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Affenpocken-Liveticker - USA verhängen nationalen Notstand

Alle aktuellen Entwicklungen hier im Überblick

Affenpocken-Liveticker - USA verhängen nationalen Notstand

Affenpocken-Impfstelle
Menschen stehen in einer Schlange vor einer Affenpocken-Impfstelle im Stadtbezirk Brooklyn. Die New Yorker Gouverneurin Hochul hatte wegen der zunehmenden Fälle von Affenpocken im Bundesstaat den Katastrophenzustand ausgerufen.
deutsche presse agentur

Eigentlich ist ihr Vorkommen selten, und eigentlich ist die Viruserkrankung in Europa ausgerottet. Doch Anfang Mai meldete Großbritannien den ersten Affenpocken-Fall, kurz darauf schlugen auch andere europäische Länder sowie Israel, die USA und Kanada Alarm. Am 20. Mai tauchte der erste Fall auch bei uns in Deutschland auf. Was kommt da nun auf uns zu, wie gefährlich wird das Virus für uns? Wir halten Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

  • 8/4/20228:04:17 PM

    USA verhängen nationalen Notstand wegen Affenpocken


    Die US-Regierung hat wegen der sich weiterverbreitenden Affenpocken den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Mit dem Schritt sollen unter anderem Mittel des Bundes freigegeben werden können, um das Virus zu bekämpfen. „Wir sind bereit, unsere Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Virus auf die nächste Stufe zu heben, und wir fordern jeden Amerikaner auf, die Affenpocken ernst zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen, um uns bei der Bekämpfung dieses Virus zu helfen“, sagte US-Gesundheitsminister Xavier Becerra am Donnerstag.

    Angesichts der schnellen Verbreitung der Affenpocken hatte die WHO vor knapp zwei Wochen die höchste Alarmstufe ausgerufen. Der Ausbruch sei eine „Notlage von internationaler Tragweite“, hatte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärt. Die internationale Verbreitung der Infektionskrankheit ist ungewöhnlich. Bisher war sie im Wesentlichen auf sechs afrikanische Länder beschränkt. Laut Gesundheitsministerium gibt es in den USA mittlerweile rund 6.600 Fälle. Rund 1,1 Millionen Impfdosen würden für die Menschen im Land bereitgestellt, sagte Becerra. Er kündigte an, die Kapazitäten bei den Tests auf 80. 000 pro Woche zu erhöhen. Einzelne US-Bundesstaaten und große Städte, etwa der Bundesstaat New York und San Francisco, hatten bereits zuvor den Notstand ausgerufen und um Hilfe des Bundes gebeten.

    Aktuell konzentriert sich der Ausbruch weitgehend auf Männer, die Sex mit Männern haben. In den USA wurden jedoch nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC bereits Fälle bei Kindern bestätigt. Bei einer Affenpocken-Infektion können Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten sowie Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen auftreten. In der Regel verläuft die Krankheit nicht tödlich, allerdings wurden am vergangenen Freitag und Samstag die ersten beiden europäischen Todesfälle in Spanien bekannt.

  • 8/4/20225:00:27 PM

    Bremen bietet anonyme Beratung und Tests auf Affenpocken


    Das Gesundheitsamt Bremen reagiert mit einem anonymen und kostenlosen Beratungs- und Testangebot auf die Verbreitung der Affenpocken-Fälle. Seit Juni gebe es im Land Bremen vereinzelte Fälle, teilte die Gesundheitssenatorin am Donnerstag mit. Bislang wurden acht Infektionen in dem Bundesland gemeldet. In Bremerhaven gibt es eine telefonische Beratung, über die ein Test vermittelt werden kann.

    Das Beratungs- und Testangebot sei eingerichtet worden, weil im Fall einer Erkrankung mit einer Stigmatisierung zu rechnen sei, hieß es. Nach einer vorherigen telefonischen Terminvereinbarung können demnach Informationen rund um die Infektion erfragt und eine anonyme Testung vereinbart werden. Allerdings fällt die Anonymität bei einem positiven Ergebnis weg, weil dann das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen nachverfolgen muss. Bei einer Infektion mit Affenpocken muss die betroffene Person für 21 Tagen in Isolation.

