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Potsdam: Vier Behinderte in Wohnheim grausam getötet - Tatverdächtige schweigt in Vernehmungen

Sie soll vier Menschen getötet und eine Frau schwer verletzt haben

Bluttat in Behinderten-Wohnheim in Potsdam: Tatverdächtige schweigt

Trauer und Entsetzen in Potsdam Nach Bluttat in Behindertenheim
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Nach Bluttat in Behindertenheim
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Verdächtige wird auf Schuldfähigkeit untersucht

Vier Behinderte in einer Potsdamer Wohneinrichtung sind tot, grausam getötet – vermutlich von einer Pflege-Mitarbeiterin. Das Amtsgericht Potsdam wies die Frau in ein psychiatrisches Krankenhaus in Brandenburg/Havel ein. Sie soll auf ihre Schuldfähigkeit untersucht werden. Die Frau schweigt bisher in den Vernehmungen. Die Ermittler wollen jetzt den genauen Tatablauf klären, denn noch immer sind viele Fragen ungeklärt.

Opfer waren langjährige Bewohner der Potsdamer Einrichtung

Im Thusnelda-von Saldern-Haus in Potsdam wurden vier Menschen vorsätzlich getötet.
Im Thusnelda-von Saldern-Haus in Potsdam wurden vier Menschen getötet.
SO, AP, Michael Sohn

Die 51-jährige Mitarbeiterin hat die vier Bewohner des Wohnheims für Körper- und Mehrfachbehinderungen nach bisherigen Erkenntnissen vorsätzlich getötet und eine weitere Bewohnerin schwer verletzt. Die Todesopfer waren langjährige Bewohner. Es handelt sich um zwei Männer und zwei Frauen, sie waren 31, 35, 43 und 56 Jahre alt. Die Täterin soll den Opfern, die in unterschiedlichen Zimmern lagen, die Kehle durchgeschnitten haben.

Wie vieles andere ist auch unklar, ob eine mögliche psychiatrische Erkrankung der Frau bekannt war oder nicht. Der Bild-Zeitung zufolge soll die Frau seit ihrer Jugend Psychopharmaka nehmen und sei unter anderem wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz polizeibekannt.

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Taten aus Potsdam blieben zunächst unbemerkt

Die Ermittlungen in Potsdam gehen weiter.
Die Ermittlungen in Potsdam gehen weiter.
soe wst, dpa, Soeren Stache

Als sie die Behinderten tötete, war sie allein für die Pflege der Menschen verantwortlich gewesen, sodass die Taten zunächst unentdeckt blieben. Die Opfer lagen alle in eigenen Zimmern. Nach der Tat habe sich die Frau ihrem Mann anvertraut, so der Berliner "Tagesspiegel". Der habe die Polizei alarmiert, die schließlich die Toten und die Schwerverletzte fand.

Seitdem dauern die Ermittlungen an. Eine Tatwaffe wurde bisher nicht gefunden.

Die schwer verletzte Bewohnerin ist nach Angaben des Vereins Oberlinhaus ist unterdessen auf dem Weg der Besserung. "Sie ist notoperiert worden und es geht bergauf", sagte eine Sprecherin. "Das ist für uns alle eine gute Nachricht."