Umstrittene Nanopartikel machen den Sonnenschutz transparent

Sonnencremes mit Titandioxid oder Zinkoxid: Darauf müssen Sie achten

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23. Juli 2019 - 17:14 Uhr

Titandioxid und Zinkoxid werden in Nanopartikel zerteilt

Wer seine Haut vor UVA- und UVB-Strahlung schützen will, greift meist zu Sonnencreme mit mineralischen UV-Filtern, die die Pigmente Titandioxid oder Zinkoxid enthalten. Das Problem dabei: Eigentlich sind diese weiß und hinterlassen dementsprechend auch einen weißen Film auf der Haut. Um das zu vermeiden, werden sie für Sonnencremes in mikroskopisch kleine Partikel, sogenannte Nanopartikel, zerteilt und damit transparent gemacht.

Aber genau diese Nanopartikel stehen im Verdacht, tief in die Haut einzudringen und dort Schäden anrichten zu können. Wir zeigen, worauf man beim Sonnenschutz deshalb achten muss.

So funktionieren mineralische UV-Filter

In Sonnencreme werden Nanopartikel von Zink- und Titandioxid als sogenannte physikalische oder mineralische UV-Filter eingesetzt. Diese mineralischen Filter blockieren die UV-Strahlen auf der Hautoberfläche und reflektieren das Sonnenlicht. Sie eignen sich vor allem für all diejenigen, die keine Chemie auf ihre Haut lassen wollen oder auf chemische Filter allergisch reagieren.

Sonnencremes mit Titandioxid oder Zinkoxid gehören zu den am häufigsten verwendeten UV-Filtern, führen selten zu allergischen Reaktionen und schützen als Breitspektrum-UV-Filter sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung.

Das sind Nanopartikel

Nanopartikel sind winzig kleine Teilchen, die in vielen Kosmetikprodukten wie Deos, Zahnpasta oder eben Sonnencreme eingesetzt werden. Mit einer Größe von 1 bis 100 Nanometern sind sie unvorstellbar winzig - ein menschliches Haar etwa ist ungefähr 90.000 Nanometer breit.

Weil sie so klein sind, wird angenommen, dass Nanopartikel membrangängig sind, also tief durch die natürlichen Hautbarrieren dringen und sich so im Körper anlagern können, was möglicherweise negative Folgen für den Organismus hat. Über die Wirkung der Nanotechnologie auf Mensch und Umwelt sowie über mögliche Langzeitschäden ist bisher nur wenig bekannt.

So bewerten Studien die Nanopartikel

Bisherige Studien geben allerdings Entwarnung: Laut den meisten Ergebnissen dringen Nanopartikel von Zinkoxid und Titandioxid bei gesunder, unbeschädigter Haut nicht weiter als bis in die äußerste Hautschicht vor und sind somit unbedenklich. Auch das Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS) der EU-Kommission hat Zink- und Titandioxid in Nanoform als sicher bewertet. Es weist aber ebenfalls darauf hin, dass die allgemeine Datenlage noch lückenhaft und unvollständig ist.

Das SCCS warnt allerdings davor, die Titandioxid- und Zinkoxid-Nanoteilchen einzuatmen. Auch einem Ergebnis der Internationalen Agentur für Krebsforschung zufolge ist Titandioxid möglicherweise krebserregend, wenn es in hohen Dosen eingeatmet wir. Demzufolge sollte man Sonnensprays, die Titandioxid und Zinkoxid in Nanogröße enthalten, also vermeiden und den Sonnenschutz lieber direkt auf die Haut cremen statt ihn aufzusprühen.

Video: Sensitiv-Sonnencremes im Öko-Test

Wie Sensitiv-Sonnencremes im Öko-Test abgeschnitten haben und wer überhaupt zu sensitiven Cremes greifen sollte, zeigen wir im Video.