    Laut Robert Koch-Institut erfolgen viele Infektionen über sexuelle Aktivitäten zwischen Männern. Allerdings handelt es sich nicht um eine rein sexuell übertragbare Krankheit; alle Geschlechter können erkranken.

  • 8/2/20221:41:01 PM

    Zwei Jugendliche in Deutschland infiziert 


    Rund drei Monate nach dem ersten Affenpocken-Nachweis in Deutschland spricht das Robert Koch-Institut (RKI) erstmals von bekannt gewordenen Ansteckungen bei Minderjährigen. Bei allen Fällen, außer zwei Jugendlichen, handele es sich um Erwachsene, heißt es in der Lage-Einschätzung des RKI vom Dienstag (2. August 2022). Zunächst hatte der „Spiegel“ über zwei Betroffene im Alter von 15 und 17 Jahren berichtet. Wie aus einer RKI-Datenbank hervorgeht, stammen die Fallmeldungen aus Stuttgart und Erfurt, beziehen sich auf die erste Julihälfte (Meldewochen 27 und 28) und auf männliche Jugendliche.

    Insgesamt sind dem RKI mittlerweile 2.724 Infektionen aus allen Bundesländern übermittelt worden, fast ausschließlich handelt es sich um Männer. „Die Übertragungen erfolgen in diesem Ausbruch nach derzeitigen Erkenntnissen in erster Linie im Rahmen von sexuellen Aktivitäten, aktuell insbesondere bei Männern, die sexuelle Kontakte mit anderen Männern haben“, erklärt das RKI. „Bislang sind nur fünf weibliche Fälle in Deutschland übermittelt worden.“ Mit Abstand am höchsten ist die Inzidenz in Berlin. „Soweit bekannt, erkranken die meisten Betroffenen nicht schwer“, schreibt das RKI.

    Die Mortalitätsrate in den Ländern außerhalb Afrikas bleibe „extrem gering“, teilte der Leiter der Ambulanz für Infektiologie und Immunologie am Universitätsklinikum Bonn, Jürgen Rockstroh, auf Anfrage mit. Zwar sind in den vergangenen Tagen mehrere Affenpocken-Todesfälle in Ländern bekannt geworden, für die die Erkrankung neu ist - zwei davon in Spanien. Der Experte sieht hierfür aber mehrere Gründe: So könne etwa das Ausrufen der gesundheitlichen Notlage mit internationaler Tragweite durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einigen Tagen zu einer verbesserten Überwachung geführt haben. Gleichzeitig gebe es nun mehr als 20. 000 Fälle weltweit, so dass auch mehr Fälle ausgewertet würden. Rockstroh betonte darüber hinaus, dass Erkrankungen der Betroffenen erfasst werden müssten, um Faktoren zu finden, die das Risiko für Krankenhauseinweisung und Tod erhöhen. Schwere Immunsuppression scheine das Risiko für einen ungünstigen Verlauf zu vergrößern.

     

  • 8/1/20221:58:47 PM

    „Boston Globe“: US-Regierung muss endlich mehr gegen Affenpocken tun


    Zum Vorgehen der US-Regierung gegen die Ausbreitung der Affenpocken schreibt die US-Zeitung „Boston Globe“:

