Greifvogel sorgt für AufsehenRoter Bussard kreist über Bonn – woher kommt die Farbe?

von Emily Massenberg

Seit Wochen sorgt ein ungewöhnlicher Anblick rund um das Messdorfer Feld in Bonn für Staunen: Ein Mäusebussard mit auffallend rotem Gefieder zieht dort regelmäßig seine Kreise. Biologen schließen eine natürliche Ursache aus – und vermuten menschliches Eingreifen.

Bunter Vogel in Bonn gesichtet

Eigentlich ist der Mäusebussard ein Meister der Tarnung. Mit seinem braun-weißen Gefieder bleibt er in der Natur meistens unentdeckt. Aber ein Exemplar in Bonn fällt auf – und wie: Seine rötliche Färbung macht ihn zu einem echten Hingucker am Himmel. Spaziergänger sind überrascht und im Internet sorgt der Mäusebussard für wilde Spekulationen. Von rote-Beete-fressenden Mäusen über ein Bad in Industrieabwässern bis hin zu einer genetischen Mutation – die Vermutungen gehen in alle Richtungen.

Farbe macht das Leben schwer

Für Axel Hirschfeld vom Komitee gegen den Vogelmord e.V. ist der Fall klar. Er geht davon aus, dass der Bussard eingefärbt wurde – möglicherweise von einem Geflügel- oder Taubenzüchter. „Normalerweise werden solche Vögel getötet. In diesem Fall hat man ihn offenbar gefangen und stattdessen angesprüht“, sagt Hirschfeld. Die Folgen für den Bussard sind gravierend. Durch die auffällige Farbe wird er leicht entdeckt, von Artgenossen bedrängt und von Krähen und Elstern regelrecht gemobbt. Dauerstress statt Tarnung – das erschwert die Nahrungssuche erheblich. Im Sommer wird sich das Problem von selbst lösen: Dann beginnt die Mauser, neues Gefieder wächst nach. Bis dahin bleibt der rote Bussard über Bonn vor allem eines – ein ungewöhnlicher Blickfang am Himmel.