Quarantäne statt Traumstrand

Positiv trotz Impfung! Griechenland-Urlaub wird zum Horror-Trip

05. August 2021 - 10:26 Uhr

Party-Urlaub auf Kreta endet in Quarantäne

Sommer, Sonne, Traumstrand – für viele von uns genau das, was wir nach diesem Pandemie-Winter brauchen. Gut, wer da schon zweifach geimpft ist und sich nach Lust und Laune im Urlaub bewegen kann. Das zumindest dachten sich Marly, Rebecca und Muna, die den Corona-Stress der letzten Monate unter der Sonne Kretas vergessen wollten – bis die Realität die drei Freundinnen einholte. Was sie auf den Partys auf der Insel erlebt haben und was sie jetzt allen Urlaubern raten, zeigen wir im Video.

Schock bei der Ankunft auf Kreta: Das Hotel ist geschlossen!

Marly Ceballos
Marly (21) weiß inzwischen, dass die Gruppe ihren Urlaub zu naiv geplant hat.
© RTL

"Es hätte auch ein super Urlaub werden können", fasst Rebecca die Geschehnisse der letzten Wochen in unserem Interview zusammen. Die 19 Jahre alte Studentin und ihre Freundinnen haben sich zum Zeitpunkt ihrer Reise nach Kreta zwei Jahre lang nicht gesehen. Entsprechend groß die Vorfreude. "Wir sind alle drei zweifach geimpft und wollten einen Party-Urlaub machen, so wie früher", erzählt die 21-jährige Marly. Aber schon zu Beginn läuft nichts "so wie früher": Die Freundinnen canceln den eigentlich geplanten Spanien-Trip, weil das Land zum Hochrisikogebiet erklärt wurde und entscheiden sich für die griechische Insel Kreta. Dort angekommen, folgt die nächste schlechte Nachricht: "Der Taxifahrer hat schon so komisch geschaut, als wir ihm die Hotel-Adresse genannt haben. Und als wir dann dort angekommen sind, war klar: Das Hotel ist geschlossen!", berichtet Marly. Trotz coronabedingter Schließung sei das Hotel auf der Buchungswebseite buchbar gewesen – doch an Urlaub vor Ort ist nicht zu denken. Immerhin: Der Reiseveranstalter reagiert sofort und organisiert der Gruppe unbürokratisch eine neue Unterkunft ohne Aufpreis.

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Schüttelfrost, Übelkeit, Fieber: "Wir dachten, es sei ein Sonnenstich"

Auf einer Party infiziert sich Muna mit Corona, muss in ein Quarantäne-Hotel.
Auf einer Party infiziert sich Muna mit Corona, muss in ein Quarantäne-Hotel.
© Tiktok/mcmarly.99

Im neuen Hotel fühlen sich die drei jungen Frauen wohl und sicher. Die Corona-Maßnahmen seien eingehalten worden, alle Gäste und Angestellte hätten Maske getragen und ans Buffet ging es nur mit Plastikhandschuhen. Doch dass dieses Sicherheitsgefühl nicht überall gilt, muss vor allem Muna wenig später feststellen. Nach einer Partynacht erbricht sie sich, klagt über Schüttelfrost und misst über 39 Grad Fieber. "Sie hat gesagt, dass ihr kalt sei. Und das haben wir gar nicht verstanden, weil es draußen über 30 Grad waren", erinnert sich Marly. Nach einer kurzen Recherche im Internet stellen die Freundinnen ihre Diagnose: Sonnenstich. An eine Corona-Infektion denkt keine von ihnen, denn die Selbsttests aus der Apotheke waren allesamt negativ. Am Ende ist es ein aufmerksamer Hotelmitarbeiter, dem das Fieberthermometer auf dem Nachttisch auffällt.

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Plötzlich geht alles ganz schnell: Von den drei PCR-Tests der Freundinnen lautet für Muna das Ergebnis "Positiv". Das Hotel organisiert ihr den Transport in eine Quarantäne-Unterkunft, eine halbe Stunde Fahrtzeit entfernt. Wo genau ihre Freundin hingebracht wird, erfahren Rebecca und Marly nicht. "Wir haben ihren Standort über unsere Handys verfolgt. Man wollte uns nicht sagen, in welchem Hotel sie jetzt unterkommt. Vermutlich, damit es keinen Imageschaden als 'Corona-Hotel' bekommt", mutmaßt Marly. Schweren Herzens beschließen sie und Rebecca, zurück nach Deutschland zu fliegen – schließlich sind sie nicht mit Corona infiziert.

Corona-Infektion im Urlaub: "Wütend bin ich nicht"

Rebecca Stolze
Rebecca (19) ist die Einzige aus der Gruppe, die nicht an Corona erkrankte.
© RTL

Sicherheitshalber lassen sich Rebecca und Marly in Deutschland noch einmal testen. Und tatsächlich: Marlys Ergebnis ist positiv und die 21-Jährige zeigt leichte Symptome. Seitdem ist sie in häuslicher Quarantäne, die noch bis Anfang August andauern wird. Warum Rebecca als einzige nicht erkrankt ist, darüber kann sie nur spekulieren: "Ich hatte eine Kreuzimpfung aus AstraZeneca und Biontech. Danach hatte ich eine heftige Impfreaktion. Ich weiß von Muna und Marly, dass es bei den beiden nicht so war". Ob sie wütend auf den Reiseveranstalter oder die Clubbetreiber vor Ort ist? "Wütend bin ich nicht, es wurde mit Einlasskontrollen alles gemacht, was möglich war. Nur getestete und geimpfte Leute kamen rein. Im Club hätte auch niemand eine Maske tragen wollen." Alle drei wissen, dass sie ihre Reise etwas zu sorglos angetreten haben und appellieren deswegen an andere Urlauber, vorsichtig zu sein – auch mit Impfschutz. (fge)

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