    „Die schleppende Reaktion der US-Bundesbehörden auf den Ausbruch der Affenpocken ist nicht nur für diejenigen gefährlich, die am meisten durch das Virus gefährdet sind. Sie stellt auch ein ernstes Risiko für den bereits ramponierten Ruf der (Gesundheitsbehörde CDC, der Arzneimittelbehörde FDA) und anderer Bundesbehörden dar, die bereits während der Corona-Pandemie eine Aushöhlung des Vertrauens vieler Amerikaner erfahren haben. (...) Das Schlimmste daran ist, dass die Ausbreitung des Virus vermeidbar war: Als der erste Affenpocken-Fall in den USA im Mai in Massachusetts bestätigt wurde, gab es bereits Mittel, um auf das Virus zu testen, es zu behandeln und dagegen zu impfen - anders als zu Beginn der Corona-Pandemie. (...) Gesundheitsexperten sind der Meinung, dass die Leitlinien der CDC und der FDA unnötige Hürden geschaffen haben, die den medizinischen Fachkräften und Ansteckungsgefährdeten die Hände dabei binden, die Ausbreitung der Affenpocken einzudämmen. (...) Genug ist genug. Die Biden-Regierung muss die bürokratischen Hürden abbauen und alle notwendigen Ressourcen bereitstellen, um sicherzustellen, dass Tests, Behandlungen und Impfstoffe für alle Menschen verfügbar sind, die sie benötigen.“

  • 7/30/20225:26:15 AM

    Spanien meldet ersten Affenpocken-Todesfall - wohl erster Fall in Europa

    In Spanien ist der erste Todesfall durch eine Affenpocken-Infektion registriert worden. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders RTVE und anderer spanischer Medien handelt es sich gleichzeitig auch um den ersten Todesfall in Europa. Die infizierte Person sei in der Region Valencia im Nordosten des Landes an der Krankheit gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend mit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte in einem Situationsbericht zum aktuellen Affenpocken-Ausbruch von Anfang der Woche insgesamt fünf Tote verzeichnet - alle in der Region Afrika.

    Auch Brasilien meldete am Freitag einen ersten möglichen Todesfall im Zusammenhang mit Affenpocken. Allerdings habe es sich um einen Patienten mit anderen relevanten Komorbiditäten gehandelt, teilte das Gesundheitsministerium in Brasília auf einer Pressekonferenz mit. Der Fall werde noch überprüft.

    Weitere Informationen zu der in Spanien ums Leben gekommenen Person wurden zunächst nicht bekanntgegeben. Spanien ist eines der von der Krankheit am stärksten betroffenen Ländern weltweit. Von den 4.298 bisher im ganzen Land erfassten Infektionsfällen hätten bisher nur 120 eine Krankenhaus-Einweisung nötig gemacht, hieß es.
  • 7/29/202212:50:02 PM

    Zu wenig Impfstoff vorhanden? Deutsche Aidshilfe fordert eine Million Impfdosen 

    Um die Affenpocken-Infektionen in Deutschland in den Griff zu bekommen, sind der Deutschen Aidshilfe (DAH) zufolge viel mehr Impfdosen nötig, als bislang von der Bundesregierung bestellt wurden. „Wir brauchen in Deutschland rund eine Million Impfdosen, um einer halben Million Menschen einen dauerhaften Impfschutz zu bieten. Es darf nicht dazu kommen, dass impfmotivierten schwulen Männern die Impfung verweigert wird“, sagte Axel Jeremias Schmidt, Epidemiologe und DAH-Referent für Medizin und Gesundheitspolitik, laut einer Mitteilung vom Freitag. Der Bund müsse so schnell wie möglich bestellen, kurzfristige Käufe seien in nächster Zeit kaum möglich. Bislang hat die Bundesregierung dem Gesundheitsministerium zufolge 240.000 Impfstoffdosen bestellt, von denen zunächst 40. 000 ausgeliefert worden sind. 200. 000 sollen bis Ende September folgen. Das aber reiche nicht, so Schmidt: „Wir gehen nicht davon aus, dass die Epidemie vorbei ist, wenn die bisher verfügbaren Dosen verimpft sind.“ Solange es Affenpocken-Infektionen gebe, müssten Menschen, die ein Risiko hätten, ein Impfangebot bekommen.

