Schockierende Videoaufnahmen aus Leipzig

Beamte prügeln auf Polizeihund ein: „Mach druff jetzt auf das Vieh.“

11. Januar 2021 - 9:13 Uhr

Besondere Anforderungen an Schutzhunde

Diese Aufnahmen aus Leipzig machen fassungslos. Während eines Hundetrainings schlagen Polizistinnen mit Stöcken auf ein Tier ein. Aus dem Hintergrund hört man einen Polizisten rufen: "Mach druff jetzt auf das Vieh". Auf RTL-Anfrage erklärte Olaf Hoppe von der Polizei Leipzig, man habe die Kriminalpolizei-Inspektion damit beauftragt, den Fall strafrechtlich zu verfolgen.

Keine Anweisung, sondern Prügel

Eine Polizistin führt den Hund in Richtung einer Kollegin, die die Rolle des Täters übernimmt. Sie trägt einen Schutzanzug, um sich vor den Bissen des Tieres zu schützen. Dann befiehlt die Hundeführerin ihrem Schutzhund, den "Täter" zu fassen. Er rennt auf die Frau im Schutzanzug zu und beißt sie in den Arm. Soweit so gut. Doch statt dem Schäferhund weitere Anweisungen zu geben, prügelt die Hundeführerin einfach auf ihn ein. Ein anwesender Polizist fordert: "Mach druff jetzt auf das Vieh." Doch wegen der Schläge wird das Tier immer aggressiver.

Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen

"Wir kennen dieses Video, wir als Leipziger Polizei, seit September 2020 – auch auf uns wirkt das. Meine Kolleginnen und Kollegen sehen sehr deutlich, was auf diesem Video geschieht und wie man das wahrnimmt", sagt Polizeisprecher Olaf Hoppe im Interview mit RTL. Dann weist er darauf hin, dass die Schutzhund-Ausbildung der Polizei eine andere sei, als die im Hundesport. "An einen Schutzhund der Polizei, der auch im Einsatz gegen Personen ausgebildet wird, besteht ein hoher Bedarf an Verlässlichkeit."

Die Szene, in der die Hundeführerin mit einem so genannten "Softstick" auf das Tier einschlägt habe man genommen, um sie intern zu bewerten. "Wir haben unsere Kriminalpolizei-Inspektion damit beauftragt, strafrechtlich die Ermittlungen aufzunehmen. Haben das Verfahren am 6. Oktober an die Staatsanwaltschaft abgegeben."

Vorerst Prügel-Verbot in Leipzig

Dennoch räumt Hoppe ein, dass er die Kritik an dem Video verstehen könne. Es wirke auch auf ihn und seine Kollegen. Er weist jedoch darauf hin, dass es wichtig sei, den Schutzhund so auszubilden, dass er nicht von einem etwaigen Täter ablassen würde.

"Bis zu diesem Zeitpunkt, bis klar ist, was die Ermittlungen ergeben, haben wir hier der Leipziger Polizei untersagt, mit Gegenständen einzuwirken, die sich bei uns in der Aus- oder Fortbildung befinden." Vorerst werden die Hunde in Leipzig also nicht mehr geschlagen.