Meeresbiologe ordnet aggressives Verhalten ein

Schock-Video! Hier attackieren sich zwei Killerwale

Peta-Vorwurf: Killerwale greifen sich in SeaWorld-Park an Schockierende Aufnahmen
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Schockierende Aufnahmen
Peta-Vorwurf: Killerwale greifen sich in SeaWorld-Park an

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von Jana Wehmann und Lynn Michel

Zwei Wale greifen sich gegenseitig an, Blut spritzt, ein Tier versucht sich sogar selbst zu stranden - diese schockierenden Filmaufnahmen aus dem Sea-World-Park in San Diego verbreiten sich zurzeit in den sozialen Medien. Aber woher kommt das auffällige Verhalten der Tiere? Liegt die Aggressivität in der Gefangenschaft begründet? Der Meeresbiologe Dr. Philipp Kanstinger ordnet das aggressive Verhalten der Tiere im Gespräch mit RTL ein.
Den Moment des Angriffs der Wale, sehen Sie im Video.

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Orcas sind nicht für Gefangenschaft gemacht

Laut dem Meeresbiologen Kanstinger ist auf dem Video deutlich ein aggressives, untypisches Verhalten der Tiere zu beobachten. Allerdings sei das Video in einer extrem schlechten Qualität aufgenommen und sehr kurz, so dass man nicht einschätzen könne, was genau passiert sei. „Dass das eine Tier blutet und versucht, sich selbst aus dem Pool zu retten, ist jedoch ein eindeutiges Zeichen für Stress bei dem Säugetier und absolut untypisch“, sagt Kanstinger. Die Tierschutzorganisation Peta hat wegen des Videos Beschwerde eingereicht. Orcas seien nicht für eine Gefangenschaft in kleinen Becken geschaffen.

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"Tiere zeigen häufig abnormales Verhalten in Gefangenschaft"

In den kleinen Becken in Gefangenschaft haben Orcas oft nur sehr wenig Platz. In freier Wildbahn legen die Meeressäuger zwischen 80 und 120 Kilometer zurück und tauchen rund 180 Meter tief. „Die Tiere zeigen häufig abnormale Verhaltensweisen in Gefangenschaft.“, erklärt Meeresbiologe Kanstinger. Beispielsweise rammen Orcas ihren Kopf immer wieder gegen eine Beckenwand. Zudem sei der Zustand der Zähne in Gefangenschaft lebender Orcas oftmals sehr schlecht, weil sie ständig an den Gitterstäben des Käfigs nagen.

Orcas sind extrem soziale Tiere, die enge Bindungen innerhalb der Familie pflegen. „In Gefangenschaft werden die Tiere ihrer Familie entrissen und aus verschiedenen Familien zusammengesetzt“, erklärt Kanstinger im Gespräch mit RTL. Da sei es wenig verwunderlich, dass die Tiere aggressiv reagieren würden.

Laut Kanstinger wurden auch schon Angriffe von Orcas untereinander in der freien Natur beobachtet. Allerdings sei diese Aggressivität kein typisches Verhalten. „Wenn die Tiere im Meer Stress haben, können die Orcas einander ausweichen und Distanz schaffen. Das ist in kleinen Pools in Gefangenschaft nicht der Fall“, weiß Kanstinger.