    Mit Stand Freitag waren laut Robert Koch-Institut 2595 Affenpocken-Infektionen in Deutschland ausgewiesen. Eine Impfung gegen Affenpocken empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) unter anderem für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. Ein erhöhtes Infektionsrisiko sieht sie insbesondere bei Männern, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Zur Einordnung sagte der Epidemiologe Schmidt, er schätze die Zahl der homo- und bisexuellen Männer, die Sex mit wechselnden Partnern haben, auf mehr als eine halben Million. Zwar seien wohl nicht alle an einer Impfung interessiert, hinzu kämen aber auch Menschen, die sich nur zeitweilig in Deutschland aufhielten. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass das Affenpocken-Virus demnächst auch andere Bevölkerungsgruppen betreffe, betonte er. Ziel müsse es sein, die Infektionszahlen zu senken und dauerhaft in den Griff zu bekommen, sagte auch Ulf Kristal vom DAH-Vorstand. „Das ist nur möglich, wenn möglichst viele Menschen, die ein Infektionsrisiko haben, geimpft werden, in Deutschland und in allen anderen betroffenen Ländern.“ Die Bundesregierung forderte er dazu auf, sich für einen massiven Ausbau der Impfstoff-Produktion einzusetzen, damit alle Menschen weltweit mit einem Risiko Zugang zur Impfung bekommen könnten.
  • 7/27/20227:57:57 PM

    „Sex mit neuen Partnern überdenken“ WHO gibt Empfehlungen zu Sexualverhalten

    Angesichts der steigenden Affenpocken-Nachweise in vielen Ländern hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals konkrete Empfehlungen für das Sexualverhalten gegeben. Das Beste sei, die Risiken zu reduzieren, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Mit Blick auf Männer, die Sex mit häufig wechselnden Männern haben, sagte er: „Für Männer, die Sex mit Männern haben, bedeutet dies, dass sie vorerst die Zahl ihrer Sexualpartner reduzieren, den Sex mit neuen Partnern überdenken und mit jedem neuen Partner ihre Kontaktdaten austauschen sollten, um sie bei Bedarf kontaktieren zu können.“ Nach seinen Angaben betreffen 98 Prozent der gemeldeten Affenpocken-Fälle Männer, die Sex mit Männern haben. 

    Die WHO betont aber, dass sich jeder anstecken kann. „Neben der Übertragung durch Sexualkontakte können Affenpocken auch in Haushalten durch engen Kontakt zwischen Menschen übertragen werden, etwa durch Umarmungen und Küsse, sowie über kontaminierte Handtücher oder Bettwäsche“, sagte Tedros. „Dieser Ausbruch kann gestoppt werden, wenn Länder, Gruppen und Einzelpersonen sich informieren, die Risiken ernst nehmen und die Schritte unternehmen, die nötig sind, um die Übertragung zu stoppen und gefährdete Menschen zu schützen“, sagte Tedros. Was Impfungen angehe, gebe es noch viele offene Fragen, etwa über die Wirksamkeit oder wer genau geimpft werden solle. Die WHO empfehle zur Zeit keine Massenimpfungen. Insgesamt waren der WHO bis Mittwoch mehr als 18. 000 Affenpocken-Nachweise aus 78 Ländern gemeldet worden, der Großteil davon in Europa. Bis Mai dieses Jahres waren Affenpocken bei Menschen nur in wenigen Länder in Afrika bekannt. In Deutschland waren es laut Robert Koch-Institut (RKI) Stand 27. Juli 2.459 Fälle.
  • 7/27/20222:08:13 PM

