Prinz Harry schießt gegen Camilla

Warum ist die Stiefmutter eigentlich immer die Böse?

Prinz Harry: Image-Probleme machten Camilla "gefährlich"
Prinz Harry (h.l.) lässt kaum ein gutes Haar an seiner Stiefmutter Camilla (v.r.).
imago/agefotostock, SpotOn

von Anna Kriller

In seiner Biografie „Spare“ (in Deutschland „Reserve“) sowie in mehreren Interviews teilt Prinz Harry ordentlich gegen seine Stiefmutter und heutige Königin Camilla aus, nennt sie einen „Bösewicht“ und „gefährlich“. Auch in der Historie ist der Begriff Stiefmutter negativ belegt. Aber warum ist das eigentlich so? Was macht die Stiefmutter so „böse“? Und warum tun wir uns oft tatsächlich schwer mit der eigenen Schwiegermutter?

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Was macht die Stiefmutter so "böse"?

Schon aus Märchen wie Schneewittchen oder Aschenputtel kennen wir sie: die böse Stiefmutter. „Sie steht für die dunklen Anteile, die jeder Mensch in sich trägt, übrigens Männer wie Frauen wie non-binäre Menschen“, erklärt Familienberaterin Ruth Marquardt im Interview mit RTL.

Dass die böse Stiefmutter weiblich dargestellt wurde, es also selten böse Stiefväter gab, habe laut Marquardt nur zum Teil mit der heutigen Welt zu tun. „Es gibt hierzu unterschiedliche Erklärungen, eine davon lautet: Es war die männliche Angst vor der weiblichen Urkraft. So wurden Mythen von dunklen Hexen und bösen Stiefmüttern erfunden, um Frauen in bestimmten Positionen gezielt zu schwächen oder anzugreifen.“

Schauen wir uns heute in der realen Welt statt in der Märchenwelt um, gebe es ebenso böse Stiefväter wie großartige Stiefmütter, erklärt Marquardt weiter. Letztere seien dann ganz häufig ein großer Gewinn für die Familie bzw. die Kinder.

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Warum trifft das Klischee auch oft auf die "böse" Schwiegermutter zu?

Filme wie „Das Schwiegermonster“ und die ein oder andere eigene Erfahrung beflügeln solche Klischees noch. Hält der Partner dann in Konfliktsituationen noch zur Mutter statt zur Partnerin, wird’s schwierig. Doch warum denken wir eigentlich in solchen Klischees? Und wie kommen wir da wieder raus?

Bei der Gemengelage zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter geht es um die Konkurrenzsituation, die tatsächlich sehr häufig vorkommt, weiß Marquardt. „Vielen Schwiegermüttern fällt es durchaus schwer, ihre Söhne loszulassen.“ Doch es gibt auch einen Weg hinaus: „Klischees werden immer dann aufgelöst, wenn es gute Vorbilder gibt, die das Gegenteil beweisen.“ Aber wie schafft man es raus aus den Vorurteilen hin zum positiven Vorbild?

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Was kann man tun, um an der Schwiegermutter-Schwiegertochter-Beziehung zu arbeiten?

Eine innere Haltung aller Beteiligten von Freundlichkeit und Miteinander sei hier der Schlüssel, erklärt die Familienberaterin. „Was hilft, ist ein offenes Mindset von allen Seiten und eine innere Haltung von: ‘Wir können uns so lassen, wie wir sind. In einer mindestens freundlichen Haltung’.“ Komme es dann doch zu Zoff, habe das meist mit eigenen Unsicherheiten zu tun.

Um gar nicht erst ins Klischee-Denken zu geraten, sei es ratsam, den Mythos klar zu sehen, als das, was er ist: eine dunkle Geschichte, die nichts mit dem hier und jetzt zu tun hat, so Marquardt. „Je mehr sich alle Beteiligten auf sich konzentrieren, auf innere Zufriedenheit, desto weniger müssen sie sich auf Fehler anderer fokussieren.“

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