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Russische Zeitung "Komsomolskaja Prawda" nennt hohe Opferzahl und löscht sie wieder: Sind gehackt worden

Nächste Propaganda-Panne?

Russische Zeitung nennt hohe Opferzahl und löscht sie wieder: Sind gehackt worden

23.02.2022, Ukraine, Svitlodarsk: Ein ukrainischer Soldat geht durch einen Graben an der Trennlinie zwischen dem von der Ukraine und dem von pro-russischen Separatisten gehaltenen Gebiet in der Nähe von Svitlodarsk in der Ostukraine. Die Ukraine rüst
Soldaten im Ukraine-Krieg (Symbolbild)
AZ lvb pat, dpa, Evgeniy Maloletka

Die kremlnahe russische Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ hat hohe Zahlen angeblich in der Ukraine getöteter Russen veröffentlicht - und später wieder gelöscht. In einem Online-Artikel vom Montag schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Verteidigungsministerium von 9.861 getöteten russischen Soldaten, wie aus einer archivierten Version des Textes hervorgeht. Das wären deutlich mehr als die 498 Toten, die Moskau bislang offiziell bestätigt hat. Nun gibt der Kreml-Korrespondent der Zeitung, Alexander Gamow, am Dienstag an, die Webseite sei gehackt worden. Ist es die nächste Propaganda-Panne?

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Fast 10.000 getötete Soldaten? Russiche Zeitung löscht Text-Passagen - angeblicher Hackerangriff

Für einige Stunden war in der Zeitung die Rede von fast 10.000 russischen Soldaten, die seit Kriegsbeginn gestorben sein sollen. Doch einige Stunden später war die entsprechende Passage aus dem Artikel der „Komsomolskaja Prawda“ wieder verschwunden.

Wieso die kremlnahe Zeitung die hohen Opferzahlen veröffentlichte, war zunächst unklar. Am Dienstag führt "Komsomolskaja Prawda" die Veröffentlichung auf einen Hackerangriff zurück. Die Webseite sei attackiert und eine falsche Meldung über den Tod russischer Soldaten veröffentlicht worden. Gamow lieferte die Erklärung für die Geschichte in der täglichen Telefonkonferenz des Präsidialamts. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow selbst hatte zuvor erklärt, er könne den Vorfall nicht kommentieren.

Andere Medien rätselten am Montag über den Artikel – und wiesen darauf hin, dass im Briefing des Verteidigungsministeriums am Sonntag keine Angaben zu getöteten Russen gemacht wurden. Anfang März hatten russische Staatsmedien bereits versehentlich den vermeintlichen Sieg Russlands über die Ukraine verkündet - und die Artikel zum größten Teil später wieder gelöscht.

Selenskyj-Berater Podoljak: „Ein Desaster für die Propaganda Russlands"

Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak kommentierte anschließend auf Twitter, dass „die russische Kunst des Lügens“ nicht mehr helfe. „Ein Desaster für die Propaganda Russlands, in der echten Welt gibt es aber fast schon doppelt so viele tote Russen.“

Der Journalist Yaroslav Trofimov vom „Wall Street Journal“ schrieb auf Twitter: „Entweder (die Seite) KP.ru wurde gehackt oder jemand hat geleakte Zahlen bekommen und sie veröffentlicht.“ Nach ukrainischer Darstellung sind seit Kriegsbeginn bereits knapp 15.000 russische Soldaten getötet worden. (jaw/dpa)

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