    Brandbrief wegen Affenpocken - Kommission sieht EU als Epizentrum

    EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat wegen der Ausbreitung der Affenpocken einen Brandbrief an die zuständigen Minister der EU-Staaten geschickt. Die Europäische Union sei das Epizentrum entdeckter Fälle, heißt in dem Schreiben vom Donnerstag, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Es ist keine Zeit für Selbstzufriedenheit, und wir müssen weiter zusammenarbeiten, um den Ausbruch zu kontrollieren.“ Die WHO hatte den Affenpocken-Ausbruch am Wochenende zu einer „Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. Vor diesem Hintergrund schreibt Kyriakides, es sei unter anderem wichtig, dass die EU-Staaten solide Systeme zur Überwachung der Lage und zum Melden neuer Fälle hätten. Daran habe es zu Beginn der Corona-Pandemie gefehlt. Eine effektive Kontaktnachverfolgung sowie gegebenenfalls Isolation könnten zudem dabei helfen, den Ausbruch zu kontrollieren. Am wichtigsten sei aber wohl die öffentliche Kommunikation über Risiken. Diese solle verstärkt werden, „insbesondere um das Bewusstsein zu schärfen - ohne Panik oder Stigmatisierung zu verursachen“.

    Die derzeitigen Fälle konzentrierten sich zwar auf Männer, die Sex mit Männern hätten. Diese Gruppe solle jedoch nicht schikaniert oder ausgegrenzt werden. Kyriakides warnt zudem, dass es das Risiko einer weiteren Übertragung auf andere Gruppen wie Kleinkinder, Schwangere oder immungeschwächte Personen gebe. „Prävention ist das stärkste Mittel, das wir haben.“ Zudem verweist die Zypriotin auf die Verfügbarkeit medizinischer Gegenmaßnahmen. Schon jetzt seien aus dem EU-Budget mehr als 160 000 Dosen Impfstoff des Unternehmens Bavarian Nordic gesichert worden. Weitere Käufe des Impfstoffs sowie des Medikaments Tecovirimat würden vorbereitet. Nach Angaben des Robert Koch-Institut (RKI) vom Mittwoch waren in Deutschland zuletzt 2.459 Affenpockenfälle registriert.
  • 7/26/20227:38:54 PM

    Bislang rund 4.000 Affenpocken-Impfdosen in NRW ausgeliefert

    In Nordrhein-Westfalen sind bislang 3.880 Affenpocken-Impfdosen in die fünf Regierungsbezirke geliefert worden. Die weitaus meisten gingen mit 2.100 Dosen in den Regierungsbezirk Köln, gefolgt von Düsseldorf (960), Münster (420), Arnsberg (320) und Detmold (80). Das teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstag (26. Juli 2022) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit und bezog sich dabei auf Daten bis zum 25. Juli. Menschen mit hohem Infektionsrisiko können sich in NRW seit gut zwei Wochen kostenfrei gegen Affenpocken impfen lassen. Der Impfstoff wurde HIV- und Infektionsambulanzen an den Universitätskliniken sowie entsprechenden Schwerpunktpraxen zur Verfügung gestellt. 

    Die Entscheidung für eine Impfung liegt im Ermessen der Ärzte. Deutschland und einige andere Länder hatten bereits nationale Ausnahmeregelungen für den Einsatz des Impfstoffs Imvanex gegen Affenpocken gewährt. Erst am Montag hatte die EU-Kommission ihn offiziell für alle 27 EU-Staaten für diesen Zweck zugelassen. Zuvor war er auf EU-Ebene nur zum Schutz von Erwachsenen gegen Menschenpocken freigegeben. Am Wochenende hatte die Weltgesundheitsorganisation den erstmals im Mai registrierten Affenpocken-Ausbruch zu einer „Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt: „Es scheint weiterhin möglich, den aktuellen Ausbruch in Deutschland zu begrenzen, wenn Infektionen rechtzeitig erkannt und Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt werden.“ Nach RKI-Angaben vom Dienstag sind in Deutschland 2.410 Affenpockenfälle registriert - nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums rund 450 davon in NRW (Stand: 22. Juli). 
  • 7/25/202212:59:44 PM

    EU-Kommission genehmigt Impfstoff gegen Affenpocken

    Die EU-Kommission hat den Impfstoff Imvanex gegen Affenpocken zugelassen. Wie ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte, folgte die Behörde am Montag (25. Juli 2022) einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde und genehmigte das Präparat des Unternehmens Bavarian Nordic zum Schutz von Erwachsenen gegen die Affenpocken. Zuvor hatte Bavarian Nordic die Entscheidung öffentlich gemacht. Bislang war der Impfstoff auf EU-Ebene nur zum Schutz von Erwachsenen gegen Menschenpocken zugelassen. Deutschland und einige andere Länder hatten jedoch bereits nationale Ausnahmeregelungen für den Einsatz gegen Affenpocken gewährt. 

