Von seinen sechs Kindern leben nur noch drei

Prozess in München: Vater soll fünf Wochen altes Baby getötet haben

Ein wegen Totschlags angeklagter Mann, der seine fünf Wochen alte Tochter in Oberammergau umgebracht haben soll, wird zu Prozessbeginn in einen Gerichtssaal vom Landgericht in München geführt. In der Mitte steht sein Rechtsanwalt Sewarion Kirkita
Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines knapp fünf Wochen alten Babys hat der Vater eingeräumt, das Neugeborene geschüttelt zu haben.
picture alliance/dpa | Matthias Balk

Schädelbruch, Hirnblutungen und gebrochene Rippen: Das Opfer ist ein fünf Wochen altes Baby und angeklagt der 26-jährige Vater. Während des Prozesses wird eine grausame Tatsache klar: Das Baby ist nicht das erste Kind des Mannes, das nur wenige Wochen lebte. Von den sechs Kindern, die er mit zwei Frauen bekam, leben nur noch drei. RTL liegt die Anklageschrift vor.

Obduktionsergebnisse sind erschreckend

Im Jahr 2021 flüchtete der 26-jährige Mann zusammen mit seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland. Seitdem lebten sie in einer Unterkunft in Oberammergau. Hier soll der 26-Jährige seine fünf Wochen alte Tochter getötet haben. Die Obduktionsergebnisse nach dem Tod des kleinen Mädchens sind schockierend: Das Baby erlitt demnach einen Schädelbruch, Hirnblutungen, ein Schädel-Hirn-Trauma, Blutergüsse und Brustkorbverletzungen. Außerdem waren zwei Rippen gebrochen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Moldauer jetzt Totschlag vor.

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Vater gesteht: Er hat das Baby geschüttelt

Laut der Anklage hatte der Vater das Baby kurz vor der Tat noch auf dem Schoß, bis er die Tochter wickeln musste. „Aus einem unbekannten Grund, vermutlich zumindest aber auch, weil sich seine Tochter eingekotet hatte, geriet der Angeschuldigte in Rage und packte aus Verärgerung seine knapp fünf Wochen alte Tochter, schüttelte sie mehrfach und schlug sie schließlich mit Oberkörper und Schädel wuchtig gegen einen nicht bekannten, harten Gegenstand, vermutlich ein Möbelstück in dem Zimmer der Familie“, heißt es in der Anklageschrift.

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Tatsächlich gibt der Vater vor dem Landgericht München zu, seine Tochter geschüttelt zu haben. Der Kleinen sei aber schon vorher Blut aus der Nase getropft. Das habe er beim Wickeln gemerkt und er sei darum in einem „Schockzustand“ gewesen. Deswegen habe er seine Tochter ruckartig geschüttelt und ihren Namen gerufen. Der Kopf des Babys sei in seiner Gegenwart nirgendwo gegen geschlagen. Er habe versucht, das Kind wiederzubeleben.

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Der Schock: Drei seiner sechs Kinder sind tot

Als das Gericht die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten abfragte, zeigte sich: Das war bereits sein drittes Kind, das gestorben ist. Zwei seiner Kinder starben als Säuglinge kurz nach der Geburt in der Ukraine. Die Todesursache blieb vor Gericht zunächst unklar. Ebenso, ob es bei ihnen eine Obduktion gegeben habe. Darüber machten der Angeklagte und die Mutter der beiden in der Ukraine gestorbenen Babys laut Gericht unterschiedliche Angaben. (dpa/jsi)

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