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RTL-Triell: So bewerten SPD und CDU den Auftritt von Olaf Scholt und Armin Laschet

Partei-Generäle bewerten Schlagabtausch bei RTL

Klingbeil: Scholz-Auftritt im Triell "wichtiger Meilenstein" auf Weg ins Kanzleramt

CDU und Grüne wundern sich über Umfrage-Sieg von Scholz

Eines bleibt auch nach dem ersten Kanzler-Triell der deutschen Politikgeschichte beim Alten: Alle Kandidaten haben den Schlagabtausch nach Ansicht ihrer Parteien natürlich gewonnen. Und doch ist klar: Die SPD hat nach dem hitzigen TV-Abend weiter (Umfrage-)Oberwasser. Generalsekretär Lars Klingbeil sieht Olaf Scholz‘ Auftritt gar als „wichtigen Meilenstein“ auf dem Weg ins Kanzleramt.

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Klingbeil (SPD): "Laschet hat wild um sich geschlagen"

Scholz sei „souverän in den Themen“ gewesen, sagte Klingbeil im RTL/ntv-Frühstart. CDU-Frontmann Armin Laschet habe dagegen dünnhäutig, gereizt und bisweilen überheblich agiert, so der SPD-General. „Das ist jemand, der kein Kanzlerformat hat.“ Laschet habe sich mit seinen Attacken vor allem der Union präsentieren wollen und „wild um sich geschlagen“.

Mit der Aussage, Scholz wolle à la Merkel im Schlafwagenmodus ins Kanzleramt rollen, kann Klingbeil nichts anfangen. „Es geht um Seriosität und Ernsthaftigkeit, wir suchen ja einen Kanzler für dieses Land, jemanden, der nach Angela Merkel das Land führen kann“, sagte Klingbeil. Subtext: Scholz ist der einzige mit Merkel-Format. Aus dem Munde eines SPD-Generalsekretärs allemal interessant.

Trotz des Höhenflugs in den Umfragen arbeite die SPD konzentriert weiter, betonte Klingbeil. Der Zuspruch der TV-Zuschauer zeige aber, dass die Menschen Scholz als Kanzler wollten. Das Triell sei ein „wichtiger Meilenstein“ auf dem Weg ins Kanzleramt. In einer RTL-Blitzumfrage hatten 36 Prozent der Zuschauer Scholz als Sieger gesehen (30 Prozent votierten für Baerbock, nur 25 Prozent sahen Laschet vorne).

Lesetipp: Analyse – so lief das Kanzler-Triell

Video: Laschet "on fire" oder "aggro"?

War Laschet "on fire" oder "aggro"? Analyse des Triells
01:48 min
Analyse des Triells
War Laschet "on fire" oder "aggro"?

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Ziemiak warnt vor Linksbündnis

Klingbeils CDU-Konterpart Paul Ziemiak sah die Sache naturgemäß ganz anders. „Armin Laschet hat im Gegensatz zu Olaf Scholz klare Position bezogen und nicht rumgeeiert“, sagte Ziemiak. „Jeder, der dieses Triell gesehen hat, hat gesehen, dass Armin Laschet mit Abstand der stärkste Bewerber um das Kanzleramt ist.“ Insofern hätten ihn die Zahlen der RTL-Blitzumfrage verwundert.

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Koalitionsfrage war größtes Streitthema RTL-Triell
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Ähnlich ging es Michael Kellner. Der Bundesgeschäftsführer der Grünen vermutet, dass Scholz „ein Stück weit davon profitiert hat, dass er da als Favorit reinegegangen ist“. Dennoch sei er „hochzufrieden“. Annalena Baerbock habe „sehr klar für Aufbruch und Erneuerung gestanden“, so Kellner. „Es gibt ein weiter so und ein noch weiter so mit Armin Laschet und Olaf Scholz und es gibt ein echtes Anpacken beim Klimaschutz mit Annalena Baerbock.“ Bis zur Wahl seien es noch vier Wochen. „Alles ist offen, alles ist drin“, sagte der Grünen-Geschäftsführer.

Die Gewinner des Triells seien aber vor allem die Zuschauer gewesen, befand Kellner. „Es wurde über viele Themen geredet. Das hat mir gefallen.“

Ziemiak warf Scholz und der SPD indes erneut vor, eine Koalition mit der Linken nicht „explizit“ auszuschließen und diese Machtoption bewusst zu wollen. „Ich sage voraus: Wenn die SPD eine Stimme Mehrheit hat für rot-rot-grün hat, wird sie diese Koalition machen“, betonte Ziemiak – und fragte rhetorisch: „Wollen wir wirklich eine Partei in der Regierung, von der Teile vom Verfassungsschutz beobachtet werden?“

Klingbeil hielt dagegen. „Die Zeiten, in denen sich zwei Männer nach der Wahl in einer Kneipe treffen und auf dem Bierdeckel Kabinette aufschreiben, sind vorbei.“ Es gehe um neue Politik und um Respekt vor den Wählern, die letztlich entscheiden würden, was möglich sei. Die SPD habe in puncto Bundeswehr und Nato klare Prinzipien. „Es wird mit uns keine Regierung geben, die diese Prinzipien infrage stellt.“ (mar)