    Die aktuelle Entscheidung gilt nun für alle 27 EU-Staaten sowie für Island, Liechtenstein und Norwegen. Bereits am Freitag hatte sich die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) in Den Haag dafür ausgesprochen, die Zulassung auf Affenpocken auszuweiten. In der Regel folgt die EU-Kommission diesen Entscheidungen. Die EU hatte zuletzt bereits zwei Verträge über insgesamt 163 620 Dosen des Impfstoffs von Bavarian Nordic abgeschlossen. In den USA ist das Präparat unter dem Namen Jynneos zugelassen. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides äußerte sich angesichts schnell steigender Fallzahlen in der EU zuletzt besorgt. Die WHO erklärte den Affenpocken-Ausbruch am Wochenende zu einer „Notlage von internationaler Tragweite“.

    Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt: „Es scheint weiterhin möglich, den aktuellen Ausbruch in Deutschland zu begrenzen, wenn Infektionen rechtzeitig erkannt und Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt werden.“ Nach RKI Angaben vom Montag sind in Deutschland 2.352 Affenpockenfälle registriert. Eine Impfung gegen Affenpocken empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. Ein erhöhtes Infektionsrisiko sieht sie bei Männern, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben.

  • 7/24/20225:32:15 PM

    Neue Studie: Affenpocken-Virus auch durch die Luft übertragbar?

    Nun also doch: Die WHO erklärte den Ausbruch der Affenpocken am 23. Juli zu einer "Notlage von internationaler Tragweite". Eine der Begründungen von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus lässt dabei aufhorchen. Kann das Virus doch schneller übertragen werden als bisher angenommen? 
  • 7/23/20222:20:42 PM

    WHO erklärt Affenpocken-Ausbruch zu einer internationalen Notlage

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Affenpocken-Ausbruch zu einer "Notlage von internationaler Tragweite" erklärt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus rief damit am Samstag in Genf die höchste Alarmstufe aus, die die Organisation bei einer Gesundheitsbedrohung verhängen kann. Ein Ausschuss von unabhängigen Fachleuten hatte sich zuvor nicht auf einen Rat an die WHO einigen können, ob eine Notlage auszurufen sei. Mit Blick auf die inzwischen mehr als 16 000 bestätigten Fälle in 75 Ländern und Territorien mit bisher fünf Toten rief Tedros dennoch die Alarmstufe aus. "Das ist ein Aufruf, tätig zu werden", sagte WHO-Experte Mike Ryan an die Adresse der Regierungen.

    Die Einstufung soll die Regierungen der Mitgliedsländer dazu bewegen, Maßnahmen zu ergreifen, um den Ausbruch einzudämmen. Sie sollen Ärzte und Kliniken sensibilisieren, bei Verdachtsfällen Schutzmaßnahmen treffen und die Bevölkerung aufklären, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen kann.

    Die internationale Verbreitung der Krankheit ist äußerst ungewöhnlich. Bisher war sie im Wesentlichen auf sechs afrikanische Länder beschränkt. In Deutschland meldete das Robert Koch-Institut am Freitag knapp 2300 Fälle. Europa gilt laut WHO als die Weltregion mit einem besonders hohen Ansteckungsrisiko. Auch drei Monate nach dem Ausbruch seien 98 Prozent der Betroffenen Männer, so WHO-Expertin Rosamund Lewis. Aktuell konzentriere sich der Ausbruch auf Männer, die Sex mit Männern hätten - vor allem wenn sie viele Partner hätten. "Das bedeutet, dass dieser Ausbruch gestoppt werden kann - mit den richtigen Strategien in der richtigen Gruppe", sagte Tedros. Zugleich warnte die WHO vor einer Stigmatisierung dieser Gruppen.
  • 7/23/20221:30:00 PM

