Während der Narkose

Arzt soll zwei Patientinnen vergewaltigt haben - und besaß wohl Kinderpornografie

Andres C. wird unter anderem der Besitz von Kinderpornographie vorgeworfen.
Andres C. wird unter anderem der Besitz von Kinderpornographie vorgeworfen. Auf Instagram zeigt er sich auf vielen Bildern verliebt mit einer Frau.
Instagram/andresonate153

Schrecklicher Fall aus Rio de Janeiro in Brasilien: Einem Arzt wird vorgeworfen, zwei Patientinnen während der Narkose missbraucht zu haben. Außerdem soll der Mann, der sich in den sozialen Medien als liebender Vater präsentiert, Kinderpornos besessen haben. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft.

Brasilien: Liebender Vater oder eiskalter Sexualstraftäter?

Wirft man einen Blick auf das Instagram-Profil des Anästhesisten Andres C., sieht man einen fröhlichen Mann. Er posiert verliebt mit einer Frau, zeigt ein kleines Baby, hat einen putzigen Mops. Doch der Schein trügt: Dieser strahlende und scheinbar nette Mann soll zwei seiner Patientinnen vergewaltigt haben, während sie in der Narkose schliefen. Außerdem wirft ihm die Polizei vor, im Besitz von Kinderpornographie zu sein, das schreibt das Portal „Globo“. Der Arzt soll vergangenen Montag festgenommen worden sein. Die Staatsanwaltschaft erließ den vorläufigen Haftbefehl und veranlasste die Durchsuchung seines Handys, wegen „Vergewaltigung von Gefährdeten“.

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Der gebürtige Kolumbianer Andres C. soll sich sogar dabei gefilmt haben, wie er sich sexuell an den betäubten Frauen vergriff. Dabei habe er sich oral an seinem Opfer befriedigt, schreibt „Globo“.

Mehr als 20.000 Kinderpornos auf dem Handy

Andres C. präsentiert sich in den sozialen Medien als sympathischer und fröhlicher Mann.
Andres C. präsentiert sich in den sozialen Medien als sympathischer und fröhlicher Mann.
Instagram/andresonate153

Aufgeflogen ist der Anästhesist offenbar, weil ihm der „Dienst zur Unterdrückung von Hassverbrechen und Kinderpornografie“ der Bundespolizei auf die Schliche kam. Zusammen mit der Polizei führten sie Ermittlungen durch, berichtet „Globo“. Wegen des dringenden Verdachts gegen Andres C. sei die Durchsuchung seines Mobiltelefons genehmigt worden. Darauf hätte man dann circa 20.000 Medien mit kinderpornografischem Inhalt gefunden.

Drei Dateien erregten angeblich die Aufmerksamkeit der Ermittler: Sie schienen selbst angefertigt worden zu sein und zeigten erwachsenen Patienten, die während der Narkose missbraucht wurden. So bemerkte die Polizei erst, dass der Arzt noch viel mehr auf dem Kerbholz hatte, als zuerst angenommen.

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„Als wir die Videos sahen, behandelten wir die Vorfälle von Anfang an als Fälle von Vergewaltigung“, erklärte der Hauptermittler, Luiz Henrique Marques. Man habe die Opfer allerdings identifizieren müssen. „Durch die Metadaten der Videos bestimmten wir den Aufenthaltsort des Verdächtigen zum Zeitpunkt der Aufnahme und die Krankenhäuser.“ Danach hätte sich die Polizei auf die Suche nach den ahnungslosen Frauen gemacht. Schlussendlich habe man die Betroffenen ausfindig machen können.

Eine andere Seite von Andres C.: Hier zeigt er sich mit einem Gewehr in der Hand.
Eine andere Seite von Andres C.: Hier zeigt er sich mit einem Gewehr in der Hand.
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Betroffene Frauen wussten nichts von dem Missbrauch

Die von Andres aufgenommenen Videos seien den Opfern gezeigt worden, schreibt „Globo“. Die beiden Frauen hätten sich tatsächlich wiedererkannt – allerdings wussten sich nichts von dem Missbrauch, der ihnen widerfahren war. Das erste Verbrechen ereignete sich demnach am 15. Dezember 2020 im Staatskrankenhaus Nossa Senhora de Nazareth Lagos in Saquarema. Die Frau sollte einer Eileiterunterbindungsoperation unterzogen werden. Der zweite Missbrauch fand am 5. Februar 2021 in einem der Operationssäle des Hospital do Fundão statt, heißt es. Geplant war wohl die Entfernung der Gebärmutter.

Den Ermittlern sei neben den belastenden Videos aufgefallen, dass Andres C. bei den Operationen vor Ort gewesen sei, obwohl er nicht im Dienstplan gestanden hatte. Sie gehen auch davon aus, dass es neben den beiden Frauen noch weitere Opfer gegeben haben könnte. Die Ermittlungen dauern an. Der Verdächtige soll sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert haben. (dky)