lässt, der wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erkranken", sagte der Minister und warnte davor, die Ansteckungsgefahren angesichts der aktuell sinkenden Infektionszahlen zu unterschätzen. "Auch letztes Jahr hatten wir um diese Jahreszeit eine solche Verschnaufpause. Wir sind also noch nicht durch. Im Herbst und Winter, wenn wir alle wieder viel mehr in Innenräumen sind und das Immunsystem weniger stark ist, steigt auch das Risiko, sich anzustecken." Den gegenwärtigen Rückgang der Infektionszahlen führte Spahn vor allem auf das Ende der Urlaubssaison und die verschärften Testregeln zurück.

Mehr Anstrengungen zur Forschung und Behandlung von Long Covid

Es sei noch zu früh, die Corona-Maßnahmen aufzuheben, betonte der Gesundheitsminister. "Wenn wir gar keine Schutzmaßnahmen mehr hätten, würden unsere Intensivstationen durch die noch zu große Zahl Ungeimpfter überlastet", sagte Spahn. Für einen "Freedom Day" wie in anderen Ländern sei in Deutschland die Impfquote noch nicht hoch genug. Gut 67 Prozent aller Einwohner in Deutschland haben bisher mindestens eine Impfung erhalten, über 63 Prozent sind vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft.

Spahn kündigte ferner mehr Anstrengungen zur Forschung und Behandlung von Long Covid, dem Anhalten von Corona-Symptomen über viele Wochen, an. Darüber wisse man noch nicht viel. Es gebe kein einheitliches Krankheitsbild und keine eindeutige Diagnose. (dpa/ija)

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