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Pocken-Impfung: Darum haben so viele eine kreisrunde Narbe auf dem Oberarm

Fast alle über 50 haben sie

Pockenimpfung: Darum haben so viele eine kreisrunde Narbe auf dem Oberarm

Typische Narbe nach einer Pockenimpfung
So sieht die typische Narbe nach einer Pockenimpfung aus.
RusN, iStockphoto

Die Pockenimpfung wird aktuell – aufgrund erster Fälle von Affenpocken in Deutschland – wieder zum Gesprächsthema. Viele Menschen, hauptsächlich diejenigen, die vor 1982 geboren wurden, dürften gegen Pocken geimpft sein. Und das kann man sogar sehen! Denn sie tragen eine kreisrunde Narbe auf dem Oberarm. Wir klären auf.

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Narbe der Pockenimpfung: Zeichen des Sieges gegen eine Virus-Epidemie

Die Narbe am Oberarm vieler Menschen über 50 Jahre erinnert an den erfolgreichen Kampf gegen eine jahrhundertelange Virus-Epidemie: die Pocken . Noch in den 1950er und 1960er Jahren gab es in Europa schlimme Pockenausbrüche, die durch Orthopockenviren ausgelöst wurden. Betroffene litten unter schwerem Fieber und Schüttelfrost , ihr gesamter Körper war von Eiterbläschen bedeckt. Pocken waren kaum behandelbar, lediglich ihre Symptome konnten bei guter medizinischer Versorgung gelindert werden. Nicht selten verlief eine Pockenerkrankung sogar tödlich.

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Pockenimpfung dämmte die Pocken ein

Das einzige Mittel, um die Verbreitung der Pocken zu stoppen: die Pockenimpfung. Diese wurde typischerweise mit einer Impfpistole am Oberarm durchgeführt. An der Einritzstelle der Pistole entstand dann eine geplante Infektion. Die Haut der Geimpften bildete eine Pustel – aus der die runde Narbe resultierte, die bis heute bei vielen Menschen im Alter über 50 Jahren zu sehen ist.

Die weltweite Pocken-Impfpflicht zeigte bis Ende der 1960er ihre Wirkung, sodass die Pockenimpflicht in Westdeutschland im Jahr 1976 und in der DDR 1982 aufgehoben werden konnte – danach erfolgten meist nur noch Wiederholungsimpfungen.

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