    Affenpocken bei zwei Kindern in USA festgestellt

    In den USA sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mittlerweile zwei Fälle von Affenpocken bei Kindern bestätigt worden. Beide seien in dieser Woche nachgewiesen worden, sagte die stellvertretende Leiterin der CDC-Abteilung für Krankheitserreger mit hohem Risiko und Pathologie, Jennifer McQuiston, am Freitagabend (Ortszeit). Insgesamt gebe es in den USA inzwischen mehr als 2800 bestätigte Fälle.

    Bei einer Affenpocken-Infektion können Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten, Entzündungen in der Genital- und Analregion sowie Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen auftreten. In der Regel verläuft die Krankheit nicht tödlich. Die meisten Betroffenen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation Männer, die Sex mit Männern haben. Generell kann sich aber jeder infizieren, der engen körperlichen Kontakt mit Infizierten hat.

    In der heutigen Gesellschaft sei es normal, mit vielen verschiedenen Menschen Kontakt zu haben, sagte McQuiston. "Und obwohl sich dieser Ausbruch gerade in einem bestimmten sozialen Netzwerk ausbreitet, haben wir von Anfang an darauf hingewiesen, dass es auch Fälle außerhalb dieser Netzwerke geben kann und dass wir darauf achten und bereit sein müssen, darauf zu reagieren."
  • 7/23/20229:42:03 AM

    Bisher fast 450 Affenpocken-Fälle in NRW bekannt

    In Nordrhein-Westfalen sind bislang 448 Fälle von Affenpocken gemeldet worden. Das teilte das Landesgesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit und bezog sich auf Daten, die bis Freitag vorlagen.

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind der Weltgesundheitsorganisation bisher über 6.000 Fälle weltweit gemeldet worden, davon schon mehr als 2.000 aus Deutschland. In der Bundesrepublik waren Affenpocken-Fälle erstmals im vergangenen Mai identifiziert worden.
    Menschen mit hohem Infektionsrisiko können sich in NRW seit etwa zwei Wochen kostenfrei gegen Affenpocken impfen lassen. Der Impfstoff wurde HIV- und Infektionsambulanzen an den Universitätskliniken sowie entsprechenden Schwerpunktpraxen zur Verfügung gestellt. Die Entscheidung für eine Impfung liegt im Ermessen der Ärzte. Das Landesgesundheitsministerium erhebe derzeit die genaue Anzahl der bisher in Nordrhein-Westfalen verabreichten Impfdosen. Ergebnisse seien gegen Ende des Monats zu erwarten, sagte eine Sprecherin der dpa. Von den impfenden Schwerpunktpraxen habe das Ministerium aber schon die Rückmeldung erhalten, "dass der Affenpocken-Impfstoff sehr gut angenommen worden ist und eine hohe Nachfrage dafür besteht".
  • 7/22/20222:43:41 PM

    Studie: Fast alle Affenpocken-Infektionen gehen auf sexuelle Kontakte zurück

    Wie eine neue Studie aus den USA zeigt, gehen 95 Prozent aller Affenpockenfälle auf eine Infektion durch sexuelle Kontakte zurück. "Es ist wichtig zu betonen, dass die Affenpocken keine Geschlechtskrankheit im traditionellen Sinne sind", erklärt Studienautor John Thornhill laut dem "Ärzteblatt". "Sie können durch jede Art von engem körperlichen Kontakt übertragen werden." Ihre Arbeit jedoch lege nahe, dass die meisten Übertragungen in Verbindung mit sexueller Aktivität stehen - hauptsächlich, aber nicht ausschließlich zwischen Männern, die Sex mit Männern haben. 

    Die Studienleiter werteten in ihrer Untersuchung über 500 bestätigte Fälle aus 16 Ländern aus, die Ergebnisse wurden nun im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.
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